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    July 16

    MASSENMORDE DIE armenier VERWIRCKLICHT HABEN

       VERZEICHNIS DES VÖLKERMORDES DER ARMENIER AN DEN TÜRKEN   ZWISCHEN 1906 UND 1922 IM KAUKASUS UND IN ANATOLIEN

    Quelle:
    Staatsarchiv

    Band und
    Urkunde Nr.
    Datum Ort Einzelheiten Tote
    1/2 1914-2-21 Kars, Ardahan Zahl der durch die Armenier ermordeten Männer 30000
    1 / 3 1916-5-8 Pasinler Zahl der Toten bei dem Umzug 2000
    1 / 3 1916-5-8 Tercan Zahl der Toten bei den armenischen Überfällen auf die Dörfer 563
    1/ 3 1916-5-8 Van, Tatvan Tote bei dem Überfall am Kai in Tatvan 1600
    1 / 3 1915-5-9 Bitlis Tote bei den Angriffen gegen Grenzdörfer 40000
    1 / 3 1915-5-8 Bitlis Tote bei den Fluchtversuchen 10000
    1 / 3 1915-5-9 Bitlis Tote aus verschiedenen Dörfern durch Ermordung der Einwohner 123
    l /4 1915 Van Tote durch Ermordung der Einwohner in verschiedenen Orten 44
    l /4 1916-5-22 Van Erwürgte Kinder im Kreis Dir 1000
    l /4 1916-5-22 Köprüköy/ Van Tote im vollständig vernichteten Dorf Köprüköy 200
    l /4 1916-5-22 Van Tote bei dem Massaker der Russen und Armenier 15000
    l /4 1916-5-22 Van Ermordete Männer im Stadtteil Samr 8
    l /4 1916-5-22 Van Durch das Essen vergiftete Moslems 8000
    l /4 1916-5-22 Van Ermordete Bevölkerung in Hosab 80000
    l /4 1916-5-22 Van Tote durch Vernichtung des Volkes in Ergel und Atyan 15000
    l /5 1916-5-23 Of Bei einem Überfall ermordete Frauen 5
    l /6 1916-5-23 Trabzon Tote bei Massaker in einigen Dörfer 2086
    1 / 6 1916-5-23 Van Ermordete Juden im Dorf Seyl 300
    1 / 6 1916-5-11 Van Tote bei dem Massaker in den Dörfern von Van 44233
    1 / 6 1916-5-11 Malazgirt Tote bei Überfällen in Malazgirt und einige 20000
    1 / 7 1916-6-11 Bitlis Tote bei dem Massaker während der Besetzung 12
    1 / 8 1916-4-1 Van, Reşadiye Tote bei dem Massaker im Dorf Aşnak 15
    1 / 9 1916-6 Van, Abbasağa Folterei auf Einwohner des Dorfes Abbasağa 14
    1 / 9 1916-6 Edremid, Vastan Tote bei dem Massaker in Edremid 15000
    1 / 10 1915-4 Bitlis Tote bei dem Massaker im dorf Savur 29
    1 / 10 1915-4 Muradiye Tote bei dem Massaker der Einwohner des Dorfes Abaağa 10000
    1 / 11 1915-5 Van Tote aus dem Stamm Hasanan 20000
    1 / 11 1915-2 Haskay Tote bei den Kämpfen gegen armenische 200
    1 / 11 1915-2 Dutak Tote bei dem Überfall auf dem Dorf 3
    1 / 12 1915-4 Van Tode bei dem Überfall auf dem Dorfern 150
    1 / 12 1915 Van Tote bei den Überfällen der Russen, Armenier und Kasachen 16000
    1 / 11 1915 Bitlis Tote bei Angriffe gegen die Dörfe 500
    1/11 1916-5 Muş Zahl der Vernichteten in Bayezid 14000
    1/12 1916-5-25 Bayezid Durch die armenischen Banden ermordet Einwanderer 800
    1/ 13 l 915 Muş Ermordete Einwohner bei der Evakuierung 126
    1/ 13 1915 - 8 Müküs Zahl der ermordeten Bevölkerung 121
    1 / 13 1916-6-7 Müküs, Sehan Zahl der im Brunnen gefundenen Tote 19
    1 / 13 1915-7 Muş Akçan Zahl der Gefallenen vor dem Kloster Anak 10
    1 / 13 1329 Muş Tote bei dem Massaker in den Dörfern im Kreis Uçum 113
    1 / 14 1915 Bitlis Hizan Tote bei dem Massaker in den dörfern 5200
    1 / 15 1915 Van Tote bei dem Massaker in den Dörfern 311
    1 /16 1916-8-14 Bitlis Tote bei dem Angriff auf das Dorf 45
    1 / 19 1916-6-6 Şatak Serir Tote bei dem Angriff der Armenier 1150
    1 / 19 1916-6-6 Şatak Tote bei dem angriff der armenischen Banden 9
    1 /2 3 1916-1-15 Terme zahl der ermordeten Abgeordneten 9
    2/2 1919-1-25 Kars Während der Patrouille ermordete osmanische Soldaten 2
    2/3 19 19-1-21 Kilis Zahl der ermordeten Einwohner 4
    2/4 19 19-1-26 Adana, Pozantı Ermordung des Telegrafendirektors in Zor 1
    2/5 1919-5-18 Osmaniye Zahl der Ermordeten um dem Dorf Isısar 3
    2/7 1919-6-13 Pasinler Tote bei den Angriffen auf die Dörfer des Stammes Abbaskulu 8
    2/10 1919-6-3 Iğdır Durch Armenier ermordete 9
    2/11 1919-7-7 Kars,Göle Tote bei den Auseinandersetzungen mit den Armeniern 6
    2/12 1919-7-9 Kağızman Tote bei dem Überfall auf Kurudere 8
    2/l3 1919-7-9 Kurudere Tote bei dem Überfall der Armenier 4
    2/16 1919-7-8 Mescidli Tote bei dem Überfall der Armenier 10
    2/16 1919-7-8 Gülyantepe Tote bei dem Angriff auf die Dörfer 20
    2/22 1919-7-11 Mescidli Tote bei dem Angriff auf die Dörfer 2
    2/26 1919-7-19 Bulaklı Tote bei dem Überfall auf den Rat und seiner Familie 9
    2/31 1919-7-24 Kars, Kağızman Tote bei dem Überfall der Bande Antranik 803
    2/36 1919-7 Sankamış Bei dem Rückzug durch die Armenier Ermordete 695
    2/37 1919-7 Sankamış Tote bei den Angriffen Dörfer der Armenier auf die Dörfer 2502
    2/38 1919-8 Verschiedene Tote durch Folterei 4
    3/1 1919-7-5 Kağızman Tote durch Folterei und Vergewaltigung 5
    3/1 1919 Tiknis, Ağadeve Tote bei Dorfüberfälle 2
    3/1 1919-7-19 Pasinler Tote bei mehreren Dorfüberfällen 4000
    3/1 1919 Nahçıvan Tote im Massaker bei dem Überfall 8
    3/6 1919-7 Kurudere Tote bei dem Dorfüberfall 180
    3/6 1919-7-4 Akçakale Tode durch Vernichtung und Hinrichtung 9
    3/6 1919 Sarıkarnış Tote bei verschiedenen Foltereien 153
    3/7 1919-8-15 Erzurum Tote durch Verbrennung und Erwürgen 426
    3/7 1919-8-15 Erzurum Tote bei dem Angriff und den Hinrichtungen 3
    3/14 1919-9 Allahüekber Tote bei der Auseinandersetzung 2
    3/16 1919-9-14 Sarıkamış Tote bei den Straßenkämpfen 2
    3/18 1919-11-11 Maraş Aus dem Zug hinausgeworfene Opfer 4
    3/19 1919-11 Adana Tote durch Aushöhlung der Augen 7
    3/19 1919-11-6 Ulukışla Tote bei der Auseinandersetzung 4
    3/22 1919-12-7 Adana Tote bei dem Angriff 1
    3/26 1920-1-22 Antep Tote durch Folterei 12
    3/27 1919-9 Ünye Tote bei dem Angriff auf gefangene türkische Soldaten 40
    3/28 1920-2-28 Pozantı Mit Maschinengewehr ermordete 100
    3/29 1920-2-10 Çıldır Standrechtlich erschossene 400
    3/32 1920-3-9 Zaruşat Tote wegen Schneesturm und durch Massaker bei der Flucht 1350
    3/33 1920-2-2 Şuregel Tote wegen Schneesturm und durch Massaker bei der Flucht 1350
    3/35 1338-3 Maraş Tote durch Bombenanschlag 4
    3/36 1920-3-22 Şuregel, Zaruşat Auf verschiedene weise ermordete 2000
    3/36 1920-3-9 Zaruşat Mit Axt und Bajonett ermordete 120
    3/37 1920-3-16 Kağızman Auf verschiedene Weise durch Massaker ermordete 720
    3/37 1920-4-6 Gümrü Aus dem Zug heraus gezwungene und erschossene 500
    3/39 1920-4-28 Kars Mit Waffen ermordete 2
    3/40 1920-5-5 Kars Tote durch Folterei, bewaffneten Angriff und Bombenanschlag 1774
    3/41 1920-5-22 Kars Tote bei dem Überfall 10
    3/46 1920-7-2 Kars, Erzurum Tote bei dem Überfall auf Umsiedler 408
    3/47 1920-7-2 Zengibasar Auf dem Fluchtweg Im Wasser ermordete 1500
    3/47 1920-7-27 Erzurum Tote bei dem Angriff 69
    3/49 1920-2-1 Zaruşat Tote bei Massaker und Erwürgen im Wasser 2150
    3/50 1920-5 Kars, Erzurum Tote bei verschiedener Massaker 27
    3/50 1920-8 Oltu Tote bei dem Massaker während der Umsiedlung 650
    3/50 1920-8 Kars, Erzurum An Bäumen gefesselte und erwürgte 18
    3/51 1920-10-15 Bayburt Tote bei dem Massaker in 99 Dörfern 1387
    3/52 1920-10-20 Göle Tote bei dem Massaker im Dorf 100
    3/53 1920-10-17 Pasinler Tote bei dem Massaker in 30 Dörfern 9287
    3/54 1920-10-18 Tortum Tote bei dem Massaker in 64 Dörfern 3700
    3/55 1920-10-19 Erzurum Tote bei Massaker an verschiedenen Orten 8439
    4/2 1920-10-26 Kars civarı Tote durch verschiedene Foltereien 10693
    4/3 1920-10-?8 Aşkale Tote bei den Massaker in den Dörfern 889
    4/4 1919-1-6 Zaruşat Tote durch Kanonensalven und Folterei 86
    4/5 1920-12-1 Kosor Tote bei den Massaker in den Dörfern 69
    4/6 1920-12-3 Göle Mit Bajonett und Granaten ermordete 508
    4/7 1920-12-4 Kosor Tote bei den Massaker in den Dörfern 122
    4/9 1920-12-4 Kars, Zeytun Durch Verbrennen und auf andere Weise ermordete 28
    4/10 1920-12-4 Sarıkamış Tote bei den Massaker in 13 Dörfern 1975
    4/12 1920-12-6 Göle Tote bei den Massaker in den Dörfern 194
    4/14 1920-12-7 Kars, Digor Tote bei den Massaker in verschiedenen Dörfern 14620
    4/16 1920-12-14 Sarıkamış Tote bei den Massaker in 18 Dörfern 5337
    4/17 1920 Göle Tote bei dem Angriff auf Frauen und Kinder 600
    4/17 1920 Kars Tote bei den Massaker in den Dörfern 3945
    4/18 1920 Haramivartan Tote bei den Massaker in den Dörfern 138
    4/19 1920 Nahçıvan, Tote durch Verhungern, Krankheit , Kälte und Ermordung 64408
    4/20 1920-11-29 Zarcışat Tote bei denm Massaker in 55 Dörfern 1026
    4/21 1921-2 Zenibasar Erschossene 18
    4/23 1920 Nahçıvan Tote bei dem Massaker in verschiedenen Dörfern 5307
    4/24 1920-2 Kars civarı Tote bei dem Massaker ineinigen Dörfern 561
    4/26 1920-12 Erivan Tote durch Folterei 192
    4/27 1921 Karakilise Tote durch Katastrophe und Umsiedlung in 24 Dörfern 6000
    4/29 1921-11-21 Pasinler Tote bei dem Überfall auf die Einwohner 53
    4/29 1921-11-21 Erzurum Tote bei den Überfällen auf 39 Dörfer 1215
    4/30 1918 Hınıs Tote bei den Überfällen 870
    4/31 1918 Tercan Tote bei dem Massaker in den Dörfern 580
    4/32 1921 Nahçıvan Entführte und durch Folterei ermordete 12
    4/33 1921 Bayburt Tote durch Folterei 580
    4/34 1921 Arpaçay Tote bei dem Überfall auf Umsiedler l48

    24. APRIL 1915

    24. APRIL 1915

    Die Osmanische Regierung hat sich gegenüber den Aufständen und Massakern, die durch die Russen und Briten aufgehetzt wurden, damit zufriedengegeben dem armenischen Erzbischof, den armenischen Abgeordneten und den führenden Persönlichkeiten der armenischen Gesellschaft mitzuteilen, dass "wenn die Armenier damit fortfahren den Muslimen in den Rücken zu fallen und sie weiterhin umbringen, die nötigen Maßnahmen getroffen werden." Allerdings entstand auf Grund dessen, dass die Ereignisse, anstatt an Intensität zu verlieren, immer intensiver wurden und die Armee an mehreren Fronten zugleich Kämpfen musste, entstand der Bedarf den Bereich hinter der Front zu sichern.

    Mit dieser Absicht wurden am 24. April 1915 die armenischen Komitees geschlossen und 2345 Führungskräfte unter dem Verdacht in Machenschaften gegen den Staat verwickelt zu sein, verhaftet. Nach diesem Vorgehen der Osmanischen Regierung schickte der Ecmiyazin Katholikos Kevrok dem US-Präsidenten folgendes Telegramm:

    "Sehr geehrter Herr Präsident, den letzten Nachrichten zufolge, die wir aus dem türkischen Armenien erhalten haben, hat dort ein Massaker begonnen und ein organisiertes Schreckensregiment bedroht die Existenz des armenischen Volkes. In dieser kritischen Stunde appelliere ich an die edlen Gefühle eurer Exzellenz und des großen amerikanischen Volkes und bitte Sie im Namen der Menschheit und des Christentums darum, mittels diplomatischer Repräsentanten Ihrer großen Republik, sofort einzugreifen und meinem Volk in der Türkei, dass der Gewalt des türkischen Fanatismus ausgesetzt ist, zu helfen."

    Kevork, Erzbischof und alle armenischen Katholiken

    Dem Telegramm des Erzbischofs Kevork folgten die Kontakte des russischen Botschafters in Washington. Dabei ist das, was geschah, war nur die Schließung der armenischen Komitees und die Verhaftung ihrer Anführer. Die Armenier allerdings versuchten das Ganze als ein Massaker darzustellen und die USA und die Russen, sowie verschiedene Kolonialstaaten auf ihre Seite zu bringen.

    Der 24. April, an dem die Diaspora- Armenier, an den "Jahrestag des armenischen Völkermordes" gedenken, ist nichts anderes als das Datum, an dem die Mitglieder des Komitees, verhaftet wurden.

    UMSIEDLUNG (1)

    WAS BEDEUTET UMSİEDLUNG

    Das Wort tehcir, also die Umsiedlung, kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet "von einem Ort zu einem anderen Ort umziehen, anderswo ansiedeln, ansässig machen
    ( Emigration) ". Es bedeutet nicht "Verbannung" oder "Deportation". Das "Umsiedungsgesetz" ist eigentlich ein vorübergehendes Gesetz, das "Maßnahmen gegen Kreise umfasste, die während des Krieges sich gegen die Durchführungen der Regierung einsetzten." Das Wort überführen, das bei der Beschreibung dieser gesetzlich vorgenommenen Umsiedlung, entspricht den Begriffen der westlichen Sprachen wie "Deportation", "Exil" oder "Verbannung".

    Die von Talat Pascha begonnene, mit der Zustimmung der Regierung und des Parlaments fortgesetzte Umsiedlung, die als Maßnahme gegen armenische Aufstände und Massaker, vor allem in Van umgesetzt wurde, umfasste direkt die Gebiete, welche die Sicherheit der Kriegsfronten bedrohten. Das erste Gebiet machten Erzurum, Van, Bitlis und Umgebung aus, welche den hinteren Teil der kaukasischen und iranischen Front bildeten. Das zweite Gebiet umfasste Mersin, Iskenderun und Umgebung, die den hinteren Teil der Sina Front ausmachten. In beiden Gebieten hatten die Armenier mit den Feinden kollaboriert und ihnen geholfen.

    Die Umsiedlung wurde später so erweitert, dass diese Maßnahme die Aufständischen, Kollaborateure, Mitglieder und Anhänger der armenischen Komitees sowie die Armenier in anderen Provinzen umfasste. Zuerst waren die katholischen und protestantischen Armenier von der Umsiedlung ausgeschlossen. Doch später wurden auch katholische und protestantische Reaktionäre umgesiedelt.

    Seit der Umsiedlung von 1915 wurde darüber viel geschrieben und gesprochen. Die Armenier konnten mit gefälschten Dokumente die Weltöffentlichkeit über Jahre täuschen. Die Geschichten über Massaker an Armeniern, deren Zahl mit 300 Tausend begann und im Laufe der Zeit bis auf 3 Millionen gesteigert wurde, entbehren jeder Grundlage. So konnten Engländer und Franzosen, die während der Besetzung Ýstanbuls die osmanischen Archive ausführlich untersuchten, aber kein einziges Dokument finden, das auf einen Völkermord hindeuten könnte.

    Hätte der Osmanische Staat ein "Völkermord" an Armeniern begehen wollen, würde er dann dies nicht auch an ihren Wohnorten durchführen können? Wieso hat man dafür eine "Umsiedlung" gebraucht? Warum hat man große Kosten für die Sicherheit, Gesundheit und Ernährung der Kolonnen tragen müssen? War es notwendig, dass der Osmanische Staat während der rund 1,5 Jahre andauernden Umsiedlung zwischen Mai 1915 und Oktober 1916, mit Befehlen und Anordnungen, trotz der schweren Kriegsumstände, das Leben und das Besitztum der Armenier unter Garantie nahm? Warum hat der Osmanische Staat die Militärische- Finanzielle- und Verwaltungslast auf sich genommen, als hätte er eine neue Front eröffnet?

    Die Antworten auf diese Fragen legen das eigentliche Ziel des Osmanischen Staates dar. Es gibt auch keine glaubwürdige Erklärung dafür, warum der Osmanische Staat plötzlich seine Meinung über die Armenier gänzlich ändern sollte, die er wegen ihrer über Jahrhunderte anhaltenden Treue zum Staat als "Treue Nation" bezeichnete.

    Die Umsiedlung der Armenier hatte nicht ihre Ausrottung, sondern die Gewährleistung der Sicherheit des Staates und der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedlung.

    DIE GRÜNDE FÜR DIE UMSIEDLUNG

    Die Umsiedlungsentscheidung wurde zwangsmäßig getroffen, um die Schäden der Armenier zu verhindern, die mit den Gedanken spielten, ein unabhängiges Armenien zu gründen und dabei ihrem eigenen Staat in den Rücken fielen, der sich im Krieg befand. Wie die Russen und die Ententestaaten die Armenier betrogen und aufhetzten sind mit Dokumenten bewiesen worden.(1) Mit den Versprechungen, wonach sie, die im Krieg eroberten Gebiete erhalten und ihre Unabhängigkeit erlangen würden, gründeten die Armenier mehrere Aufstandsverbände. (2) Die Armenier setzten ihre terroristischen Tätigkeiten, die sie vor der Umsiedlung begonnen hatten, auch während der Umsiedlung fort. Sowohl an Grenzgebieten, als auch in inneren Landesteilen kollaborierten die Armenier mit den Feinden und massakrierten die moslemische Bevölkerung. (3)

    Der Osmanische Staat, der die Greultaten der Armenier in einem Buch dokumentieren wollte, schrieb an die Verwaltungen aller Städte, dass sie Dokumente und Photos der armenischen Massaker zusenden sollten.. (4) Aus diesen Dokumenten und Photos wurde das Buch " Die Untergrundsbewegungen der armenischen Komitees und ihre Aufstandsbewegungen / Vor und nach der Proklamation der konstitutionellen Periode" herausgegeben.

    Die Greueltaten der Armenier dauerten auch nach dem Ersten Welt Krieg an. Das grausame Vorgehen einer 1200 Mann starker Einheit unter Leitung des Armeniers Hanov, die in Nachitschewan einmarschierte, und die Moslems massakrierte, ist ein auffallendes Beispiel dafür. (6) In seinen Telegrammen vom 3. und 7. März 1921 berichtete der amtierende Gouverneur der Provinz Mamuretülaziz, Mümtaz Bey, über den Gedanken der unter Schutz der Franzosen stehenden Armenier über ein unabhängiges Armenien im Gebiet zwischen Kilikien und Adana. (7)

    Nach diesen Entwicklungen versuchte der amtierende Oberkommandierende Enver Pascha, eine Lösung zu finden und schicke Innenminister Talat Pascha am 2. Mai 1915 das folgende Schreiben:

    "Um den Van- See, sowie an Orten, die der Präfektur von Van bekannt sind, stehen die Armenier jeder Zeit zur Fortsetzung der Aufstände bereit. Ich glaube, dass die Armenier aufgelöst und aus ihren Aufstandsunterschlüpfen herausgeholt werden müssen. Nach Angaben des 3. Armeekorps haben die Russen am 20. April 1915 die Mosleme innerhalb ihres Landes über unsere Grenzen einschleust, die sich im entsetzlichen Zustand befanden. Als Reaktion darauf, sowie für die Erreichung des oben genannten Zieles müssen wir diese Armenier entweder gemeinsam mit ihren Familien nach Russland schicken, oder sie mit ihren Familien in verschieden Teile Anatoliens verlegen. Ich bitte sie, einer dieser Lösungen, die geeigneter ist, auszuwählen und durchzuführen. Falls sie keine Einwände dagegen haben, würde ich es bevorzugen, dass wir die Aufständischen mit ihren Familien außerhalb unserer Grenzen schicken und an deren Stelle die moslemische Bevölkerung, die aus dem Ausland kommt, aufnehmen". (8)

    Mit diesem Schreiben, das wir als erstes Zeichen der Umsiedlung betrachten können, forderte Enver Pascha die Verlegung der Armenier, damit sie keine Aufstände mehr einleiten konnten. Dem Schreiben nach sollte sich die Maßnahme nur an Orte richten, wo es zu Aufständen und zum Chaos kam. So geschah es auch.

    Talat Pascha wollte in dieser äußerst wichtigen Angelegenheit keine Zeit verlieren und begann mit der Umsiedlung, bevor noch das Parlament darüber entschieden hatte. Er hatte diese große Verantwortung allein auf sich genommen. (9) Talat Pascha konzentrierte sich vor allem um die Verlegung der Armenier in Van, Bitlis und Erzurum außerhalb des Kriegsgebietes und informierte am 9. Mai 1915 den Gouverneur von Erzurum, Tahsin Bey, den Gouverneur von Van, Cevdet Bey, und den Gouverneur von Bitlis, Mustafa Abdülhalik Bey, schriftlich über das Thema. Darin erklärte Talat Pascha, dass eine Umsiedlung der in bestimmten Gebieten für Aufstände und für einen Putsch versammelten Armenier in den Süden beschlossen worden sei. Er bat die Gouverneure, in diesem Rahmen jegliche Hilfe zu leisten. Der Generalstab habe an das 3. und 4. Armeekorps betreffende Befehle übermittelt. Es sei vom Nutzen, dass diese Durchführung gemeinsam mit Van, auch den Süden Erzurums, wichtige Ortschaften von Bitlis und insbesondere Mus, Sasun und Talori umfasste. Talat Pascha bat die Gouverneure in diesem Thema sofort mit den Kommandanten der Korps zusammenzuarbeiten. (10)

    In einer chiffrierten Botschaft vom 23. Mai 1914 an das 4. Armeekorps listete Talat Pascha die zu räumenden Gebiete wie folgend auf:

    1. Die Provinzen Erzurum, Van und Bitlis.

    2. Der Sandschak Maras, ausgeschlossen des Stadtzentrums von Maras.

    3. Iskenderun, Beylan (Belen), Cisr-i Sugur und Dörfer sowie Ortschaften der Kreise von Antakya, ausgeschlossen der Kreismitte der Provinz Aleppo.

    4. Die Sandschaks Adana, Mersin, Kozan und Cebel-i Bereket, ausgeschlossen der Stadtzentren Adana, Sis (Kozan) und Mersin.

    So wurde beschlossen, dass die Armenier in Erzurum, Van und Bitlis im südlichen Teil Mousuls, im Sandschak Urfa, ausgeschlossen des Sandschaks Zor und der Kreismitte, die Armenier in Adana, Aleppo und Maras im Osten der syrischen Provinz, sowie im Osten und Südosten der Provinz Aleppo anzusiedeln. Zur Überwachung der Umsiedlung wurde der Verwaltungsinspektor Ali Seydi Bey in das Gebiet Adana und der Verwaltungsinspektor Hamid Bey nach Aleppo und Maras entsandt.

    Die Armenier sollten in den Umsiedlungsgebieten entweder in den vorhandenen Dörfern und Ortschaften, in den neu zu bauenden Häusern oder an den Orten, die ihnen zur Verfügung gestellt wurden, in Dörfern untergebracht werden. Die armenischen Dörfer mussten zu der Eisenbahn mindestens 25 km entfernt liegen.

    Für die Gewährleistung der Sicherheit der Umsiedler und deren Güter, für ihre Unterbringung, Verpflegung und Ernährung waren die regionalen Verwaltungen auf der Route verantwortlich. Die Armenier durften jegliches Mobiliar mitnehmen. Für die Regelungen über die Immobilien wurde die Ausarbeitung von Vorschriften beschlossen. (11)

    Der Generalstab forderte in einem Schreiben vom 26. Mai 1915 das Innenministerium auf, die folgenden Punkte zu beachten, damit die Armenier nicht erneut reaktionäre Tätigkeiten aufnehmen konnten:

    1. Die armenische Bevölkerung darf nicht mehr als 10 Prozent der moslemischen Einwohnerzahl betragen.

    2. Die neu zugründenden armenischen Dörfer in den neuen Umsiedlungsgebieten dürfen höchstens aus 50 Häusern bestehen.

    3. Die armenischen Umsiedlerfamilien dürfen nicht ihre Häuser wechseln. (12)

    Während das Innenministerium die Maßnahmen gegen die Armenier umsetzte, behaupteten Russland, Frankreich und England in einer gemeinsamen Deklaration am 24. Mai 1915, die Türken würden in Ost- und Südostanatolien, welche sie seit einem Monat als "Armenien" bezeichneten, die Armenier töten, wobei die Osmanische Regierung für die Vorfälle verantwortlich gemacht werde.

    Talat Pascha schickte am 26. Mai 1915 ein Schreiben an das Ministerpräsidium, nachdem das Thema eine solche internationale Dimension erhalten hatte. (14) Darin berichtete Talat Pascha über die armenischen Aufstände und Massaker, und betonte, "die Besatzungsmächte, die auf die osmanischen Territorien abzielten, würden die armenischstämmigen osmanischen Staatsbürger aufhetzen, die aufständischen Armenier versuchten aus aller Kraft die türkische Armee zu verhindern. Sie verhinderten Nahrungsmittel- Waffen- und Munitionlieferungen der türkischen Armee, kollaborierten mit dem Feind. Ein Teil von ihnen habe auf die Seite der Feinde umgewechselt, greife militärische Einheiten und unschuldige Zivilisten mit Waffen an, in Städten und Ortschaften würden Massaker angerichtet und Plünderungen vorgenommen. Sie würden der feindlichen Flotte Nahrungsmittelhilfe leisten und wichtige militärische Gebiete den Feinden zeigen." Talat Pascha unterstrich ferner, dass für die Sicherheit des Staates radikale Maßnahmen notwendig sind und in diesem Rahmen die Umsiedlung der Armenier aus den Kriegsgebieten vereinbart worden ist.

    Das Ministerpräsidium brachte das Thema sofort auf die Tagesordnung des Parlaments. Dabei stellte sich das Ministerpräsidium hinter den Beschluss über die Umsiedlung, die für die Sicherheit des Staates beschlossen worden sei und sprach sich für eine betreffende gesetzliche Regelung dafür aus. (15) Noch am selben Tag verabschiedete das Parlament ein betreffendes Gesetz über die Umsiedlung.

    In dem bezüglichen Regierungsbeschluss des Parlaments wurden die Notwendigkeit von wirksamen Maßnahmen gegen solche schädliche Tätigkeiten, die den Kampf um die Gewährleistung der Existenz und Sicherheit des Staates gefährdeten, hervorgehoben und die Maßnahmen des Innenministeriums als richtig und angemessen bezeichnet. Außerdem wurde eine amtliche Mitteilung über die Regelungen hinsichtlich der Immobilien der umzusiedelnden Armenier veröffentlicht und die Ausarbeitung eines Befehls beschlossen, wodurch die Armenier in den neuen Siedlungsgebieten entsprechende Arbeitsplätze sowie Hilfen aus dem Auswandererfond erhalten sollten. (16)

    Das Ministerpräsidium entsandte am 30. Mai 1915 an das Innen-, Kriegs- und Finanzministerium je ein Schreiben, worin es die Durchführung der Umsiedlung detailliert beschrieb und folgendes unterstrich: (17)

    a) "Die Personen, welche die Umsiedlung umfasst, werden sicher in die neuen Umsiedlungsgebiete verlegt.

    b) Die Verpflegungskosten werden, solange aus dem Auswandererfond gedeckt, bis die Umsiedler in ihre neuen Häuser eingezogen sind.

    c) Parallel zu ihrer früheren wirtschaftlichen Lage werden sie Häuser und Felder erhalten.

    d) Für Bedürftige wird die Regierung Häuser bauen, für Bauern und allen Beschäftigten im Agrarwesen wird die Regierung Samen und die erforderlichen landwirtschaftlichen Geräte zur Verfügung stellen.

    e) Die Mobiliare werden ebenfalls in die jeweiligen neuen Gebiete transportiert und den Besitzern übergeben. Die Immobilien werden registriert und nach der Feststellung des Wertes, unter den hier anzusiedelnden Moslems verteilt. Die Einkommensquellen der Umsiedler wie Oliven- Maulbeer- und Orangengärten, Läden, Karawansereien, Fabriken und Depots werden versteigert oder vermietet. Der Erhalt wird an Ombudsmann-Güterkassen übergeben, welche die Einkommen an die Besitzer zahlen sollen.

    f) All diese Themen werden von Sonderkommissionen verfolgt und es wird eine detaillierte Vorschrift vorbereitet.

    DAS TELEGRAMM DAS TALAT PASCHA ZUGESCHRIEBEN WURDE

    Eine der wichtigsten Behauptungen der Armenier im Zusammenhang mit der Umsiedlung ist dem Talat Pascha zugeschriebenes Telegramm, in dem er die Massakrierung der Armenier befohlen haben soll. Talat Pascha brachte dagegen bei jeder Gelegenheit zur Sprache, dass die, gegen die Armenier getroffenen Maßnahmen keinesfalls die Ausrottung der Armenier zum Ziel hatte. Einen offenen Beweis dafür bildet das chiffrierte Telegramm von Talat Pascha, das er am 29. August 1915 an die Gouverneure und Vorsteher von Hüdavendigar, Ankara, Konza, Izmit, Adana, Maras, Urfa, Aleppo, Zor, Sivas, Kütahya, Karesi, Nigde, Mamuretülaziz, Diyarbakir, Karahisar-i Sahib, Erzurum und Kayseri schickte. Darin hieß es: (1)

    "Bei der Umsiedlung der Armenier von ihren bisherigen Lebensorten in neue Gebiete hat die Regierung das Ziel, die Armenier an ihren, gegen die Regierung gerichteten Aktivitäten, sowie an ihrem nationalen Vorhaben zur Gründung einer armenischen Regierung zu hindern. Die Vernichtung dieser Menschen kommt nicht in Frage. Außerdem müssen bei der Umsiedlung die Sicherheit der Umsiedler gewährleistet, sowie jegliche Verpflegungskosten aus den staatlichen Ausgaben gedeckt werden. Die Armenier, die nicht umgesiedelt werden, dürfen ihre jeweiligen Orte künftig nicht verlassen. Wie auch zuvor mitgeteilt, beschloss die Regierung, Familien der Soldaten, Künstler in bestimmten Zahlen, protestantische und katholische Armenier, nicht umzusiedeln. Gegen diejenigen, die armenische Kolonnen angreifen oder gegen Gendarmen und Beamten, die bei möglichen Angriffen eine anführende Rolle spielen sollten, müssen sehr harte gesetzliche Maßnahmen getroffen werden. Solche Personen müssen sofort aus dem offiziellen Dienst entlassen und zum Kriegsgericht ausgestellt werden. Bei einer Wiederholung solcher Vorfälle werden die Provinzen und Sandschaks zur Verantwortung gezogen"

    In einer chiffrierten Botschaft, die am 27. Mai 1915 nach Ankara geschickt wurde, heißt es: "Die von der Regierung gegen die Armenier gefassten Maßnahmen stützen sich ausschließlich auf die Gewährleistung der Ruhe und Ordnung des Landes und sind zum Schutz des Staates getroffen worden. Ein Zeichen dafür, dass die Regierung keine Vernichtungspolitik gegen die Armenier betreibt ist, dass die katholischen und protestantischen Armenier, die bislang unparteiisch geblieben sind, von der Maßnahme ausgeschlossen sind." (2)

    Auf der anderen Seite wurden die Äußerungen über die Verbannung von anführenden Komiteemitgliedern und Reaktionären, in der Verordnung der Regierung an manchen Orten missverstanden. So wurden armenische Banden in Orte verlegt, wo sie ihre Tätigkeiten leichter fortsetzen konnten. Darauf hin entsandte Talat Pascha am 1. Juni 1915 an alle Präfekturen eine Verordnung und befahl darin, solche Armenier in Orte zu verlegen, wo sie ihre Tätigkeiten nicht mehr fortsetzen können. Talat Pascha unterstrich ausdrücklich, dass die Verbannung nur für aufständische und reaktionäre Armenier gilt. (3)

    In einer chiffrierten Botschaft vom 13. Juni 1915 an die Provinz Mamuretülaziz wurde betont, dass neben den, dem Kriegsgericht ausgelieferten Armeniern, die umzusiedelnden Armenier an geeigneten Stellen der Provinz untergebracht werden sollen und ihre Verlegung nach Mousul zunächst nicht notwendig ist. (4)

    In einer chiffrierten Botschaft, die am 14. Juni 1915 an die Provinzen Erzurum, Diyarbakir, Mamuretülaziz und Bitlis entsandt wurde, wurden die Behörden aufgefordert, das Leben der Armenier während der Umsiedlung zu schützen. Die Behörden dürften gegen Flüchtige und Angreifer vorgehen. Doch das Volk dürfe keinesfalls in solche Vorfälle verwickelt werden. Es dürfe keineswegs zu einer Auseinandersetzung zwischen Armeniern und Moslems kommen.

    Und zum Telegramm, dass angeblich ein Massaker befohlen haben soll: (5)

    Der Armenier Aram Andonian, veröffentlichte im Jahre 1920 in London das Buch unter dem Titel "Memoiren von Naim Bey / Offizielle türkische Dokumente über Zwangsumsiedlung und Massaker an Armeniern" worin er dieses Thema anschnitt. Dieses Buch erschien später in Paris unter dem Titel "Offizielle Dokumente über das Massaker an Armeniern", sowie in Boston unter dem Titel "Großes Verbrechen, das jüngste Massaker an Armeniern und Talat Pascha, originelle offizielle Telegramme mit Unterschriften."

    Das in diesem Buch als Beweis gezeigtes, angebliches Telegramm von Talat Pascha ist ein gefälschtes Papier. Nach Untersuchungen bewiesen Sinasi Orel und Süreyya Yuca, dass es sich bei diesem Telegramm um ein gefälschtes Dokument handelt. So stellte sich heraus, "dass es eine Person mit dem Naim Bey, von dem die Dokumente erhalten worden seien, niemals im Wohnungsamt in Aleppo gegeben hat, dass die Dokumente authentisch und das Papier nicht aus der gleichen Art der Papiere war, welche der Osmanische Staat bei den offiziellen Schreiben benutzte, dass es die Originalen dieser Dokumente unter den Dokumenten des Innenministeriums im Archiv des Ministerpraesidiums gar nicht gibt, dass unter den angegebenen Registernummern der gefälschten Dokumente, ganz andere Dokumente vorhanden sind, dass bei Zeitrechnungen nach Hedschra und nach dem christlichen Kalender Fehler gemacht worden sind, dass die Unterschriften gefälscht sind, und dass es in den Dokumenten Rechtsschreibfehler gibt, die im Osmanischen niemals vorkommen können."

    Ungeachtet der Behauptungen, wonach sich "die angegebenen originalen Dokumente im armenischen Büro in Manchester befinden", hat man bislang diese Dokumente nicht der Weltöffentlichkeit gezeigt. Außerdem stützen sich die Behauptungen auf "einen Bericht des armenischen Verbands in Aleppo aus der osmanischen Zeit."

    All dies ist wichtig um zu zeigen, in welchen Massen die Behauptungen über Völkermord an Armeniern unwahr sind.

    DAS UMSIEDLUNGSGESETZ

    Das als "Umsiedlungsgesetz" bekannte, während des Krieges der türkischen Armee zur Verhinderung der Aufstände hinter der Front durchgeführte Maßnahme, ist eigentlich ein vorübergehendes Gesetz, das "Maßnahmen gegen Kreise umfasste, die während des Krieges sich gegen die Durchführungen der Regierung einsetzten." Das Gesetz wurde am 25. Mai 1915 verabschiedet. (11) Es erschien am 1. Juni 1915 im amtlichen Blatt, - damals Takvim-i Vekayi genannt und trat somit in Kraft. (12)

    Der 1. Artikel des Gesetzes befugte die Kommandanten der Armee, Armeekorps und der Divisionen zu Ergreifung von militärischen Sofortmaßnahmen und gegebenenfalls zur Vernichtung der Reaktionäre, die sich gegen die Ausführung der Befehle der Regierung, gegen die Verteidigung des Landes und gegen die Wahrung der Ruhe einsetzten, bewaffnete Angriffe verübten oder Widerstand leisteten.

    Mit einem am 10. Juni 1915 veröffentlichten Befehl (13) wurde das Besitztum der umgesiedelten Armenier unter Schutz genommen. Es wurde die "Kommission für zurückgelassene Güter" gegründet, die aus einem Vorsitzenden, sowie jeweils aus einem Finanz- und Verwaltungsbeamten bestand. Die Kommissionen registrierten detailliert das Besitztum der Armenier in den geräumten Dörfern und Ortschaften. Eine Kopie des Registers wurde in der regionalen Kirche und eine weitere Kopie an die Verwaltungsbehörde übergeben. Unerhaltbare Güter, sowie Tiere wurden versteigert. Das Geld wurde aufbewahrt. In Orten, wo keine Kommissionen eintrafen, übernahmen Verwaltungsbeamten diese Aufgabe. Für den Schutz der Immobilien bis zur Rückkehr der Armenier waren, sowohl die Kommission, als auch die Verwaltung verantwortlich.

    Wie aus dem Gesetz vom 27. Mai 1915 sowie aus den Befehlen vom 10. Juni 1915 zu entnehmen ist, umfasste die von Talat Pascha eingeleitete und durch die Zustimmung des Parlaments fortgesetzte Umsiedlung ausschließlich Gebiete, "die die Sicherheit der Fronten direkt bedrohten". Das erste Gebiet machten Erzurum, Van, Bitlis und Umgebung aus, welche den hinteren Teil der kaukasischen und iranischen Front bildeten. Das zweite Gebiet umfasste Mersin, Iskenderun und Umgebung, die den hinteren Teil der Sina Front ausmachten. In beiden Gebieten hatten die Armenier mit den Feinden kollaboriert und ihnen geholfen.

    Zudem ist das Gesetz, das "die von militärischen Einheiten gegen Reaktionäre während des Krieges zu fassenden Maßnahmen" vorsah, gleichzeitig war es ein Gesetz über Vollmachten zum Schutz des Staates und der Gesetze. Die wichtigste Eigenschaft des Gesetzes war, dass darin eine "ethnische Gruppe weder erwähnt noch angedeutet" worden war. Im Rahmen des Gesetzes wurden moslemische, griechische und armenischstämmige osmanische Staatsbürger von ihren Lebensorten zu anderen Orten umgesiedelt. Aus diesem Grund beruht die Behauptung, wonach dieses als Umsiedlungsgesetz bekanntes Gesetz nur gegen ein bestimmtes Volk gerichtet sei, entweder auf Fehlinformation oder ist absichtlich auf die Tagesordnung gebracht worden... (14)

    DIE DURCHFÜHRUNG DER UMSIEDLUNG

    Entsprechend der Verordnungen, welche die Umsetzung des Umsiedlungsgesetzes vom 27. Mai 1915 formulierten, wurden armenische Kolonnen, die in andere Gebiete umgesiedelt werden, sollten in Zentren, wie Konya, Diyarbakir, Cizre, Birecik und Aleppo versammelt.

    Für die Sicherheit der Menschen wurden möglichst leicht zu hinterlegende und sichere Routen gewählt. So wurden Armenier aus Kayseri und Samsun über Malatya, aus Sivas, Mamuretülaziz, Erzurum und Umgebung über die Route Diyarbakir- Cizre nach Mousul geschickt. (1) Im Falle einer möglichen Störung der Ordnung in Sandschaks wegen der großen Menschenmenge, wich man zeitweilig auch von den vorgesehenen Routen ab. (2) Die von Urfa über Resülayn und Nusaybin zu reisenden Kolonnen wurden wegen möglicher Angriffe der arabischen Stämme über Siverek verlegt. (3)

    Die Kolonnen aus Westanatolien dagegen wurden über Kütahya, Karahisar, Konya, Karaman, Tarsus, Kars-i Maras-Pazarcik nach Zor verlegt. (4) Bei der Auswahl dieser Routen hat man darauf geachtet, dass Eisenbahnverbindungen, sowie Flussboote vorhanden waren. Denn die sicherste Überführung sollte per Eisenbahn und per Boote stattfinden. So wurden fast alle Kolonnen aus Westanatolien mit der Bahn verlegt. (5) Die Siedler, die über Cizre verlegt wurden, benutzten die Bahn, sowie die "sahtur (Schachtur)" genannten Flussboote. (6) An Orten, zu denen keine Eisenbahn- und Flussverbindung bestand, wurden die Kolonnen auf Reittieren und in Fahrzeugen in bestimmten Zentren versammelt und fuhren von hier aus mit der Bahn weiter.

    Ungeachtet des anhaltenden Kriegszustands gab sich der Osmanische Staat große Mühe, um die Umsiedler sicher, bequem und gesund verlegen zu können. Der Staat war gezwungen, an die Fronten ständig Soldaten und Nahrungsmittel zu schicken. Es mangelte an Fahrzeugen, die den Umsiedlern zur Verfügung gestellt werden konnten. Aus diesem Grund versammelten sich an manchen Stationen große Menschenmengen. Mangelnde Fahrzeuge führten zu zeitweiligen Problemen bei der Überlieferung (7). Wegen der Erntezeit war es sehr schwer, Fahrzeuge und Reittiere zu finden. (8) Trotz dieser schweren Umstände und den begrenzten Möglichkeiten, konnte die Osmanische Regierung, ordnungsmäßig die Armenier in ihre neuen Siedlungsgebiete verlegen.

    Der amerikanische Konsul in Mersin Edward Natan betonte in seinem am 30. August 1915 an den Botschafter Morgenthau geschickten Bericht folgendes: "Die Route zwischen Tarsus und Adana ist voll von Armeniern. Ungeachtet der Schwierigkeiten wegen der großen Menschenmenge leitet die Regierung diese Tätigkeit sehr ordnungsgemäß. Gewalt und Unordnung haben hier keinen Platz. Die Umsiedler erhalten genügend Fahrkarten und Bedürftigen wird geholfen." (9)

    UMSIEDLUNG (2)

    DIE GEBIETE DER ARMENIER AUS DENEN SIE UMSIEDELN MUSSTEN

    Die Gebiete, aus denen die Armenier ausgesiedelt und in die sie angesiedelt werden sollten, waren in der chiffrierten Botschaft von Talat Pascha, die er am 23. Mai 1915 dem Kommandanten des 4. Armeekorps schickte, bestimmt. Nach Informationen über die in andere Provinzen umzusiedelnden Armenier befahl Talat Pascha im Schreiben, die Armenier in Erzurum, Van und Bitlis im südlichen Teil Mousuls, im Sandschak Urfa, ausgeschlossen des Sandschaks Zor und des Kreiszentrums, die Armenier in Adana, Aleppo und Maras im Osten der syrischen Provinz, sowie im Osten und Südosten der Provinz Aleppo anzusiedeln.

    Wegen anhaltender armenischer Aufstände und Massaker wurde am 5. Juli 1915 an die Präfekturen von Adana, Erzurum, Bitlis, Aleppo, Diyarbakir, Syrien, Sivas, Trabzon, Mamuretülaziz, Mousul, an den Vorstand der "Kommission für zurückgelassene Güter in Adana", sowie an die Sandschaksverwaltungen von Zor, Maras, Canik, Kayseri und Izmit mitgeteilt, das zur Ansiedlung der Armenier bestimmte Gebiet sei erweitert worden.

    Die Armenier sollten in den folgenden Gebieten angesiedelt werden, wobei ihr Anteil an der moslemischen Bevölkerungszahl 10 Prozent nicht überschreiten durfte:

    1. Der Osten und Süden der Provinz Mousul, einschließlich der Dörfer und Ortschaften im Sandschak Kirkuk, die in 80 km Entfernung der iranischen Grenze liegt.

    2. Der Osten und Süden des Sandschaks Zor, einschließlich der Niederlassungen im Tal der Flüsse Habur und Euphrat, 25 km von der Grenze Diyarbakirs entfernt liegt.

    3. Alle Dörfer und Ortschaften im Osten, Süden und Südwesten der Provinz Aleppo, ausgeschlossen der nördlichen Teile, Dörfer und Ortschaften in den Sandschaks Havran und Kerek, in der Provinz Syrien, die in mindestens 25 km Entfernung zu der Eisenbahnstrecke liegen. (*)

    DIE BEVÖLKERUNGSZAHL DER UMGESİEDELTEN ARMENIER

    Während der Umsiedlung wurde die Zahl der Armenier am Reisebeginn, sowie am Endziel ständig registriert. Nach Dokumenten aus dem osmanischen Archiv betrug die Zahl, zwischen dem 9. Juni 1915 und dem 8. Februar 1916 der aus verschiedenen Teilen Anatoliens in neue Gebiete umgesiedelte, sowie der an ihren Lebensorten gebliebenen Armenier wie folgend:

    . Umgesiedelt    Geblieben

    Adana (2)

    14.000

    15-16.000

    Ankara (Central)(3)

    21.236

    733

    Aydin(4)

    250

    -

    Birecik(5)

    1.200

    -

    Diyarbakir(6)

    20.000

    -

    Dörtyol(7)

    9.000

    -

    Erzurum(8)

    5.500

    -

    Eskisehir(9)

    7.000

    -

    Giresun(10)

    328

    -

    Görele

    250

    -

    Aleppo(11)

    26.064

    -

    Haymana(12)

    60

    -

    Izmir(13)

    256

    -

    Izmit(14)

    58.000

    -

    Kal’acik(15)

    257

    -

    Karahisari sahib(16)

    5.769

    2nd 222

    Kayseri(17)    

    45.036

    4.911

    Keskin

    1.169

    -

    Kirsehir(18)

    747

    -

    Konya(19)

    1.900

    -

    Kütahya(20)

    1.400

    -

    Mamuretülaziz(21)

    51.000

    4.000

    Maras(22)      

    -

    8.845

    Nallihan          

    479

    -

    Ordu

    36

    -

    Persembe

    390

    -

    Sivas(23)        

    136.084

    6.055

    Sungurlu          

    576

    .

    Sürmene         

    290

    .

    Tirebolu          

    45

    .

    Trabzon(24)

    3.400

    .

    Ulubey

    30

    .

    Yozgat(25)

    10.916

    .

    INSGESAMT

    422.758

    32.766

    . . .

    Auf der anderen Seite schätzte der Direktor für die Ansiedlung der Auswanderer und Stämme, Sükrü Bey in seinem Telegramm vom 18. Oktober 1915 aus Aleppo, die nach Aleppo verlegten Armenier auf rund 100.000 ein. (26)

    Dokumente belegen ferner, dass sich am 18. September 1915, 120.000 Personen in Diyarbakir befanden, die nach Mousul und Zor verlegt werden sollten. 136.084 Armenier waren am 28. September 1915 in Cizre schon eingetroffen. (27) In seinem chiffrierten Telegramm vom 3. November 1915 aus Nizip, berichtete Sükrü Bey, dass die Überführung ordnungsmäßig anhielt. (28)

    Von der oben aufgelisteten Bevölkerung, die geblieben ist, sind die Bewohner von Adana später in die neuen Siedlungsgebiete überführt worden. (29) Demnach beträgt die Zahl der umgesiedelten Bevölkerung 438.758. Die Zahl der Bevölkerung, die die neuen Siedlungsgebiete erreichte, beträgt 382.148, einschließlich der Armenier in Aleppo.

    VERLUSTE DER ARMENIER

    Die Zahl der umgesiedelten Bevölkerung beträgt 438.758. Die Zahl der Bevölkerung, die die neuen Siedlungsgebiete erreichte, liegt dagegen bei 382.148, einschließlich der Armenier in Aleppo. (30) Zwischen beiden Zahlen besteht ein Unterschied in Höhe von 56.610.

    Dieser Unterschied in Höhe von 56.610 Personen, trat nach Dokumenten, wie folgend auf. 500 Menschen wurden zwischen Erzurum und Erzincan, 2.000 in Meskene, zwischen Urfa und Aleppo, 2.000 Personen nahe Mardin bei Angriffen der Banditen und arabischen Stämme getötet. Rund 5.000 oder etwas mehr Menschen wurde bei Angriffen im Gebiet Dersim getötet. (31) Im Rahmen dieser Informationen wurden während der Umsiedlung 9 bis 10 Tausend Menschen getötet. Aus Dokumenten ist ferner zu entnehmen, dass manche verhungert sind. (32) Außerdem kamen 25 bis 30 Tausend Menschen wegen Epidemien wie Typhus oder Dysenterie, sowie klimatischer Bedingungen ums Leben. (33) Rund 40 Tausend Menschen starben aus diesen Gründen.

    Der Rest von 10 bis 16 Tausend Personen konnte das Endziel nicht erreichen, da sie nach der Einstellung der Umsiedlung in den Provinzen aufgehalten wurden, in denen sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden. Zum Beispiel wurde am 26. April 1916 an die Präfektur von Konya ein Schreiben entsandt, worin die Ansiedlung der Armenier in diesem Gebiet angeordnet wurde, welche sich noch auf dem Weg befanden. (34) Außerdem wurde vermutlich ein Teil der Armenier während der Umsiedlung nach Russland, in westliche Staaten und nach Amerika entführt.

    Einträge belegen, dass 50.000 Armenier aus der osmanischen Armee während der Umsiedlung zu der russischen Armee übergegangen sind. 50.000 Armenier seien drei bis vier Jahre in der amerikanischen Armee für den Kampf gegen die Türken ausgebildet worden. Ein Schreiben des in Amerika lebenden Armeniers an den Anwalt Murad Muradyan in Elazig umfasst diese Informationen (35). Im Schreiben heißt es, ein Teil der Armenier sei nach Russland und Amerika entführt worden. Die in Amerika ausgebildeten 50.000 Soldaten würden in Richtung Kaukasien starten. Wie aus all diesen Dokumenten und Informationen zu entnehmen ist, reisten mehrere armenische Staatsbürger des Osmanischen Reiches, vor dem Krieg oder während des Krieges nach Amerika, Russland und in andere Länder. Der armenische Geschäftsmann Artin Hotomyan teilte in seinem Schreiben vom 19. Januar 1915 aus Amerika an das osmanische Polizeipräsidium mit, dass mehrere Tausend Armenier nach Amerika verschleppt worden sind, die in Armut und Hunger lebten (36).

    Diese Informationen zeigen, dss die Zahl der in verschiedenen Teilen des Osmanischen Reiches lebenden Armenier, mit der Zahl der Armenier in den neuen Siedlungsgebieten übereinstimmt und dass es während der Führung und Ansiedlung zu keinem Massaker gekommen ist.

    ANGRIFFE AUF ARMENISCHE KARAWANEN UND DIE MASSNAHMEN DES STAATES

    Während der Umsiedlung der Armenier wurden auf einige Kolonnen, besonders im Gebiet zwischen Aleppo und Zor von der einheimischen Bevölkerung Angriffe verübt. Einem Telegramm vom 8. Januar 1916 nach, wurden auf der Strecke zwischen Meskene und vor Aleppo mehrere Armenier bei Raubüberfällen der arabischen Banditen getötet. (1) Rund 2.000 Armenier, die aus Diyarbakir nach Zor und aus Suruc über Menbic nach Aleppo geführt wurden, sind von arabischen Räubern überfallen und ausgeraubt. (2)

    Im Gebiet Diyarbakýr wurden rund 2.000 Menschen von Banden und Räubern ohne Unterschied zwischen Armeniern und Nichtmoslems getötet. Daraufhin befahl der Osmanische Staat den Verwaltungen, die Sicherheit zu gewährleisten und ähnliche Vorfälle zu verhindern und bekräftigte, dass andernfalls die betreffende Provinzverwaltung für die Angriffe der Banden und Räuber verantwortlich gemacht werden. (3)

    Zwischen Erzurum und Erzincan kam eine 500-köpfige Kolonne bei Angriffen der Kurden ums Leben. In einem chiffrierten Telegramm vom 14. Juni 1915 wurden die Verwaltungen in Diyarbakýr, Elazýð (Mamuretülaziz) und Bitlis aufgefordert, jegliche Maßnahmen gegen mögliche Angriffe der Stämme und Bauern zu fassen und alle, die ein Massaker oder einen Raub wagen sollten, hart zu bestrafen. (4)

    Die osmanische Regierung maß, ungeachtet des anhaltenden Krieges an den Fronten gegen die Feinde, der Gewährleistung der Sicherheit der armenischen Kolonnen, sowie ihrer Verpflegung große Bedeutung bei. Durch Anordnungen an die Verwaltungen, versuchte der Staat die Sicherheit der Umsiedler zu gewährleisten und Angreifer zu bestrafen. Die Regierung fragte in einem Telegramm, das sie am 5. September 1915 an die Verwaltungen in Erzurum, Adana, Ankara, Aleppo, (Bursa) Hüdavendigar, Diyarbakýr, Sivas, Trabzon, Konya, Elazig, Urfa, Izmit, Zor, Karesi, Kayseri, Kütahya, Maras und Karahisar schickte, wie viele Angreifer bislang bestraft worden sind. (5)

    Auf der anderen Seite wurden Aufsichtsdelegation gegründet und in betreffende Gebiete entsandt, die eine mögliche Fahrlässigkeit und Korruption der Beamten streng kontrollierten. Diese Delegation stellte alle, deren Schuld bewiesen wurde, beim Kriegsgericht aus. Mehrere Beamten wurden vom Dienst suspendiert und erhielten schwere Strafen.

    Eine Kommission unter Leitung des obersten Vernehmungsrichters Asým Bey und bestehend aus dem Verwaltungsinspektor der Provinz Ankara, Muhtar Bey sowie des Gendarmerieinspektors in Izmir, Orstvorsteher Muhiddin Bey wurde in das, Adana, Aleppo, Syrien, Urfa, Zor und Maras umfassende Gebiet (6), eine weitere Kommission unter Leitung des Präsidenten des Kassationsgerichtes, Hulusi Bey, sowie anderen Mitgliedern, darunter auch das Mitglied des Oberverwaltungsgerichts, Ýsmail Hakký Bey, nach Bursa, Ankara, Izmit, Balikesir (Karasi), Kütahya, Eskisehir, Kayseri, Karahisar-i Sahip und nach Nigde geschickt. (7)

    Eine dritte Kommission unter Leitung des ehemaligen Gouverneurs von Bitlis Mazhar Bey, an der auch der Istanbuler Oberstaatsanwalt Nihad, sowie der Major Ali Naki Bey beteiligt waren, ist nach Sivas, Trabzon, Erzurum, Elazig, Diyarbakir, Bitlis und Canik beauftragt. Der Leiter dieser Kommission Mazhar Bey erhielt am 3. Oktober 1915 ein chiffriertes Telegramm, worin er aufgefordert wurde, regelmäßig über die Arbeiten der Kommission zu berichten. (8)

    Den Kommissionen war befohlen worden nach Ermittlungen gegen Gendarmen, Polizisten, Beamten und deren Vorsteher, sie zum Kriegsgericht auszuliefern. Eine Liste, die zum Kriegsgericht gelieferten Personen sollte dem Innenministerium vorgelegt werden. Über die Ergebnisse der Ermittlungen gegen Gouverneure und Verwalter der Sandschaks musste erst das Innenministerium unterrichtet werden. Weitere Verfahren dürften erst dann eingeleitet werden. Eine mögliche Fahrlässigkeit der Richter von Kriegsgerichten oder Militärbeamten, mussten die Kommissionen, an die betreffenden Armeekorps weiterleiten.

    Im Rahmen der von den Kommissionen ausgearbeiteten Berichte wurden mehrere Beamten wegen Amtsmissbrauchs (Raub an Kolonnen, durch Fahrlässigkeit Angriffe nicht verhindern können, Missachtung der Befehle) entlassen. Einige davon wurden vors Kriegsgericht gestellt und schwer bestraft. (9)

    DIE NICHT UMGESIEDELTEN ARMENIER

    Die Umsiedlung umfasste nicht alle Armenier. Am Anfang war ein Teil der in manchen Gebieten ( Urfa, Germis, Birecik, Erzurum, Aydin, Trabzon, Edirne, Canik, Canakkale, Adapazari, Aleppo, Bolu, Kastamonu, Tekirdag, Konya, Karahisar-i Sahip ) lebenden Armenier von der Durchführung ausgeschlossen. (1) Aber nachdem auch sie sich in Gewalttaten einmischten, wurde ein Großteil von ihnen umgesiedelt. (2) Kranke und blinde Menschen, Katholiken, Protestanten, Soldaten und deren Familien, Beamten, Händler, manche Arbeiter und Meister wurden nicht umgesiedelt. In Telegrammen an die Provinzen wurde unterstrichen, dass Kranke, Blinde, Behinderte und ältere Menschen nicht umgesiedelt und ins Stadtzentrum verlegt werden müssen. (3)

    In den Telegrammen vom 2. August 1915 und 15. August 1915 an die Provinzen wurde bekräftigt, dass katholische und protestantische Armenier von der Umsiedlung ausgeschlossen sind. Ferner wurden die Verwaltungen aufgefordert, die Zahl der Armenier in den jeweiligen Städten mitzuteilen. (4) Diese Armenier wurden in Städten innerhalb der Provinzen angesiedelt. (5) Die versehentlich Umgesiedelten wurden in der Provinz angesiedelt, in der sie sich gerade befanden. (6) Doch alle, die von der Umsiedlung ausgeschlossenen Armenier, egal ob katholisch oder protestantisch wurden überführt, falls sie in schädliche Aktionen verwickelt waren. (7)

    Gemäß Befehl vom 15. August 1915 wurden Offiziere und Sanitäter in der osmanischen Familie sowie ihre Familien nicht umgesiedelt. (8) Ferner waren die armenischen Mitarbeiter der Osmanli Bank, der Regierungsverwaltung und einiger Konsulate von der Maßnahme ausgeschlossen, solange sie der Regierung treu waren. (9)

    Waisenkinder und Witwen wurden nicht umgesiedelt und in Waisenhäusern sowie in Dörfern unter Schutz genommen, die vom Staat auch finanziell unterstützt wurden. (10) Kinder, die während der Umsiedlung ihre Eltern verloren hatten, wurden in die Waisenheime in Sivas aufgenommen. (11) Am 30. April 1916 wurde für die schutzbedürftigen armenischen Familien ein allgemeiner Befehl veröffentlicht. Darin wurde die Ansiedlung der Familien, deren Männer überführt wurden oder beim Militär waren, in Dörfer und Ortschaften, wo ausschließlich nur Armenier als Fremde lebten, angeordnet. Die Verpflegungskosten dieser Menschen sollten aus dem Auswandererfond gedeckt werden. Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren, sollten bei reichen moslemischen Familien untergebracht und von ihnen in die Schule geschickt werden, falls es keinen Platz in den Waisenhäusern in der jeweiligen Provinz gab. Für nicht reiche moslemische Familien wurden 30 Kurus aus dem Auswandererfond als Unterstützung gezahlt. Ferner durften junge oder verwitwete armenische Frauen, mit eigenem Willen, moslemische Männer heiraten. (12)

    DIE AUSGABEN FÜR DIE VERSORGUNG DER ARMENIER

    Bevor die Regierung mit der Umsiedlung der Armenier begann, wurde an sämtlichen Provinzen ein Schreiben geschickt und gefordert, dass jegliche Maßnahmen für den Bedarf der Kolonnen, die durch ihre Gebiete reisen werden, getroffen und Nahrungsmittel gelagert werden sollten. (1)

    Für Nachrungsmittelbeförderung erhielt die Direktion für Ansiedlung der Auswanderer und Stämme verschiedene Befehle. (2) Damit die Bedürfnisse festgestellt und besorgt werden konnten, arbeitete der Direktor, Sükrü Bey, persönlich. (3) Für Verpflegung der armenischen Kolonnen erhielt Konya 400.000, Izmit 150.000, Eskisehir 200.000, Adana 300.000, Aleppo 300.000, Syrien 100.000, 300.000, (4) und Mousul 500.000 Kurus. (5) Insgesamt wurden 2.250.000 Kurus zur Verfügung gestellt. (6)

    Für die Überführung, Ansiedlung und Lebenskosten der Armenier wurden 1915, 25 Millionen und bis Ende 1916 insgesamt 230 Millionen Kurus ausgegeben. (7)

    Die Verwaltungen leisteten im Rahmen ihrer eigenen Budgets Hilfen und erhielten auch zusätzliche finanzielle Unterstützung von der Regierung. (8) Ein Betrag, der aus Amerika für armenische Umsiedler geschickt wurde, verteilte der amerikanische Konsul und Missionare in Kenntnis der Osmanischen Regierung. (9) Außerdem stellte sich später heraus, dass ein Teil der in Amerika lebenden Armenier Geld gesammelt und heimlich an die armenischen Umsiedler geschickt haben. (10)

    Die Osmanische Regierung gab für die Umsiedlung der Armenier sehr hohe Beträge aus. Zugleich wurden die Schulden der umgesiedelten Armenier an den Staat oder an Personen entweder verschoben oder gänzlich gestrichen. Talat Pascha befahl in einem, am 1. Juni 1915 an die Verwaltung in Maras geschicktes Telegramm, die Streichung der Schulden der Armenier. (11) Mit einem an alle Provinzen entsandten Schreiben vom 4. August 1915 wurden Steuerschulden aller umgesiedelten Armenier verschoben. (12)

    Auf der anderen Seite wurden die armenischen Kolonnen von Sanitätern begleitet. (13) Auch die Ermittlungen gegen verdächtige Umsiedler, wurden verschoben. (14)

    UMSIEDLUNG (3)

    PERSÖHNLICHE GEGENSTANDE DER UMGESIEDELTEN ARMENIER

    Mit einem Befehl vom 10. Juni 1915 wurde das Besitztum der umgesiedelten Armenier unter Schutz genommen. Gemäß Befehl wurde beschlossen, dass die Güter, Tiere und die Betriebe der Armenier durch Kommissionen versteigert und der Ertrag an die Besitzer zurückgegeben werden.

    Bei der Ausführung dieses Befehls der Osmanischen Regierung wurde große Sorgfalt gezeigt. Die Güter wurden von den Kommissionen für zurückgelassene Mobiliare und Immobilien durch Versteigerung verkauft und das Geld wurde an die Besitzer gezahlt. (1) Als einige Gerüchte auftraten, verbot die Regierung mit einem Schreiben vom 3. August 1915, das an alle Provinzen, Verwaltungen und an die betreffende Kommission geschickt wurde, dass Regierungsbeamten versteigerte Waren kauften. (2) Später wurde dieses Verbot in einigen Provinzen aufgehoben, mit der Bedingung, dass die Beamten Bargeld und den eigentlichen Wert der Ware zahlten. (3)

    Die Regierung fasste jegliche Maßnahmen gegen Korruption. In einem Telegramm wurde die Kommission für zurückgelassene Güter in Sivas aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um Missbrauch zu verhindern. (4) Am selben Tag wurde an alle Verwaltung ein Befehl geschickt, der die betreffenden Maßnahmen und Regelungen umfasste. (5)

    Dem Befehl nach, "dürfen keine verdächtigen Personen in die geräumten Orte zugelassen werden. Falls einige Personen billige Waren gekauft haben sollten, wird die Versteigerung für ungültig erklärt und der eigentliche Wert der Ware gefordert. Die umzusiedelnden Armenier dürfen ihre beliebigen Güter mitnehmen. Die unerhaltbaren Güter, die die Armenier nicht mitnehmen können, werden zwangsmäßig verkauft. Aber erhaltbare Güter werden aufbewahrt. Bei der Vermietung oder beim Verkauf der Immobilien wird die Beziehung zu den Besitzern erhalten. Falls seit Beginn der Umsiedlung Durchführungen im Gegensatz davon unternommen worden sind, gelten sie als ungültig. Ein Streit über diese Güter wird nicht zugelassen. Die Armenier dürfen ihre Güter an eine beliebige Person verkaufen, ausgeschlossen der Ausländer." (6)

    Diese Regelungen wurden streng eingehalten. Zudem wurden die Kunst- und Handelsunternehmen der Armenier durch Gründung von neuen Unternehmen gegen den reellen Wert, an sie übergeben.(7) Der Ertrag aus den verkauften Gütern wurden über die Kommission für zurückgelassene Güter, an ihre Besitzer übergeben. (8)

    AUSLANDISCHE MEINUNGE ÜBER DIE UMSIEDLUNG

    Ungeachtet der Gutachten ausländischer Beobachter in den Umsiedlungsgebieten, wonach die Osmanische Regierung trotz des anhaltenden Ersten Weltkrieges an mehreren Fronten die Umsiedlung äußerst sorgfältig und erfolgreich durchgeführt hat, erschienen in der westlichen Presse über die Umsiedlung falsche und parteiische Berichte. Der amerikanische Konsul in Mersin Edward Natan stellte in seinem Bericht fest, dass die Überführung ordnungsmäßig anhielt. (1) Trotz dieses Berichtes übertrug dagegen der amerikanische Botschafter in Istanbul, Morgenthau, gegensätzliche Informationen an sein Land, welche von der amerikanischen Presse gegen die Türken eingesetzt wurden. Nach Behauptungen der Zeitungen, bestach Morgenthau die Osmanische Regierung, schickte manche Armenier gegen Geld in die USA und rettete englische, russische und französische Staatsbürger in Istanbul. Ein türkischer Staatsbürger in den USA, unterrichtete die Osmanische Regierung am 14. September 1915 über all diese falschen Nachrichten und Informationen. (2)

    Neben Morgenthau (3) spielten bei der Verbreitung der Behauptung, wonach Armenier massakriert worden seien, auch Lord James Bryce (4), der die meisten Angaben von Morgenthau erhielt, sowie der deutsche protestantische Geistliche Johannes Lepsius (5) eine wichtige Rolle. Auch Arnold Toynbee (6), Mitglied von Wellington- House, machte aus den Informationen Morgenthaus stark Gebrauch. Der Schotte James Bryce, der zwischen 1907 und 1913 als englischer Botschafter in den USA fungierte, verfasste ein Buch, das mit dem Einfluss der Abteilung für Kriegspropaganda im englischen Außenministerium, für den Einsatz in der antitürkischen Propaganda von Arnold Toynbee veröffentlicht wurde. (7) Die Werke dieser Personen bildeten eine Quelle für später herausgegebene Bücher über den "angeblichen Völkermord" an Armeniern. Es ist bekannt, dass besonders die Berichte von Morgenthau, von seinem armenischstämmigen türkischen Sekretär Agop S. Andonian und seinem ebenfalls armenischstämmigen Rechtsberater und Übersetzer Arshag K. Schmavonian verfasst worden sind. (8) Die Verfasser seines Buches waren wieder Arshag K. Schmavonian, der Journalist Burton J. Hendrick und der amerikanische Außenminister Robert Lansing. Der Grund zur Verfassung dieses Buches, das nicht den Berichten Morgenthaus entsprach, wird in dem Buch von Heath W. Lowry unter dem Titel "Der Hintergrund der Geschichte von Botschafter Morgenthau" offen dargelegt. Demnach hat man mit dem Buch "die amerikanische Bevölkerung von der Notwendigkeit überzeugen wollen, dass der Krieg mit einem Sieg zu Ende ging." (9)

    Nach Debatten des englischen Parlaments über die im Rahmen der Berichte durch englischen Konsul im Iran gestellten Behauptungen, wonach 1.000.000 Armenier getötet worden seien, wurde beschlossen gegen die türkische Regierung zu protestieren. In dem "Blauen Buch", das in England erschien, wurde ferner behauptet, eindrittel der im Osmanischen Reich lebenden angeblichen 1.800.000 Armenier seien massakriert worden. (10)

    Gegen die böswilligen Bücher, berichteten westliche Medien, wenn auch in begrenzter Zahl, dass diese Behauptungen absichtlich aufgestellt werden. In einer in Stockholm herausgegebener Zeitung wurde in einem Artikel unter dem Titel "..." darüber berichtet, wie komisch eigentlich diese Behauptungen sind. Im Artikel wurden ferner die Gründe für die Verbreitung der Behauptungen genannt.

    Die Osmanische Regierung wies im Schreiben des auswärtigen Staatssekretärs am 4. Januar 1917 die englischen Behauptungen zurück. (12) Im Schreiben wurde unterstrichen, dass die Zahl der armenischen Bevölkerung auf osmanischen Territorien niemals 1 Million erreicht hat. Da diese Zahl mit den Auswanderungen vor dem Krieg weiter gesunken sei, entbehrten die Behauptungen jeder Grundlage. Außerdem wurde an eine Nachricht der Zeitung Times erinnert, worin auch die Deutschen für die Massaker an den Armeniern verantwortlich gemacht worden waren.

    FORSCHUNGEN VON AUSLÄNDERN UND RESULTATE

    Gleich nach dem Ersten Weltkrieg besetzten alliierte Armeen Istanbul und andere Gebiete im Osmanischen Reich. Die Engländer, die zu den Besatzungsländern gehörten, nahmen mehrere Hundert Personen fest, unter denen sich auch politische und militärische Verantwortliche der Osmanischen Regierung, sowie auch bekannte Intellektuelle befanden, mit der Behauptung, dass sie bei armenischen Unruhen Kriegsverbrechen begangen, vertrieben sie auf die Insel Malta und sperrten sie ein. Um Beweise gegen diese verhafteten Personen oder gegen die Regierung in Istanbul zu finden, wurden in den osmanischen Archiven umfassende Untersuchungen durchgeführt, jedoch konnte man keine Beweise vorlegen. Hilflos untersuchte die englische Regierung auch die Berichte in englischen und amerikanischen Regierungsarchiven und man kam trotzdem zu keinem Ergebnis.

    In einem Bericht, der im amerikanischen Archiv zu finden ist, schrieb der englische Botschafter R.C. Craigie am 13. Juli 1921 an Lord Curzon folgendes:

    "Es tut mir leid es mitzuteilen, dass es keine Beweise gegen die auf Malta verhafteten Türken gibt... Es gibt keinen einzigen konkreten Vorfall, der einen genügenden Beweis dafür bilden kann. Die erwähnten Berichte enthalten auf keinen Fall weitere Beweismittel, welche die Informationen über die Türken ergänzen können, über die die Regierung Ihrer Majestät gerade verfügt." (1)

    Die Rechtsberater in London beschlossen am 23. Juli 1921, dass die Beschuldigungen gegen die Personen auf der Liste des englischen Außenministeriums zum Teil politischen Charakter haben, und deshalb man gegen sie anders vorzugehen hatte als gegen die Türken, die als Kriegsverbrecher verhaftet wurden.

    Außerdem gehören auch folgende Aussagen den Rechtsberatern der englischen Regierung in London: "Bis jetzt sagte kein einziger Zeuge aus, dass die Beschuldigungen gegen die verhafteten Türken richtig sind. Eigentlich ist es auch nicht klar, ob man gegen sie einen solchen Zeugen finden kann. Denn es braucht hier nicht erwähnt zu werden, wie schwer es ist, in einem Land wie Armenien, das so weit abgelegen und schwer zu erreichen ist, einen Zeugen zu finden, besonders deswegen, weil viel Zeit über die Vorfälle vergangen ist". (2)

    Am Ende wurden die Türken, die auf Malta verhaftet waren, im Jahre 1922 freigelassen, ohne jegliche Beschuldigung und es fand auch keine Gerichtsverhandlung statt.

    Im Laufe dieses Prozesses erschienen in der englischen Presse Berichte, die die Osmanische Regierung mit einem Völkermord an Armeniern beschuldigte, sowie Dokumente, die angeblich diese Behauptung beweisen sollten. Diese Dokumente seien in osmanischen Regierungsanstalten in Syrien von englischen Besatzungskräften unter der Kommandantur von General Allenby entdeckt worden. Doch die später vom englischen Außenministerium eingeleiteten Untersuchungen zeigten, dass es sich bei diesen Dokumenten nicht um Dokumente handelte, die von der englischen Armee sichergestellt worden waren. Es waren die gefälschten Dokumente, die von der nationalistischen armenischen Delegation in Paris an die verbündeten Delegationen übermittelt worden waren.

    ANSICHTEN DER WISSENSCHAFTLER AUF DIE BEHAUPTUNGEN

    Es gelang den Wissenschaftlern, die die Geschichte im Rahmen der Prinzipien und Kriterien der Geschichtswissenschaften bewerten und wahrnehmen, an die seit 1925 bis heute aufbewahrten originalen Dokumenten und Informationen zu gelangen. Sie hörten sich die Aussagen der noch lebenden Zeugen über die Tatsache an und führten persönlich vor Ort Untersuchungen. Diese Wissenschaftler wussten, dass die osmanischen Archive für ausländische Wissenschaftler zur Verfügung steht, und sie untersuchten die Dokumente selbst. So können nur diejenigen, die das Thema genau so gut kennen, wie diese Wissenschaftler können auf diese Meinung kommentieren. So trägt eine gemeinsame Deklaration von 69 amerikanischen Wissenschaftlern große Bedeutung, die dem US-Repräsentantenhaus vorgelegt wurde. Die Deklaration umfasst die folgenden Aussagen: (1)

    "An die Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses,

    Türkische und osmanische Forschungen, sowie amerikanische Akademiker, Spezialisten für den Raum Nahen- Osten, deren Unterschrift sie unten finden, vertreten die Meinung, dass die Formulierung der Resolution Nummer 192 des amerikanischen Repräsentantenhauses in mehreren Hinsichten irreführend oder falsch sind.

    Wir unterstützen den Begriff "Nationaler Gedenktag des unmenschlichen Vorgehens", finden aber den folgenden Teil unannehmbar:

    ... 1,5 Millionen armenischstämmige Menschen, die Opfer des zwischen 1915 und 1923 in der Türkei begangenen Völkermordes sind...

    Unsere Vorbehalte konzentrieren sich hauptsächlich auf die Benutzung der Wörter "Türkei" und "Völkermord" und können wie folgend zusammengefasst werden:

    Das, heute Türkei oder besser gesagt als die Türkische Republik genannte Gebiet, war vom 14. Jahrhundert bis zum Jahre 1922 ein Teil des Osmanischen Reiches, das ein multireligiöser und multi-nationaler Staat war. Die Gleichstellung des Osmanischen Reiches mit der heutigen Türkischen Republik ist genau so falsch, wie die Gleichstellung des Habsburger Reiches mit der heutigen Republik Österreich. Das Osmanische Reich, das durch die, mit der Türkischen Revolution gegründeten heutigen Türkischen Republik im Jahre 1922 von der Geschichtsszene gelöscht worden ist, war ein Staat, zu der die Territorien und Völker von mehr als 25 heutigen Ländern in Südosteuropa, Nordafrika und im Nahen Osten gehörte. Die Türkische Republik ist nur einer dieser 25 Länder. Die Türkische Republik kann für keinen Vorfall für die osmanische Zeit verantwortlich gemacht werden. Doch wird es in der Resolution versucht, die Türkei für den "Völkermord" zwischen 1915 und 1923 verantwortlich zu machen.

    Über die Beschuldigungen wegen ‚Völkermordes': keiner der Signatare dieser Erklärung will die Leiden der Armenier unterschätzen. Wir sind der Meinung, dass auch die Leiden der moslemischen Bevölkerung im selben Gebiet genau so bewertet werden müssen. Die bislang erlangten Dokumente zeigen, dass durch den Bürgerkrieg unter den Völkern (der Krieg zwischen moslemischen und christlichen Gruppen), den Seuchen während des ersten Weltkrieges, der Nahrungsmittelknappheit, der Massaker in und um Anatolien, sowie die Leiden, noch komplizierter wurden. Während der genannten Jahre, herrschte im Gebiet ständig Kriegszustand, der sich von der Tragödie in Libanon in den letzten zehn Jahren nicht unterschied. Sowohl die Moslems als auch die Christen haben große Verluste erlitten. Um aber zwischen Angreifer und Unschuldigen zu unterscheiden und um die Gründe der Vorfälle festzustellen, wobei das ostanatolische Volk ums Leben kam, darunter Moslems und Christen, müssen Historiker noch an mehrere Dokumente und Informationen gelangen.

    Die Geschichte wird von Staatsmännern und Politikern gemacht und Wissenschaftler schreiben sie. Damit dieser Prozess fortgesetzt werden kann, müssen Wissenschaftler an die schriftlichen Dokumente der früheren Staatsmänner und Politiker rankommen. Bislang war ein Großteil der Archive von betreffenden Ländern, wie der Sowjetunion, Syrien, Bulgarien und der Türkei für Historiker nicht zugänglich. Solange wir nicht zu diesen Archiven gelangen, können wir die Geschichte des Osmanischen Reiches zwischen 1915 und 1923, die die Resolution Nummer 192 umfasst, nicht genau wissen.

    Wir glauben daran, dass das US-Repräsentantenhaus in diesem und in ähnlichen historischen Themen die gänzliche Öffnung der Archive fordern und keine Beschuldigungen in historischen Themen aufstellen sollte, bevor die Vorfälle nicht gänzlich erleuchtet sind. Beschuldigungen, wie in der Resolution Nummer 192 des Repräsentantenhauses werden unvermeidbare Folgen haben, wie ein ungerechtes Urteil gegen das türkische Volk, sowie die Beeinträchtigung der Fortschritte, die die Historiker in jüngster Zeit beim Verstehen dieser tragischen Vorfälle zu verzeichnen begonnen haben.

    Wie aus den oben genannten Kommentaren zu verstehen ist, ist die Geschichte der osmanischen Armenier ein oft unter Historikern diskutiertes Thema und die Mehrheit der Historiker schließt sich den Äußerungen in der Resolution Nummer 192 nicht an. Eine Zustimmung des amerikanischen Kongress zum Beschluss wird eine Versuchung sein, gesetzlich über die richtige Seite eines historischen Problems zu entscheiden. Ein, auf verdächtigen historischen Vermutungen beruhender solcher Beschluss wird der aufrichtigen historischen Forschung, sowie der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Legislative schaden. 19. Mai 1985"

    Prof. Dr. Rifaat Abou-El-Haj

    Abteilung Geschichte, Universität California State

    Doz. Sarah Moment Atis

    Türkische Sprache und Literatur, Universität W'isconsin

    Doz. Darl Barbir

    Geschichte, Hochschule Siena (New- York)

    Ilhan BASGÖZ

    Ural-Altai Studienabteilung, Programmleiter der türkischen Untersuchungen, Universität Indiana

    Prof. Daniel G. Hates

    Anthropologie, Universität New- York City

    Prof. Ülkü Bates

    Kunstgeschichte, Universität New- York City

    Prof. Gustav Bayerle

    Ural-Altai Studien, Universität Indiana

    Prof. Andreas G. E. Bodroglifetti

    Türkische und Persische Sprachen, Universität California

    Doz. Kathleen Burrýl

    Türkische Studien, Universität Columbia

    Prof. Alan Fisher

    Geschichte, Universität Michigan

    Prof. Timothy Childs

    Lehrkraft, Universität Johns Hopkins

    Prof. Shafiga Daulet

    Politikwissenschaften, Universität Connecticut

    Prof. Roderic Davison

    Geschichte, Universität Gorge Washington

    Ord. Prof. Walter Denny

    Kunstgeschichte und Studien des Nahen Ostens, Universität Massachussets

    Dr. Alan Duben

    Anthropologe, Forscher, New- York

    Doz. Ellen Ervin

    Türkische Studien, Universität New- York

    Prof. Caesar Farah

    Islamische und Nahost Geschichte, Universität Minnesota

    Prof. Carter Findley

    Geschichte, Ohio State- Universität

    Prof. Micfiael Finefrock

    Geschichte, Charleston Hochschule

    Doz. William Hickman

    Türkisch, California Berkeley Universität

    E. Doz. Frederick Latimer

    Geschichte, Universität Utah

    Prof. John Hymes

    Geschichte, Glenville State-Hochschule

    Dr. Heath W. Lowry

    Türkisches Forschungsinstitut, Inc. Washington D.C.

    Prof. Halil Inalcik

    Osmanische Geschichte, Mitglied der amerikanischen Kunst- und Wissenschaftsakademie, Universität Chicago

    Doz. Ralph Jaeckel

    Türkisch, California Universität

    Doz. Ronald Jennings

    Studien Geschichte & Asien, Universität Illinois

    Doz. Cornell Fleischer

    Geschichte, Universität Washington,

    Prof. Peter Golden

    Geschichte, Universität Rutgers

    Prof. Tom Goodrich

    Geschichte, Universität Indiana

    Dr. Andrew Could

    Osmanische Geschichte, Arizona, Flagstaff

    Prof. William Griswold

    Geschichte, Colorado State Universität

    Prof. Tibor Halasi-Kuv

    Türkische Studien, Colombia Uni-Professor

    Ord. Prof. J. C. Hurewitz

    Ehe. Direktor des Nahostinstitutes, Universität Colombia

    Prof. Avgdorlevy

    Geschichte, Universität Brandens

    Prof. Bernard Lewis

    Geschichte des Nahen Ostens, Universität Princeton

    Doz. Justin McCarthy

    Geschichte, Universität Louisville

    Prof. Jon Mandaville

    Geschichte Nahost, Portlant State Universität

    Prof. Michael Meeker

    Anthropologie, Universität California

    Doz. James Kelly

    Türkisch, Universität Utah

    Prof.Asistent Kerim Bey

    Universität Southeastem

    Prof. Metin Kunt

    Osmanische Geschichte, New- York

    Doz. William Ochsenwald

    Geschichte, Virginia Polytechnic Institut

    Doz. Robert Olson

    Geschichte, Universität Kentucky

    Doz. William Peachy

    Jüdische und Nahost- Sprachen & Literaturen, Ohio State Universität

    Doz. Donald Quataert

    Geschichte, Universität Hauston

    Prof. Howard Reed

    Geschichte, Universität Connecticut

    Prof. Dank Wart Rustow

    Politikwissenschaften, New- York Stadt- Universität

    Doz. Ezel Kural Shaw

    Geschichte, Universität California

    Prof. John Masson Simth, JR

    Geschichte, California Berkely- Universität

    Dr. Svat Soucek

    Türkologe, New- York

    Dr. Philip Soddard

    Direktor Nahost Institut, Washington, D.C.

    Prof. Frank Tachau

    Politikwissenschaft, Chicago, Universität Illinois

    Robert Staab

    Vizedirektor der Nahost Zentrale, Universität Utah

    Prof. Rhoads Murphey

    Nahost Sprachen, Kulturen und Geschichte, Universität Columbia

    Doz. June Starr

    Anthropologie, Suny Stony Brook

    Prof. James Stewart-Robinson

    Türkische Studien, Universität Michigan

    Prof. Thomas Naff

    Geschichte, Direktor des Nahost- Studieninstituts, Universität Pennsytvania

    Doz. John Woods

    Nahost Geschichte, Universität Chicago

    Prof. Pierre Oberling

    Geschichte, New- York Stadt- Universität

    Doz. Madeline Zilfi

    Geschichte, Universität Maryland

    Prof. Metin Tamkoc

    Internationales Recht, Texas Tech. Universität

    Prof. Stanford Shaw

    Geschichte, Universität California

    Dr. Elaine Simth

    Türkische Geschichte, Pensionierter Botschafter

    Doz. David Thomas

    Geschichte, Rhode Islandhochschule

    Doz. Grace M. Simth

    Geschichte, California Berkely Universität

    Doz. Margaret L. Venzke

    Geschichte, Hochschule Dickinson (Pennsylvania)

    E. Prof. Donald Webster

    Türkische Geschichte

    Prof. Walter Weiker

    Politikwissenschaften, Universität Rutgers

    Prof. Warren S. Walker

    Archivdirektor der Kurzgeschichten im Englischen und im Türkischen, Texas Tech. Universität

    Die Türkei richtete zu verschiedenen Zeitpunkten Appelle, um die von europäischen Staaten und Russland unterstützten armenischen Behauptungen, sowie die von Armeniern unterbreiteten angeblichen Dokumente nach ihrer Richtigkeit zu überprüfen. Diese Appelle wurden, sowohl direkt an armenische Wissenschaftler, als auch an die Personen, welche die Propaganda für die Armenier übernommen hatten, gerichtet. Es ist aber bekannt, dass ein Großteil von ihnen ohne Entschuldigung an den betreffenden Konferenzen nicht teilgenommen hat. Das jüngste Beispiel bildete der XI. Kongress für türkische Geschichte.

    Beim XI. Kongress für türkische Sprache wurde zum ersten Mal eine "armenische Sektion" geplant. Zu den Diskussionen unter diesem Motto wurden unter anderem ausländische Historiker eingeladen, die sich für "die Sache der Armenier" einsetzen. Doch keiner von ihnen nahm teil.

    An dem XI. Kongress für türkische Sprache, der zwischen dem 5. und 9. September 1990 in Ankara stattfand, wurden im Zusammenhang mit der Armenier- Frage folgende ausländischen Wissenschaftler eingeladen.

    Prof. Dr. Heath LOWRY (hat teilgenommen)Garin ZEDLIAN (keine Antwort)

    Prof. Dr. Bernard LEWIS (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Justin McCARTHY (hat teilgenommen) Prof. Dr. Stanford SHAW (hat teilgenommen) Prof. Dr. Anthony BRYER (keine Antwort) Dr. Andrew MANGO (hat teilgenommen) Prof. Dr. Salahi R. SONYEL (hat teilgenommen) Prof. Dr. M.MARMURA (keine Antwort) Prof. Dr. Allan CUNNIGHAM (keine Antwort) Prof. Dr. Robert ANCIAUX (hat teilgenommen) Prof. Dr. Aryeh SHMUELEVITZ (hat teilgenommen) Prof. Dr. Jak YAKAR (hat teilgenommen) Prof. Dr. Hans G. MAJER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Wolf Dietrich HUTTEROTH (keine Antwort) Prof. Dr. Klaus KREISER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Jean-Paul ROUX (keine Antwort) Prof. Dr. Paul DUMONT (hat teilgenommen) Prof. Dr. Robert MANTRAN (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. RichardHOVANNISIAN (keine Antwort) Dr. Gerard LIBARDIAN (keine Antwort) Dr. Levon MARASHLIAN (hat teilgenommen) Prof. Dr. Vahakn DADRIAN (keine Antwort) Christopher WALKER (konnte sich nicht beteiligen) Anahid Ter MIMASSIAN (konnte sich nicht beteiligen) Tessa HOFFMAN (keine Antwort).

    ARMENISCHE BEHAUPTUNGEN AUF DAS UN -KONVENTION

    Der Begriff "Völkermord " wird in der Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, die 1948 verabschiedet wurde, beschrieben. Im 2. Artikel der Konvention heißt es:

    "In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz teilweise zu zerstören: Tötung von Mitgliedern der Gruppe, Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe, vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen, Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe."

    Bevor das Thema aus dem Aspekt der UN- Konvention betrachtet wird, sollte an einige Vorfälle in der Geschichte erinnert werden. Um eine so gewaltige Menschheitsverbrechen, wie den Völkermord zu begehen, muss in der Geschichte des betreffenden Volkes eine bestimmte Neigung dazu bestehen. Genau wie manche Personen geneigt sind, Verbrechen zu begehen, muss auch eine bestimmte Neigung für einen Völkermord vorhanden sein. Doch in der türkischen Geschichte trifft man weder einen Völkermord noch eine Assimilation an.

    Die Osmanen kontrollierten einen bestimmten Teil Europas bis vor Wien, einschließlich des Balkans, ganz Nordafrika an der Mittelmeerküste, fast den ganzen Nahen Osten, sowie die arabische Halbinsel über Jahre. Und zwar rund 200 bis 400 Jahre. Welches der Völker in diesen Gebieten wurde ausgerottet? Als noch in Anatolien die Scheriat Regeln gültig waren, existierten zugleich die älteste christliche Konfession, der altsyrische Glauben, oder der Glauben der Jesiden, die Pfau- und Feueranbeter. Gegen 1800 wurden in Anatolien Kirchen eröffnet, obwohl dies gegen die Scheriat Regeln war. Der Bruder des osmanischen Wesirs Sokullu Mehmet Pascha, wurde zum Patrirachen der Makarije serbischen Kirche ernannt, der das serbische Volk wiederbelebte. Zeitgleich sehen wir in Europa und in anderen Teilen der Welt, die Massaker im Kampf zwischen verschiedenen Glauben in Europa, Völker im Fernen Osten, deren Sprache sich ändert, das Volk in ganz Afrika, dessen Sprache und Religion geändert wird und Südamerika.

    Während des Zweiten Weltkrieges haben die Nazis mehrere Millionen Menschen massakriert. Zwischen 1939 und 1945 wurden 5 bis 6 Millionen Juden, mehr als 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, mehr als 1 Million polnische und wiederum mehr als 1 Million jugoslawische Zivilisten, rund 200.000 Zigeuner, sowie 70.000 behinderte Menschen getötet. Das ist ein Völkermord.

    Ungeachtet der Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes kam es auch im modernen Zeitalter zu unzähligen Massenmorden. Den in der Zeitung Le Monde erschienenen Geständnissen zweier französischer Generäle nach, die höchstpersönlich zu den Beteiligten gehörten, haben die Franzosen in den Jahren von 1954 bis 1962 in Algerien mindestens 1 Million Algerier massakriert. Die indonesische Armee ermordete zwischen 1965 und 1966 1 Million Kommunisten und ihre Familien. Zwischen 1975 und 1979 massakrierten die Roten Khmer in Kambodscha 1.7 Millionen Kambodschaner, 1994 wurden in Ruanda 500.000 Tutsis von den Hutus getötet und letztendlich nach 1991 waren Tausende Moslime im Kosovo und in Bosnien-Herzogowina der Grausamkeit der Serben ausgesetzt.

    Das Verbrechen Völkermord wurde in seinem wahren Sinne bei den oben erwähnten Ereignissen begangen. Ganz im Gegensatz zu den Behauptungen der Armenier, umfssten die im Jahre 1915 in Ostanatolien getroffen Maßnahmen gegen die Armenier nur die Umsiedlung für die Gewährleistung der Sicherheit und hatten nicht das Geringste mit Völkermord zu tun. Die türkische Führung war gewohnt, in den, von ihr kontrollierten, Gebiete gemeinsam mit anderen Kulturen und Rassen zu leben. "Gerechtigkeit" und "Wahrung der Kulturen" zählen zu der Staatstradition der Türken. Doch "Massaker" oder "Völkermord" finden demgegenüber keinen Platz. Dies unterstreicht auch Justin McCarthy in seinem Buch unter dem Titel "Tod und Exil". Das Buch erzählt, wie die Völker aus Kaukasien und dem Balkan im osmanischen Reich Zuflucht gefunden haben, um sich vor dem Tod zu retten.

    An alle, die die osmanische Führung mit einem Völkermord beschuldigen, sollte man fragen: Wohin sind im Jahre 1469 die Juden und Moslems aus Spanien und Portugal, 1680 Tökeli und seine Anhänger aus Ungarn, 1711 Rakoczi Frenec und seine Männer, 1849 Layos Kosuth und seine 2000 köpfige ungarische Gruppe, der schwedische König Scharl und seine 1500 bis 2000 Männer, 1841 und 1856 der polnische Prinz Chartorski, im September 1917 der russische Kommandant Vrangel mit seiner 135 Tausend Mann starken Armee und Trotschki geflüchtet sind, um sich vor dem Völkermord und Tod zu retten?

    Die Antwort auf diese Fragen ist aus der Geschichte als "in das Osmanische Reich" zu entnehmen. Wissen nicht diejenigen, die die Umsiedlung im Jahre 1915 als einen "Völkermord an Armeniern" bezeichnen, dass ab der 30'er Jahre polnische und deutsche Juden in der Türkei Zuflucht gefunden haben? Warum haben diese Menschen 20 bis 25 Jahre nach dem angeblichen Völkermord, dieses Volk als Retter betrachtet und die Türkei bevorzugt? Die Antworten auf diese Fragen liegen in der türkischen Staatstradition, die einen gerechten, menschlichen, toleranten, vereinigenden, sowie die Bräuche und den Glauben respektierenden Charakter trägt.

    550 Jahre nach dem osmanischen Padischach (Sultan) Fatih, der mit seinem, die heutigen Normen der Menschenrechte umfassenden Ferman im Jahre 1478 allen, unter seiner Herrschaft lebenden Menschen möglich machte, die eigenen Werte zu wahren und sie an die neuen Generationen zu übertragen. Demgegenüber sollten die gegenwärtigen Völkermorde und Assimilationen auf dem Balkan nicht vergessen werden. Die Balkanvölker, deren Sprache, Glauben, Kirchen, Schulen usw. mit diesem Ferman unter Garantie genommen worden waren, wurden zu Beginn des XXI. Jahrhunderts im Namen homogener Völker, Bosnier, albanischstämmige Moslems, Makedonier und die Türken in Bulgarien aus ihrer Heimat vertrieben. Diejenigen, die heute der Türkei einen Völkermord vorwerfen, haben die Monate anhaltenden Massaker übersehen wollen, haben nicht auf den Schrei der vergewaltigten Mädchen und Frauen gehört. Es waren nicht allein die Balkanvölker, die in jüngster Zeit in der Türkei Zuflucht gefunden haben. Auch das irakische Volk, das vor dem Völkermord des irakischen Präsidenten Saddam Hussein flüchtete, der von westlichen Chemiewaffenherstellern "Senfgas" erhalten hatte, in die Türkei. Die Türken wussten zu jeder Zeit trotz der begrenzten Möglichkeiten, ihr Brot mit anderen zu teilen und öffneten für leidende Völker stets ihre Tore. Die Türken, das Osmanische Reich und die Türkische Republik haben eine in Sachen Menschenrechte eine beispielhafte Vergangenheit, die für andere Völker und Staaten ein Vorbild sein könnte.

    Schlußfolgerung

    Seit der Durchführung der Umsiedlung wurde bis jetzt viel über dieses Thema geschrieben. Es gelang den Armeniern, die Weltöffentlichkeit lange Zeit dabei zu täuschen, indem sie sich hinter gefälschte Dokumente versteckten. Die Armenier sprachen anfangs von 300.000 Personen, die beim angeblichen Völkermord getötet worden seien, dann aber wurde diese Zahl auf 3.000.000 erhöht. Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage. Denn während der Besetzung Istanbuls durchsuchten, sowohl die Engländer als auch die Franzosen die osmanischen Archive vergeblich nach einem Dokument, welches einen Völkermord andeuten könnte. So konnten sie bislang nicht ein einziges konkretes Dokument vorlegen, das auf einen Völkermord hinweist.

    Außerdem müsste es in ihren eigenen Archiven die Aufnahmen geben, welche die Journalisten gemacht haben, die damals die Durchführung der Umsiedlung beobachteten und fotografierten. Hätte es einen, vom Staat befohlenen Völkermord gegeben, dann wären auch die Bilder darüber längst der Weltöffentlichkeit bekannt. Würden diejenigen, die die Behauptungen aufstellen, über konkrete Dokumente verfügen, dann wäre vermutlich aus dem Appell des Osmanischen Staates von 1919, eine unparteiische "juristische Kommission" zu bilden, nicht unbeantwortet gelassen. Warum hat man auf diesen offiziellen Vorschlag der Osmanischen Regierung nicht reagiert? Hatten vielleicht einige westliche Staaten Angst davor, dass damit auch ihre Rolle bei der Organisation der armenischen Banden, bei ihrer Aufhetzung aufgedeckt würde? Oder hatte man Angst davor, dass bekannt wird, woher die Armenier ihre Waffen erhalten haben, mit denen sie mehrere Tausende, unschuldige Zivilisten massakriert haben?

    Völkermord erinnert an den Massenmord der Nazis während des Zweiten Weltkrieges an Juden und anderen ethnischen Gruppen, wobei mehrere Millionen Menschen getötet wurden. Völkermord erinnert an das französische Massaker zwischen 1954 und 1962 in Algerien, wobei mindestens 1 Million Algerier ermordet wurden. Völkermord erinnert an die indonesische Armee, die zwischen 1965 und 1966 1 Million Kommunisten und ihre Familien massakrierte. Völkermord erinnert an das Massaker der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 in Kambodscha an, dem rund 2 Millionen Kambodschanern ums Leben kamen. Völkermord erinnert an das Massaker der Hutus im Jahr 1994 in Ruanda an dem 500.000 Tutsis ermordert wurden. Völkermord erinnert letztendlich an die grausamen Massaker der Serben an mehreren Tausenden Moslems im Kosovo und in Bosnien-Herzogowina ab 1991. Diese Vorgänge waren ein Völkermord.

    Hätte der Osmanische Staat wirklich einen "Völkermord" an Armeniern vorgehabt, dann hätte er dies auch an den Orten begehen können, wo die Armenier lebten. Dann hätte er ja nicht große Kosten für die Umsiedlung tragen, und nicht all diese verwaltungsmäßigen und militärischen Massnahmen treffen müssen.

    Die osmanische Umsiedlung, die zur Gewährleistung der Sicherheit des Staates zwangsmäßig vorgenommen wurde, hatte niemals die Ausrottung der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedlung.

    DER armenischer TERROR (1)

    DER ARMENISCHE TERROR

    Neben den zahlreichen Aufständen und Massakern, die durch Aufhetzerei der Hindschak- und Taschnak- Komitees, die von den Engländern und Russen, die kolonialistische Absichten über die Türkei hatten, unterstützt wurden, gaben die Armenier mit dem Yildiz- Attentat auch das erste Beispiel der Methodologie des bewaffneten Terrors. Die Armenier, die Talat Pascha und Cemal Pascha mit derselben Methode ermordeten, kehrten nach einer langen Pause im Jahre 1965 wieder zur Terrormethode zurück. In den 70'er Jahren dagegen trat die ASALA auf die Bühne und brachte bis 1984 42 türkische Diplomaten ums Leben.

    Es waren die Taschnak- und Hindschak- Organisationen, die in dieser neuen Periode des Terrors, den Terror anregten, entwickelten, vorbereiteten und ihm ermöglichten sich auf weitere Ebenen auszubreiten und seine Ziele zu verasten. Die Terrorgruppen bildeten neue Organisationsversuche und unterstützten sie auch psychologisch. Neben all diesen war es vor allem die "Geheime Armenische Armee für die Befreiung Armeniens", deren Name sich am meisten verlauten ließ. Diese Organisation ist kurz unter den Namen ASALA bekannt.


    Unter ihrem unabhängigen Aussehen, hat sich die ASALA mit den grausamsten und menschenunwürdige Vorgehensweisen ausgezeichnet. Die ASALA, die ihre seelische und psychologische Unterstützung, ihre Kontakte und Beziehungen durch die Hindschak erhielt, startete inhumane Terroraktionen. Der armenische Terror ist durch bewaffnete Angriffe auf türkische Beauftragte, Repräsentanten und Institutionen in kurzer Zeit aufgestiegen und, hat an Intensität zugenommen. In dieser Periode haben die Armenier, die in Europa, den Ostländern, Syrien und im Libanon Stützpunkte errichteten, in Zusammenarbeit mit den Rumänen aus Zypern und Griechenland ihre Aktivitäten ausgeführt. Die armenischen Terror- Organisationen haben auf die Reaktion der anderen Länder hin in den 80'er Jahren ihre Taktik geändert und schlossen sich mit der Terrororganisation PKK zusammen. Im Jahre 1984 wurde die PKK in den Vordergrund geschoben und der armenische ASALA- Terror zog sich in den Hintergrund zurück. Tatsächlich hat die Terrororganisation PKK die Woche vom 21. bis zum 28. April 1980 als "Rote Woche" bestimmt, den 24. April als Gedenktag für den Pseudo-Genozid an den Armeniern ausgerufen und damit begonnen diesbezügliche Versammlungen abgehalten. Am 8. April 1980 haben die Terrororganisationen PKK und ASALA in der Stadt Sidon im Libanon eine gemeinsame Pressekonferenz gehalten und als Resultat dieser Versammlung eine Deklaration veröffentlicht. Als diese Ereignisse Aufruhr erregte wurde beschlossen die Kontakte im weiteren auf illegaler Plattform und geheim weiterzuführen. Nach dieser Versammlung folgten die Angriffe auf die türkische Botschaft in Straußburg am 9. November 1980 und auf das THY- Büro in Rom am 19. November 1980, die gemeinsam von der PKK und der ASALA übernommen wurden. Der anarchistische Terroristenführer Abdullah Öcalan, wurde von dem Armenischen- Schriftstellerbund wegen seinen "Tätigkeiten für die Idee eines großen Armeniens" zum Ehrenmitglied gewählt. Im Wesen der armenischen Volksbewegung wurde wie es in vielen Ländern Europas der Fall war, ein Kurdistan- Komitee gegründet worden. Am 4. Juni 1993 fand auf der Station der PKK Terrororganisation in Westen Beiruts eine Versammlung unter der Anwesenheit der Armenischen Hindschak Partei, der ASALA und PKK Terrororganisation statt. Bei der Versammlung vom 6. - 9. Januar 1993 in zwei verschiedenen Kirchen Beiruts und an welcher der libanesisch-armenisch-orthodoxe Erzbischof, die Zuständigen der Armenischen Partei und 150 Jugendliche teilgenommen haben wurde zur Sprache gebracht, dass der Bürgerkrieg in der Türkei, damit ist der Kampf mit der PKK Terrororganisation gemeint, fortgeführt wird, die türkische Wirtschaft auf den Nullpunkt gesenkt wird, und die Staatsangehörigen sich dadurch gegen den Staat auflehnen werden. In Zusammenhang damit wurde auch Sprache gebracht, dass die Türkei geteilt und ein kurdischer Staat gegründet wird, dass die Armenier ihre Beziehungen zu den Kurden pflegen und den Kampf der Kurden unterstützen sollen.

    Zusammenfassend gesagt ist das gemeinsame Ziel armenischer Terrororganisationen, jede Gelegenheit zu nutzen, um die Türkei in die Dunkelheit zu stürzen und das angeblich besetzte Land der Armenier zu retten und ein "Unabhängiges Großes Armenien" zu gründen. Die Armenier, die heute die Eigenschaft eines Staates erreicht haben, führen diese Ansprüche unter verschiedenen aufwänden fort.

    ARMENIEN UND TERROR

    Das Vorgehen der Armenier, die 9-10 jahrhundertelang zusammen mit den Türken in Ordnung und im Wohlstand lebten und im Osmanischen Staat eine reiche Schicht bildeten, haben sich nach der Niederlage der Osmanen im Osmanisch-Russichen Krieg von 1877 bis 1878, sowie infolge des Abkommens von San- Stefenos am 3. März 1878, sowie des Abkommens von Berlin am 13. Juli 1878 verändert. Nachdem Russland und anderen europäischen Staaten die Armenier aufhetzten, organisierten sich die Armenier unverzüglich und wollten die Gründung eines unabhängigeen armenischen Staates.

    Russland wollte wegen seiner in Kaukasien seit Generationen anhaltenden nationalen Politik den Abruch der Beziehungen zwischen der Türkei und Aserbeidschan. Er wollte einen armenischen Staat zwischen diesen beiden Ländern unterbringen, der die Kommunikation zwischen der Türkei und Aserbeidschan unterbrechen sollte. Im Hinblick dieses Vorhabens ernannte Lenin, der bolschewistische Führer Russlands am 18. Dezember 1917 Stephan Schalemjan (der Herkunft nach einem Armenier) zum Kommisar des Gebietes Kaukasus. Er beauftragte ihn mit einem Erlass vom 27. April 1920 für die Gründung eines armenischen Staates, unter der Regierung der Sowjetunion. Nach dem Einfluss der bolschewistischen Herrschaft im Kaukasus wurden am 27. April 1920 im Süden Kauskasus und in Aserbeidschan die Sowjet- Sozialistischen Republiken Georgien, Armenien und Aserbeidschan sowie der autonome Bundesstaat Nachdschiwan, sowie das Autonomiegebiet Karabagh gegründet. Armenien erhielt somit einen Staat und ein Land, dessen Grenzen auf den Papieren gezeichnet wurden. Die Armenier, deren Nationalgefühle und Ausbreitungvorhaben ziemlich geschürt wurden, erklärten am 23. August 1990 nach der Auflösung der Sowjetunion ihre Unabhängigkeit. Mit der Phantasievorstellung nach einer Gründung des großen Armeniens begannen sie ihre Nachbarländer anzugreifen.

    Die Armenier, die im Jahre 1915 während des Ersten Weltkrieges den Türken treulos in den Rücken fielen, wurden infolge der Inkraftsetzung des Umsiedlungsgesetzes umgesiedelt. Die Armenier behaupten, dass während der praktischen Durchführung des Umsiedlungsgesetzes 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden. Infolge dieser Behauptungen veranstalten sie seit dem jedes Jahr Aktivitäten gegen die Türkei. Die Armenier, die die Phantasievorstellung über die Gründung des großen Armeniens haben, fordern unter der Behauptung eýnes Völkermordes von der Türkei Entschädigung, Land sowie die Anerkennung der Behauptung nach einem Völkermord. In diesem Rahmen unternahmen die Armenier von 1937 bis 1986 organisierte terroristische Aktivitäten, sowie Angriffe gegen türkische Botschaften und Botschafter im Ausland, sowie gegen inländische Institutionen und forderten die Akzeptierung ihrer Ansprüche.

    Armenier, die mit ihren terroristischen Aktivitäten nichts erreichen konnten, versuchten nach 1986 die Türkei auf politischer Basis zu bedrängen und unterstützte die Terrororganisation PKK, die den Traum nach einem Kurdistan verwirklichen wollte, auf jedem Gebiet, um der Teilung der Türkei behilflich zu sein und somit an ihre territorialen Ansprüche zu gelangen.

    Es ist bekannt das Armenien der sich in der Nähe der armenischen Grenzen befindenen Terrororganisation PKK logistische und militantische Unterstützng geleistet, der Gründung von Lagern innerhalb seiner Grenzen zugestimmt und dass sich in der Terrororganisation PKK armenische Vorgesetzte-Offiziere gegeben hat.

    ARMENISCHE TERRORISMUS

    Der "Individuelle armenische Terror" begann mit dem Attentat eines alten Armeniers Gurgen (Karekin) Janikan am 27. Januar 1973, als er in der US-Stadt Santa Barbara den türkischen Generalkonsul von Los Angeles Mehmet Baydar, und den Konsul Bahadýr Demir ermorderte. Diesem individuellen Terror folgte ab dem Jahre 1975 " der organisierte, armenische Terror", indem gegen die türkischen Botschafter und Beauftragten, sowie Institutionen im Ausland Attentate unternommen wurden. In einer kurzen Zeit intensivierten sich diese Terrorakte.

    In 38 verschiedenen Städten von 21 Ländern wurden auf unterschiedliche Weisen Anschläge verübt. Von diesen 110 Anschlägen wurden 39 durch Waffen, 70 durch Bombenanschlägen und durch eine Hausbesetzung verübt. Nach diesen Anschlägen kamen 42 türkische Diplomaten und 4 Ausländer ums Leben, 15 türkische und 66 ausländische Staatangehörige wurden verletzt.

    Wenn wir die Anschläge nach Jahren untersuchen, so ist festzustellen, dass die armenischen Terrorakte mit den Jahren einen großen Anstieg verzeichnet haben.

    Die Terrororganisationen haben im Jahre 1986 ihre Terrorakte beendet und trugen die Armenier-Frage auf eine internationale Plattform. Außerdem unterstützen sie weiterhin die Terrororganisation PKK bei ihren Anschlägen im Südosten der Türkei und leisten ihnen logistische und militante Unterstützung.

    BEZIEHUNGEN ZWISCHEN ARMENIER UND DER PKK

    Auf Grund der ausländischen Reaktionen änderten die armenischen Terrororganisationen im Jahre 1980 ihre Taktik und gingen mit der Terrororganisation PKK Kooperationen ein. Nach dem PKK-Angriff auf die Kleinstädte Eruh und Semdinli traten sie auf die Bühne. Somit trat der ASALA-ARMENIER- TERROR in den Hintergrund. Es gibt einige konkrete Beispiele, die die Beziehungen zwischen PKK und Armenier darstellen. Diese sind wie folgtende:

    · Die Terrororganisation PKK hat die Woche vom 21.-28. April 1980 zur "Roten Woche" und den 24. April zum Gedenktag an den angeblichen Völkermord an Armeniern erklärt und Tagungen veranstaltet.

    · Am 08. April 1980 haben die Terrororganisationen PKK und ASALA gemeinsam eine Pressekonferenz veranstaltet und im Anschluss eine Deklaration veröffentlicht. Doch nachdem dieses Ereignis, die Reaktionen auf sich zog, wurde beschlossen die Beziehungen geheim und auf illegaler Basis weiterzuführen. Infolge der Pressekonferenz wurde am 09. November 1980 auf den türkischen Generalkonsul in Straßburg ein Attentat und am 19. November 1980 auf das Büro der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines in Rom ein Anschlag verübt. Zu diesen Angriffen bekannten sich gemeinsam die Terrororganisationen PKK und ASALA.

    · Der seperatistische Terroristenführer Abdullah Öcalen, der versuchte die Türkei zu teilen, wurde vom armenischen Schriftstellerverband auf Grund "seiner Bemühungen für die Idee nach einem großen Armenien" zum Ehrenmitglied ernannt. Innerhalb der armenischen Volksbewegung wurde, wie in zahlreichen europäischen Ländern auch, ein Kurdistan-Komitee gegründet. Am 04. Juni 1993 wurde unter Teilnahme der armenischen Hindschak-Partei und der Terrororganisationen ASALA und PKK eine Tagung in der PKK-Zentrale in Westen Beiruts veranstaltet.

    Ein, weiteres sehr intressantes Beispiel der Beziehung zwischen Armenien und der PKK sind die unten aufgeführten Aussagen, die bei Tagungen in zwei verschiedenen Kirchen Beiruts zwischen dem 06. und 09. Januar 1993 veranstaltet wurde. An diesen Tagungen nahmen der Erzbischof der armenisch orthodoxen-Kirche in Libanon, armenische Parteifunktionäre, sowie 150 Jugendliche teil.

    · Man sollte im Moment gegenüber der Türkei eine ruhige Haltung zeigen.

    · Die armenische Gesellschaft wird immer grösßer und entwickelt sich in wirtschaftlicher Hinsicht.

    · Dank der entwickelten Propagandaaktivitäten werden Informationen über den sogenannten Völkermord auf der ganzen Welt besser bekanntgemacht.

    · Der armenische Staat ist gegründet. Jeden Tag werden die Territorien vergrössert. Die Ahnen würden gerächt.

    · Westliche Staaten, ihnen voran die USA sind der Meinung, dass Armenien bezüglich des Krieges in Karabagh im Recht sei. Diese Möglichkeit müsse ausgenutzt werden. Den armenischen Jugendlichen, die im Karabagh-Gebiet den Krieg führen, werden sich neue anschließen.

    · Der Bürgerkrieg in der Türkei, damit ist der Kampf gegen die Terrororganisation PKK gemeint, wird weitergeführt. Die türkische Wirtschaft wird den "Nullpunkt" erreichen worauf die Bürger einen Aufstand einleiten werden.

    · Die Türkei wird geteilt und ein kurdische Staat gegründet.

    · Die Armenier sollten ihre Beziehungen zu den Kurden fortsetzen und ihren Kampf unterstützen.

    · Die heute den Türken gehörenden Territorien werden morgen den Armeniern gehören.

    PRESSESORGANE DER TERRORORGANISATION PKK IN ARMENIEN

    Es ist bekannt, dass die in Armenien unter den Namen Reya Taze und Bota- Redaksiyon veröffentlichten Zeitungen unter der Kontrolle der Terrororganisation PKK stehen und in kyrillischer Schrift gedruckt bzw. herausgegeben werden. Diese Zeitungen werden von den Mitgliedern der Terrororganisation PKK, die aus der Türkei bzw. aus Europa kommen, veröffentlicht.

    BEZIEHUNGEN ZWISCHEN PKK UND ASALA

    Der internationale armenische Terrorismus trat zum ersten Mal im Jahre 1973 auf. Im Anschluss an die zyprische Friedensbewegung im Jahre 1974 wurde der armenische Terrorismus durch Attentate, Sabotage sowie Angriffe auf türkische Staatsangehörige und türkischen Botschafter bekannt.

    Die armenischen Terrororganisationen, ihnen voran die ASALA, verübten bis 1984 ihre terroristischen Anschläge. Da sich die kurdische Nationalbewegung in den 70'er Jahren in verschiedenen politischen und legalen Organisationen zeigte und durch die terroristischen Anschläge der PKK, eine Aufschwung erlebte, hat die ASALA ihren Platz der Terrororganisation PKK überlassen, die unter der Leitung von Abdullah ÖCALAN, der beim Morden keine Unterschiede zwischen Türken und Kurden machte, geleitet wurde und ihren Namen durch Attentate bekannt machte.

    Doch ist bekannt, dass die Terrororganisationen PKK und ASALA bereits zuvor kooperierten, gemeinsame Anschläge verübten und Deklarationen veröffentlichten, Mitglieder der ASALA und anderer armenischer Terrororganisationen in den Ausbildungslagern der PKK ausgebildet wurden, hochrangige ASALA-Funktionäre als Ausbilder tätig waren und die Terrororganisation PKK mit der armenischen Partei Taschnaksutjun in Verbindung stand.

    Gemeinsames Ziel der Terrororganisation PKK und ASALA ist die Gründung eines neuen Staates in Ost- und Südostanatolien im Sinne der marxistisch-leninistischen Ideologie. Wenn die Gebiete, die Ziele der beiden Organisationen sind, in Betracht genommen werden, so sehen wir, dass sich die Ziele decken. In diesem Zusammenhang verstärkt sich auch die Ansicht, wonach eine dieser Organisationen der anderen als Vermittler dient.

    Den gefundenen Dokumenten zufolge, werden Militanten der armenischen Terrororganisation ASALA und der PKK gemeinsam in den Ausbildungslagern in Bekaa und Zeli ausgebildet.

    DAS 1987 ZWISCHEN DER PKK UND ARMENIER UNTERZEICHNETE ABKOMMEN

    Im Jahre 1987 wurde zwischen der Terrororganisation PKK und den Armeniern ein Abkommen unterzeichnet. Die Bestimmungen dieses Vertrags sind folgende:

    1. Die Armenier werden innerhalb der Terrororganisation PKK Schulungen führen.

    2. Pro Mann wird der Terrororganisation PKK jährlich 5.000 USD bezahlt.

    3. Die Armenier werden sich an kleineren Anschlägen beteiligen.

    Im Anschluss an dieses Abkommen stiegen die Armeiner innerhalb der Organisation auf. Zusammen mit Hermez Samuroujan, der für die Beziehungen zwischen der PKK-ASALA verantwortlich war, wurde am 18. April 1990 während einer Tagung ein Beschluss gefasst.

    1. Die Terrororganisationen PKK und ASALA werden gemeinsam verwaltet.

    2. Den Nachrichtendienst im Zusammenhang mit Anschlägen auf türkische Sicherheitskräfte wird Armenier führen.

    3. Nach der wahrscheinlichen Revolution werden die eroberten Territorien zu gleichen Bedingungen untereinander aufgeteilt.

    4. 75% der Ausbildungslagerkosten werden die Armenier tragen.

    5. In den Metropolen der Türkei werden Anschläge verübt.

    Nach grenzüberschreitenden Operationen gegen die Terrororganisation PKK, die sich ab Oktober 1992 in Nordirak niederließ, wurde der Terrororganisation ein großer Schlag versetzt und ihre Unterkunftsmöglichkeiten vernichtet. Demnach flohen einige PKK-Miglieder nach Iran und Armenien. Somit fingen die Aktivitäten der Terrororganisation PKK in Armenien an.

    Eine Gruppe der europäischen Vertrteter der Terrororganisation PKK gingen nach Armenien. Es ist bekannt, dass zwischen den Vertretern dieser Organisation und Armenien ein Abkommen unterzeichnet wurde, damit die Mitglieder dieser Organisation von Kars aus problemlos nach Armenien ein- und ausreisen konnten. Infolge der Auflösung der Sowjetunion und der Unabhängigkeitserlangung Armeniens hat die Terrororganisation PKK in den kurdischen Siedlungsgebieten im armenischen Gebiet die Möglichkeit erhalten, unterzukommen und die Organisation finanziell und moralisch zu unterstützen. Es ist auch bekannt, dass eine Mitgliedergruppe der Terrororganisation PKK am 19. und 20. Mai 1992 zusammen mit Armeniern und drei Kraftfahrzeugen zu einem Krieg gegen die aserbeidschanischen Türken von Urumiye nach Armenien reiste.

    DIE GEMEINSAMKEITEN DER ARMENISCHEN KOMITEES UND TERRORORGANISATIONEN

    Taschnaks, die in dem Jahr 1890 terroristische Methoden, wie "Bandengründung, Zerstörung der moralischen Werte der osmanischen Gesellschaften, Ermordung und Vernichtung der Türken unter Anwendung aller vorhandenen Mittel, Entziehung ihrer Unabhängigkeitsrechte, Bewaffnung und Vorbereitung der armenischen Minderheit zur Revolution und Terroranwendung, Gründung von Revolutionskomitees, Anschlagsgruppen und -Einheiten, Zerstörung und Plünderung der Institutionen, die unter der Verwaltung der Regierung stehen, unternahmen, haben nach den bolschewistischen Aufständen zwischen 1918-1920, um das heutige Gebiet "der armenischen Sowjet-Republik" zu erobern, die "armenische Republik" gegründet und politische Vorstösse eingeleitet. Doch dieser politische Prozess verhinderte die Terrorakte der Taschnaks nicht. Die im Jahre 1972 gegründete "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Völkermordes" leiteten gegenüber den türkischen Botschaften im Ausland Terroranschläge ein.

    Auch die marxistische Organisation Hindschak gründete die Terrororganisation ASALA, die zwischen 1973 bis 1985 Terroranschläge verübte. Diese Terrorogranisation wurde von der Hindschak auch gefördert und unterstützt.

    Wie auch immer die Armenier-Frage, das armenische Thema oder der armenische Prozess bezeichnet und mit welcher Idee auch immer erläutert wird, standen diese Begriffe bei den armenischen Organisationen immer in Zusammenhang mit dem Terror in Verbindung. Die Erwartungen und Ziele wurden immer auf Feindseligkeiten gegenüber den Türken und der Türkei, auf Blut und Rache aufgebaut.

    Die Gründung der armenischen Terrororganisation wurde immer mit einer begrenzten Belegschaft realisiert. Die von der Zertralverwaltung vorgesehenen Aktionen wurden immer von bestimmten Einheiten durchgeführt. Diese Einheiten werden der Öffentlichkeit unter verschiedenen Namen als Organisationen bekanntgegeben, als ob es sehr viele armenische Terrororganisationen gibt.

    Bei diesen Organisationen müssen die Zentralverwaltungen und ihre Organe nicht unbedingt in einem Gebiet oder an einem Ort sein. Sie können in verschiedenen Ländern und in verschidenen Gebieten eines Landes sein. Das gibt der armenischen Organisationen ein Aussehen der demokratischen und verbreiteten "Zentralisierung". Zwar ist nur das Ansehen so, in der Tatsache unterliegen alle armenische Terrororganisationen dem strengen diziplinierten Vorgehen der Zentralverwaltung.

    Die veröffentlichte Struktur der Organisationen sowie die Konflikte und Konkurrenzkämpfe unter den führenden Belegschaften führten zu einer Trennung. Man nutzt diese Situation aus. Spaltet sich eine Organisation in zwei oder mehrere Teile unter Führung von mehreren Personen, so werden diese Gruppen als andere Terrororganisationen bekanntgegeben.

    In den Organisationen ist die Geheimhaltung, wie bei allen anderen Terrororganisationen, der Belegschaft und ihrer Taten zu gewährleisten und diese Sache bildet eine weitere gemeinschftliche Eigenschaft. Aber um die Zentralverwaltung streng geheimzuhalten, zu schützen oder die Taten wirkungsvoller als Propagandamittel auszunutzen, geht man vorerst mit den Aktionen der Untergruppen und Einheiten an die Öffentlichkeit und bekennt sich dann zu den Anschlägen. Diesbezügliche Handlungen sind begrenzt und entsprechen dem Zweck der Propaganda und ihren Zielsetzungen.

    Bei allen armenischen Terrororganisationen sind die terroristischen Methoden ein Teil, sogar eine Periode der psychologischen Bewegungen. Die terroristischen Methoden können zum Zweck der Propaganda angewendet werden. Diese können aber auch nur für die Gewährleistung der Terrorregieme und zur Furchtausflösung angewendet werden. Die letzteren werden viel mehr gegen diejenigen eingesetzt, die sich gegen die Armenier und Organisationen aussprechen oder sich nicht nach den Anweisungen der Organisationen richten.

    Diese Organisationen verfügen über sehr weite Erfahrungen und Informationen im Zusammenhang mit der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Außerdem hat derjenige, der die Handlungen führt, sich mit den Institutionen und Gesellschaften sehr intensiv in Kontakt zu setzen und gute Beziehungen mit ihnen aufzubauen. Diese Aktivitäten gewähren den Organisationen genügende Lebens- und Ausbreitungsdauer.

    Die armenischen Terrororganisationen werden andauernd von einem oder mehreren Staaten direkt und oder indirekt unterstützt. Diese Staaten nutzen die Organisationen aus. Entweder zum Schutz ihrer eigenen geheimen Organisationen oder für die Geheimhaltung der pyschologischen Bewegungsinstitutionen.

    Die Feinseligkeit der armenischen Terrororganisationen gegenüber der Türken und Türkei ist ein moralischer Bestandteil ihrer Gründung, sowie Weiterfühung. Außerdem bauen sie auf dieser Feindseeligkeit die Rechte und Intressen auf. Ihre Feindlichkeiten gegenüber den Ländern, die mit der Türkei Beziehungen haben, sind nur vorrübergehend. Die Verbreitung der Terroranschläge in diesen Ländern oder mit dem Ziel auch Staatbürgern dieser Länder zu schaden, ist nur eine "Bedrohung" und kein Bestandteil der Feindseligkeiten.

    Während seiner historischen Periode wies der armenische Terror drei Phasen auf: Die erste ist die Armenier und die armenischen Gesellschaften unter Anwendung von terroristischen Aktivitäten für sich zu gewinnen und somit Armeniertum zu gewährleisten. Die Zweite ist die Bestrebung über die Anerkennung ihrer "Macht" und "Machtdimension" seitens der nichtarmenischen Öffentlichkeit, sowie das Intresse auf sich zu lenken. Die dritte Phase ist die Bereitstellung von Quellen, die bei politischen Entwicklungen und internationalen Vorteilskämpfen gegen die Türkei und den Türken ausgenutzt werden können. Das, am Ende des XIX. Jahrhunderts ausgenutzte, Thema über "die Minderheit, die keine Freiheit hatte, nicht gleichbereichtigt war und in Armut lebte" und das, am Ende des XX. Jahrhunderts aufgebrachte, Thema über "das Volk bzw. Nation, das unter dem Völkermord bzw. Massaker leidet" wurde für die Suche nach Quellen in internationalen Beziehungen eingesetzt. Und bei der ersten Möglichkeit würden diese Quellen ohne Zweifel gegen die Türkei seitens der Gegnerstaaten, sowie von den internationelen Organisationen eingesetzt. Die nichtveröffentlichten Ziele und Vorhaben aller Terrororganisationen sind die Ausnutzung der Möglichkeiten, die bei internationelen Konflikten zustandekommen werden. Dies hingegen ist enstprechend ihrem historischen Prozess ein Ziel und sogar Vorhaben, worauf sie warten, dass es sich ohne ihr Einmischen verwirklicht.

    NEUE TORRERPERIODE (1973 - 1985)

    Während der neuen armenischen Terrorperiode beabsichtigen die Terrororganisationen Taschnak und Hindschak die Förderung, Vorbereitung, den Aufbau, die Verbreitung des Terrorismus auf noch größere Gebiete, die Vervielfältigung der Ziele, die psychologische sowie moralische Unterstützung bei neuen Organisationsbemühungen, die Gründung neuer Terroreinheiten und -Gruppen, sowie die Vorbereitung für die Beziehungen und Kontakaufnahmen. Neben diesen beiden Terrororganisationen gibt es noch die Terrororganisation ASALA, über die am meisten gesprochen wird. ASALA ist die Abkürzung für "Armenische Geheimarmee für die Befreiung Armeniens".

    Die traditionelle Terrororganisation ist mit mit ihren Terroreinheiten und -Gruppen sowie der ASALA, als unabhängige Terororganisation, mit ihren unmenschlichen Methoden die Schöpfer der neuen Terrorperiode. Die moralische und psychologische Unterstützung sowie die Kontakte und Beziehungen der Terrororganisation ASALA kommt von den Hindschaks. Mit dieser Annäherung kann gesagt werden, dass der traditionelle Terrorismus vollkommen fortgeführt wurde und in den 60'er Jahren nutzte man die vorbereitete Atmosphäre und Möglichkeiten aus und ging noch weiter au die Jagd nach Türken und weiteren anderen Menschen.

    Einer der Hauptgründe des neuen armenischen Terrorismus beschreibt Michael M. GUNTER in seiner Untersuchung unter dem Titel "Armenien National Liberation", wie folgend: "Einer der Hauptgründe des armenischen Terrorismus ist, das einige Staaten und Personen diesen Kampf unterstützen. Diese Personen und Staaten erklären, dass die Gründe des Terrorismus anerkannt werden müssen..."

    Der Leister des "Zeitgenössischen Armenischen Untersuchungsinstitutes Zodjan" in Cambrigek, im US-Bundesstaat Massachusetts und Redaktionsleiter der Zeitung "Armenian Review", Gerard J.Bibaridjan, fasst diese Periode folgenderweise zusammen: "Auch, nach den sechzigjährigen Friedensbemühungen des türkischen Staates, sowie der großen Staaten auf der Welt, führten die Nicht-Anerkennung der Gefühle der Armenier zu einer neuen Periode des Terrorismus."

    Sogar der Führer der Terrororganisation ASALA Agop Agopian behauptete, dass die armenische Gewalt nach der Erfolgslosigkeit der von den traditionellen armenischen Parteien verfolgten Politiken zustandekam. All die Bemühungen diese Terrorakte als berechtigt darzustellen, reicht selbstverstandlich nicht aus, um die armenischen Terrorakte in der Geschichte als passend zu gerechtffertigen.

    DER armenischer TERROR (2)

    HINDSCHAK

    Die Organisation des Hindschak- Komitees (Glockenschlag) wurde von Avedis Nazarbelg, einem russischen Staatsangehörigen armenischer Herkunft aus dem Kauskasus und seiner Frau Maro, sowie von anderen Studenten aus dem Gebiet Kaukasus im Jahre 1886 in der Schweiz gegründet. Um die Ideen des Komitees zu verbreiten, wurde wieder unter dem Namen Hindschak eine Zeitung herausgegeben. Die Führer, sowie die Mitglieder dieses Komitees waren Armenier, die die russische Staatsangehörigkeit hatten. Dieses Komitee suchte sich als Arbeitsgebiet Ostanatolien aus. Nach einer Weile zog die Zentrale des Komitees von der Schweiz nach Londan um.

    Das Programm der Partei Hindschak ist sozialistisch, marxistisch und zentralistisch gerichtet. Grundsätzlich sind die Ideen von Karl Marx übernommen worden. Obwohl sich die Mitglieder dieses Komitees sozialdemokratisch bezeichnen, ist das politische Programm des Komitees vielmehr ein kommunistisches Manifest. Das Komitee nahm im Jahre 1890 eine Hauptfiliale in Istanbul, sowie weitere Filialen in weiteren türkischen Provinzen in Betrieb. Auf dieser Weise gelang es den Mitgliedern sich zu organisieren und ihre Aktivitäten durchzuführen. Grundsätzliches politisches Ziel dieses Komitees ist die Befreiung der in der Türkei lebenden Armenier von den Türken, die im Iran lebenden Armenier von Iranern und die in Russland lebenden Armenier von Russen. Anschließend sollen alle, die in diesen Ländern lebenden Kapitalisten vernichtet werden.

    DAS PROGRAMM

    Die Arbeiter und produzierende Klasse bilden die Mehrheit der ganzen Menschen. Die Befreiung dieser Klasse von der Ausbeutung der herrschenden und reichen Klasse, die das Kapital besitzen, kann nur dann realisiert werden, wenn die arbeitende bzw. produzierende Klasse die Produktionsinstrumente und -Mittel, den Boden, Fabriken, Bergbau, Förderungsmittel in ihrer eigenen Macht haben. Die Unabhängigkeit der produzierenden Klasse bedeutet die Befreinung der ganzen Menschen und des wirtschaftlichen Wohlstands.


    Um dieses Vorhaben zu realisieren und praktisch durchführen zu können, muss sich die produzierende Klasse in allen zivilisierten Ländern organisieren und ihre unterliegenden politischen Möglichkeiten in Bewegung setzen und zusammen mit den sich anderen Ländern befindenen produzierenden Klassen die kommunistische Revolution unternehmen. Dadurch werden andere Klassen beseitigt bzw. aufgelöst und die produzierende Klasse kann die sozialistische Ordnung gewährleisten. Unter dieser Ordunung kann das Volk seine eigenen Gesetze in Kraft treten lassen und seine Macht zeigen.

    (...)

    Heutzutage werden die Armenier von Klassen beherrscht und verwaltet, die dem Absolutismus unterliegen. Die Systeme dieser Klassen in Bereichen wie Finanz-, Verwaltungs- und Steuerwesen sind vernichtend für sie. Um sie herum herrscht einerseits die kapitalistische Produktionsart und andererseits wird, die alte Wirtschaftsform und Verwaltungsart aufgelöst.

    Unter der Einwirkung all dieser Bedingungen ist die Gewährleistung eines sozialistischen Systems, welches die armenischen Sozialdemokraten und andere Armenier umfassen soll, ein sehr weit entferntliegendes Ziel. Aus diesem Grund sollten alle Tendenzen und Bemühungen einem nahgelegenen Ziel dienen. Dieses nähere Ziel führte zur Gründung der sozialdemokratischen und revolutionären Hindschak Partei der Armenier. Diese näheren Ziele sind die folgenden:

    a. Einleitung einer Revolution

    b. Vernichtung der herrschenden Klassen und der absoluten Regierung

    c. Befreiung der Armenier vom Sklaventum

    d. Ermächtigung der Armenier, damit sie sich in politische Angelegenheiten einmischen können.

    e. Beseitigung der Hindernisse, die die Entwicklungen im kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen stören.

    f. Gewährleistung einer Atmosphäre, in der die Arbeiterklasse ihre Wünsche und Neigungen offen zur Sprache bringen kann.

    g. Verbesserung der schweren Arbeitsbedingungen.

    h. Gewährleistung von politischen Informationen, damit sich die Arbeiterklasse politisch organisieren kann.

    i. Erleichterung der Arbeiten des Volkes. Unterstützung des Volkes für die Erreichung der weit entfernt liegenden Ziele.

    Entprechend dieser Ideen, sind die nahen Ziele des Hindschak- Komitees der Sturz der absoluten Regierungsform und Klassen, die Umwandlung dieser Regime zu demokratischen und konstitunellen Regierungen. Die Hauptforderungen für diese Ziele sind die folgenden:

    a. Um das Volk vertreten zu können, werden Wahlen, an denen sich alle Schichten beteiligen, veranstalltet und ein legislatives Parlament gegründet. Dieses Parlament muss über Urteilsrecht in politischen, wirtschaftlichen und allen anderen staatlichen Angelengenheiten verfügen.

    b. Den Provinzen ist eine breite Autonomie zu gewährleisten.

    c. Dem Volk ist eine bedingungslose Freiheit zu gewährleisten.

    d. Das Volk muss das Recht haben, jeden Regierungsbeamten,jedes Dienstleistungspersonal im öffentlichen Bereich, Sicherheitsbeamten, sowie Beamten im Bereich des Bildungs- und Juztiswesen frei wählen zu können.

    e. Ohne Unterschiede in der nationalen und klassischen Herkunft zu machen, muss jedem volljährigen Staatsbürger das Recht gegeben werden, einen Vertreter für die Provinz- und Autonomieregierungen wählen zu können.

    f. Alle Staatsbürger müssen vor dem Gesetz ohne Unterschiede ihrer Nation oder Religion gleichberechtigt sein.

    g. Es müssen die Rechte auf Pressefreiheit, Meinungsäußerung, Versammlung, Gründung von Vereinen sowie für den Wahlkampf gewährleistet werden.

    h. Alle Staatsbürger und ihre Häuser müssen vor Angriffen in Schutz genommen werden.

    i. Die Kirchen müssen von der Regierung getrennt werden. Sämtliche religiöse Institutionen und Organisationen müssen ihre Existenz durch Spenden und Unterstützungen der, ihnen gebundenen Personen weiterführen.

    j. Das ganze Volk muss seinen Wehrdienst zur Zeiten des Friedens als Milizsoldat leisten.

    k. Es muss eine laizistische Schulpflicht eingeführt werden. Die Regierung muss die Armen unterstützen.

    Da sie die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Volkes in sich enthalten, sind die obengenannten politischen Rechte zu erwerben. Ferner sind die unten aufgeführten Bedingungen zu erfüllen.

    a. Das gegenwärtige Steuersystem ist abzuschaffen. Anstelle dessen ist ein fortschrittliches Steuersystem einzuführen, das sich den Zahlungsmöglichkeiten anpasst.

    b. Indirekte Steuern müssen aufgehoben werden.

    c. Die Dorfbewohner müssen von sämtlichen Schulden befreit werden.

    d. Durch die Unterstützung der Regierung und des Volkes sind Landwirtschaftsmaschinen einzuführen. Der Gebrauch dieser Maschinen ist zu lehren. Die Maschinen müssen dem Volk übergeben werden.

    e. Unter dem Volk sind landwirtschaftliche Kooperationen zu bilden. Das Ziel dieser Kooperationen muss sich nach der Verwaltung des Verkaufs von landwirtschaftlichen Produkten, sowie dem Kauf von Samen, Getreiden etc. richten.

    f. Für die Förderung und Kontakaufnahmen sind Mittel zu beschaffen.

    g. Die Regierung muss den Arbeitern Hilfe leisten, damit sie nicht ausgebeutet werden. Die Regierung muss zum Schutz der Arbeiter Gesetze verabschieden.

    Die Mehrheit der Armenier sind türkische Armenier und sie leben zum Großteil auf türkischen Territorien. Das Anliegen der armenischen Mehrheit wurde mit dem Artikel 61 des Berliner- Abkommens sowie der Kraft der anderen internationalen Bedingungen zu einem Recht und wurde von den großen europäischen Staaten anerkannt.

    Die Unordnung der osmanischen Politik, Finanz und Wirtschaft, die Auflösung des Imperiums, der Untergang, der Bankrott, die Unruhen im Inland, sowie die Erschütterung des Staates sowie die Einwirkungen europäischer Länder unterstützten diese Faktoren. Die osmanischen Territorien in Europa wurden systmatisch geteilt und von den Regierungen der europäischen Staaten übernommen. Aus diesen Gründen wurde beschlossen, die unten aufgeführten Maßnahmen zu treffen.

    a. Die Mitglieder der armenischen Komitees werden sich darum bemühen, die gegenwärtigen Anliegen der Armenier zu verteidigen und zu beenden.

    b. Aus diesem Grund wird das Arbeitsgebiet der Revolution die Türkei sein, wo Armenier leben.

    c. Da die Zukunft der Armenier von der Zukunft der Osmanen getrennt werden muss, ist die erste Bedingung für das nächste Ziel der Armenier die armenische Unabhängigkeit.

    Der beste Weg für die Annäherung der Armenier an ihr nächstes Ziel ist eine Revolution, welche die Ordnung der türkischen Gebiete auf denen Armenier leben, durcheinanderbringt. Mit einem allgemeinen Aufstand kann man der türkischen Regierung den Krieg erklären. Die Mittel dieser Bestrebungen sind:

    a. Propagandaführung unter den Arbeitern und dem Volk unter Verwendung von Publikationen, Büchern und Reden. Verbreitung der revolutionären Ideen der Partei Hindschak. Gründung der revolutionären Organisationen unter dem Volk und die Einleitung von Aufständen.

    b. Bestrafung der türkischen Agenten, Kommisare, Spione und Verräter. Anwendung der terroristischen Methoden und Mittel zur Verteidigung der revolutionären Organisationen und zum Verhindern der Bemühungen der Volksfeinde.

    c. Um das Volk gegen die Angriffe der Regierungssoldaten und Volksstämme zu verteidigen, wird eine bewaffnete Truppe bereitgestellt und ein Angriffsregiment gebildet. Dieses Angriffsregiment wird als führende Gruppe bei einem eventuellen Aufstand beauftragt.

    d. Es wird eine allgemeine revolutionäre Organisation gegründet, die aus vielen miteinander verbundenen Gruppen besteht und in einer Einheit ihre Taten führen und die gleichen Taktiken durchführen soll. Diese Organisation ist von einer Zentrale aus zu leiten. Alle Mächte und Pflichten der sich in der Türkei befindenen Organisationen unterliegen der Satzung des Hindschak-Komitees, dessen Organisation, Handlungen und Tätigkeiten in einer Verordnung aufgezählt sind.

    e. Es werden Zwischenfälle eingeleitet, um einen Aufstand zu provozieren.

    f. Die Kriegserklärung bzw. Führung eines Staates gegenüber der Türkei ist, die günstigste Bendingung für den Erfolg eines Aufstandes.

    g. Es müssen Bestrebungen geleistet werden, um die auf türkischen Territorien lebenden anderen Minderheiten, die das gleiche Schicksal der Armenier teilen, auf unsere Seite zu ziehen. Zusammen mit diesen Minderheiten sind Kriege gegen den gemeinsamen Feind, und zwar gegen die türkische Regierung zu führen. Das grösste Ziel der Organisation Hindschak ist die Gründung einer Föderation, wie in der Schweiz, mit der Unterstützung der anderen Minderheiten, zur Befreiung von der osmanischen Unterdrückung.

    Das Hindschak-Komitee führte marxistische Propagandaaktivitäten, die der Arbeiterklasse entsprach. Um Unruhungen anzustiften und eine Revolution einzuleiten, haben sich die Jugendlichen, religiöse Führer, Abenteurer und Arbeitlosen sehr viel Mühe gegeben. Sie wollten sich unbedingt dem Komitee anschließen und sich dort beschäftigen. Die Verwalter des Komitees führten ihre Arbeiten im Sinne der Ideen der Arbeiterklasse durch. Sie beabsichtigten eine armenisches Proleterait zu schaffen. Diese Handlungen und Arbeiten des Komitees sind den Lebensbedingungen der Türkei zufolge, zu nie mehr als eine sozialistische Propaganda geworden. Die vom Hindschak-Komitee unternommenen Aufstände wurden von vielen Ländern, vor allem von Russland unterstützt und ausländische begabte Kämpfer haben sich an solchen Bewegungen beteiligt.

    Die unternommenen Taten und Aufstände der Armenier verursachten im Land große blutige Ereignisse, die nicht wieder gut gemacht werden können. Um die Organisationen des Hindschak-Komitees zu gründen, kamen in Genf Schimavon aus Tibilisi, S.Danieljan aus Iran, der russische Staatsangehörige Rupen Hanazat aus Trabzon und H.Megavorjan aus Batumi zusammen. Nach langen Diskussionen wurde das Zentrum des Hindschak-Komitees in Istanbul gegründet. Dieser Organisation schlossen sich auch andere in Istanbul vor dem Jahr 1890 gegründete revolutionäre Organisationen an.

    Wie aus diesen Feststellungen zu entnehmen ist, war das Urteil das Schicksal der in der Türkei lebenden Armenier den russischen Armenier überlassen worden. Indessen wurden diejenigen, die sich nicht dem Komitee anschlossen und keine finanziellen Unterstüzungen leisteten, unterdrückt bzw. ermordet. Die Organisationen haben sich sehr schnell in anatolischen Provinzen verbreitet.

    IHRE TÄTIGKEITEN

    Die Verordnung und das Programm des Vereins- Hindschak wurde im Jahre 1909 in Istanbul gedruckt. Diese Verordnung wurde gemäß dem Vereinsgesetz dem Innenministerium vorgelegt. Die notwendigen Vorgänge wurden durchgeführt. Am 8. Februar 1909 wurde der Zulassungsbescheid mit der Nummer 90 vom Regierungsbezirk Istanbul ausgehändigt. Diese Verordnung besteht aus fünf Teilen.

    Die beschlagnahmten Beschlussbücher des armenischen Hindschak- Komitees der Jahre 1910, 1911, 1912 und 1913 enthielten folgende gefasste Beschlüsse:

    a. Bemühungen zur Beschaffung von Waffen, Munition und Sprengstoff werden geleistet.

    b. Ausbildung zum Erlernen des Waffengebrauchs werden vorgenommen (Von Marufjan, Javrujan, Candan).

    c. Die Propagandas werden beschleunigt.

    d. Es werden Kontakte zu den Taschnak-Komitees aufgenommen.

    e. Es sollen Beziehungen mit den Anhängern der Partei für Einheit und Fortschritt aufgebaut werden.

    f. Es werden Banden im Gebiet Van gegründet und geleitet (diese sind: Orsfan, Cang, Godschnak, Juradschak, Penchak, Badami, Tejohenk, Maro und Paros)

    Das Hindschak- Komitee veranstaltete am 24. Juli 1914 seinen dritten Kongress in der Türkei. Bei diesem Kongress, an dem 28 Vertreter von 51 Filialen unter dem Vorsitz von Changüljan und dem Sekretäriat von Tanchutjan teilnahmen, wurden folgende Beschlüsse gefasst:

    "Unter Berücksichtigung der großen Verantwortung und den dadurch möglichen Gefahren und für den Beweis, dass wir zivilisierte Menschen sind, liegt der Erfolg unserer Ziele in gut durchdachten Handlungen."

    Daraufhin fingen die Mitglieder des Hindschak-Komitees im Jahre 1896 an die Türkei zu verlassen. Unter den Mitgliedern dieses Komitees kamen Konflikte auf und somit wurden Komitees geteilt. Ein Teil nahm den Name "tatsächliche Hindschaks" (Nazarbeg-Anhänger) der andere Teil hingegen den Namen "Reformistische Hindschaks" (Veragasmijal Hindschak) an. Diese beiden Gruppen wurden von einer Person Namens Erpijar Arpiarjan geleitet.

    Beide Komitees richteten sich nicht nach einem Prinzip bzw. Programm, sondern nach den Ideen und Haltungen ihrer Verwalter. Sie waren auf ihren eigenen Vorteil bedacht und haben dies auch verteidigt. Die Konflikte unter diesen Gruppen führten zu Straßenkämpfe. Einige wurden geschlagen sogar getötet.

    Das armenische Volk, das begriff, dass die Hindschaks marxistisch gesinnt waren, haben die Ideen der Komiteemitglieder abgelehnt. Die Kämpfe haben im Jahre 1902 an Intensität gewonnen. Zahlreiche Komiteemitglieder, die Anhänger der beiden Gruppen waren, wurden in Großbritannien, Russland, Ägypten, Bulgarien, Kaukasus und Iran erschossen. Obwohl nach dem Aufstand in Van einige kleine Banden den Namen Hindschak getragen haben, waren diese nicht mehr tatkräftig. Bei der Auflösung des Hindschak-Komitees spielten auch einige Hindschakführer eine große Rolle, die das geheime Ziel Russlands erkannten. TASCHNAK

    Das Taschnack-Komitee, das auch "Armenisch Revolutionäre Föderation" genannt wird, hat wichtige Rollen beim Aufkommen der Armenier-Frage gespielt. Die Aktivitäten des Komitees wurden nach dem die Kommunisten "dier armenische Republik" eroberten, in den USA, Libanon, Iran, Frankreich und Griechenland als Partei im Exil fortgesetzt. Das Taschnak-Komitee, das verschiedene Aktivitäten auch in der Gegenwart fortsetzt, besteht aus unterschiedlichen Terroreinheiten und Gruppen.

    1.Organisationsstruktur

    a. Büro: Das Büro ist das höchste Organ der Organisation. Die Verwaltung der Organisation wird gemäß der Beschlüsse bzw. Anweisungen des "Büros" geleitet. Das wird von einer kollektiven Führergruppe verwaltet. Das Büro besteht aus jeweils einem Mitglied aus Kalifornien, Frankreich und dem Iran und jeweils 5 Mitgliedern aus dem Libanen. Die Mitglieder bestimmen untereinander einen Vorgesetzten. Bis zum Bürgerkrieg in Libanan war das Büro in Libanon. Nachdem Bürgerkrieg wechselte das Büro der Reihe nach in die USA, nach Griechenland und Frankreich um. Man vermutet, dass das heutige Büro die Aktivitäten von den USA aus verwaltet. Die Mitglieder, Beschlüsse, sowie die Verwaltungsgrundlagen des "Büros" sind geheim. Es ist bekannt, dass der im Iran geborene und in Griechenland lebende Hrair Marukijan den Vorsitz des Büros bis 1985 geführt hat.

    b. Zentralkomitee - Es ist das oberste Verwaltungsorgan der Organisation und stellt die Verbindung zwischen dem Büro und den lokalen Gruppen, sowie der Organisationen dar. Das Zentralkomitee wird in Gebieten gegründet, auf dem die armenische Bevölkerung zahlreich vorhanden ist. Obwohl es in Libanon und Frankreich je ein "Zentralkomitee" gibt, gibt es in den Vereinigten Staaten zwei "Zentralkomitees" und zwar das "Zentralkomitee der östlichen Gebiete" und das "Zentralkomitee der westlichen Gebiete". An der untersten Stelle dieser Struktur, die einer Pyramide gleicht, befinden sich die lokalen Organisationen und Organe. Diese Oranisationen und Organe werden nach verschiedenen "armenischen Themen" genannt. Die wichtigsten unter diesen sind: Der "Armenische- Jugendbund", "Jugendorganisation", "Pfadfinderorganisation der Schüler und Schülerinnen" und "Sport- und Kulturorganisationen".

    c. Das Zentralkomitee bzw. die Zentralkomitees haben auch Propaganda- und Presseeinheiten, Komitees für juristische Angelegenheiten, für das Finanzwesen und für das Militär sowie ein "Überwachungskomitee für die armenische Imigration". Dies, sind viel mehr Dienstleistungen im Bereich der Auskunft und Technik. Der Titel "Armenische Revolutionäre Föderation" wurde zum Verbreiten der Propaganda, sowie zum Verhindern von Reaktionen unter der westlichen Öffentlichkeit geändert und nahm den Namen "Armenisches Nationalkomitee" an, welches die politischen Handlungen für Taschnak führt. In verschiedenen Propagandaaktivitäten werden beide Namen genutzt, als ob sie zwei verschiedene Organisationen seien.

    2. Ihre Vorhaben und Ziele

    Die Organisation Taschnak hat das Ziel, ein nichtkommunistisches Armenien zu gründen und Entschädigung für die Behauptungen nach türkischen Verbrechen an Armeniern zu erhalten. In den Presseorganen der Taschnacks werden diese Ziele wie folgend dargelegt: "Wir werden weiterhin auf den Friedensvertrag von Sevres beharren. Dieses Abkommen ist ein Meilenstein uneres Kampfes... "

    Das endgültige Ziel der Taschnak kann man mit dem "Vier-T-Plan" zusammenfassen: Bekantmachung der Behauptungen nach einem Völkermord anhand von terroristischen Methoden, die Anerkennung dieser Behauptungen durch die Türkei, Entschädigungszahlungen seitens der Türkei und letzendlich die Rückgabe der den Behauptungen nach von der Türkei besetzten armenischen Gebiete.

    3. Ihre Strategien, Vorgehen und Handlungen

    Zwar stellt die Organisation Taschnak ihre Strategie in der Form von "Verwirklichung der Ziele auf friedlichen Wege" dar, doch ihre Aktivitäten der vergangenen Jahre zeigen, dass die Taschnak wie eine Terrororganisation gehandelt hat.

    Die Terrororganisation "Gerechtigskeitskommandos des armenischen Genozids" wurde von der Taschnak gegründet. Der Name dieser Organisation wurde später als "Armenische Revolutionsarmee" geändert. Alle Verbrechen und Bombenanschläge dieser Organisation wurden von der Taschnak geplant. Doch die Terrororganisation der Taschnak unterscheidet sich von der ASALA in einem Punkt. Die ASALA macht bei ihren Anschlägen keine Unterschiede zwischen Türken und anderen Staatsangehörigen. Die Terrorgruppen, die nach den Anweisungen der Taschnaks handeln, verfolgen nur ein Ziel, nämlich Türken bzw. türkische Botschafter zu ermorden.

    Nach der Mordtat an den türkischen Generalkonsul in Los Angeles im Jahre 1982 erklärte die Terrorarganisation "Gerechtigkeitskommandos", ihr einziges Ziel seien die türkischen Diplomaten und türkische Institutionen. Die ist der beste Beweis dafür, dass diese Terrorgruppe eine Untergruppe der Organisation Taschnak ist. Die gleiche Erklärung wurde auch infolge des Angriffs der "Armenischen Revolutiosarmee" auf den türkischen Botschafter in Lissabon wiederholt.

    Taschnaks haben sich im XIX. und XX. Jahrhundert mehr nach dem Westen gerichtet und versucht die Öffentlichkeit im Westen zu beeinflussen. Die Organisation Hindschak richtete sich mehr nach Russland.

    Die Strategie der armenischen Terrororganisation wurde infolge der Angriffe auf die türkischen Botschafter folgenderweise dargestellt:

    "Es gibt zwei Phasen um das endgültige Ziel dieser Befreiungsbewegung zu erlangen. Die erste Phase ist die Gewährleistung der Unterstützungspunkte. Dies wird als "inländische Propaganda" genannt. Die zweite ist die Bekanntmachung im Ausland, d.h. die Sympathie der Welt auf sich zu lenken. Zumindest muss man sich darum bemühen, das Interesse der Weltöfffentlichkeit auf sich zu ziehen. Dies hingegen bedeutet mit anderen Worten " Es ist die Zeit für die Demonstrationen..."

    Die Eigenschaften der Taschnak werden von Varanchijan, dem Historiker der Partei Taschnak, mit folgenden Erklärungen dargestellt:

    "Vielleicht hat keine andere revolutionäre Partei -nicht einmal die russische Nazodovoletz und italienische Carbonaries, die sehr viele Erfahrungen in terroristischen Aktionen hatten und die vor nichts zurückhielten- solch respektlose Terroristen wie die Taschnak ausgebildet. Hunderte von bewaffneten Kämpfern waren mit Bomben und Handscharen ausgerüstet und wurden für die Rache ausgebildet..."

    4. Die Kongresse in in Wien und München

    Während des 22. Kongress der Partei Taschnak, der am 27. Dezember 1981 in Wien veranstaltet wurde, wurden folgende Beschlüsse gefasst:

    · Das Ziel der Partei ist die Gründung eines vereinigten und freien Armeniens.

    · Andere armenische Organisationen sind durch die Vermittlung von politischen Komitees und der Ausübung von Druck auf die Seite der Taschnak zu lenken.

    · Mit den westlichen Ländern sind engere Beziehungen zu knüpfen.

    · Mit sowjetischen Armeniern sind Kontakte aufzubauen. Die armenische Umsiedlung muss gestoppt werden.

    An dem Kongress in München im Jahre 1984 nahmen aus 15 Ländern Parteivertreter teil und fassten folgende Beschlüsse zusammen:

    · Um den armenischen Kampf bekanntzumachen, müssen neue Kampagnen gestartet werden.

    · Es müssen verschieden friedliche und legale Wege eingeleitet werden, um eine politische Lösung für den armenischen Kampf zu finden. Zum Beispiel müssen im US-Kongress und der UN-Menschenrechtskomission Kontakte zu diesem Thema aufgenommen werden, damit der (angebliche) Völkermord an Armeniern anerkannt wird.

    Im Anschluss an den Kongress hieß es in der veröffentlichten Dekleration wie folgend:

    "Die Rechte der armenischen Völker müssen mit der Anerkennung des armenischen Völkermordes von Seiten der Türkei gewährleistet werden. Wir werden uns weiterhin für eine Entschädigung der menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verluste und für die erneute Gründung des tausendjährigen armenischen Vaterlandes einsetzen..."

    Die Beschlüsse beider Kongresse sind hinsichtlich der Festlegung der Themen, die als Propagandamittel der Taschnak genutzt werden, von Bedeutung.

    5.Ihre Unterstützer und die Beziehungen

    Die Taschnak wird viel mehr von den USA und europäischen Staaten unterstützt. Ihre Beziehungen basieren möglichst auf keiner Kontakaufnahme zu den anderen Terrororganisationen. Sie hat zu den verschiedenen Organisationen der genannten Staaten Beziehungen. Ihre hauptsächlichen Unterstützungsquellen sind die Kirchen und der Kirchenbund, sowie die "armenischen Lobies" und "die Forschungszentrale".

    6.Die politischen Entwicklungen

    Bis zu den 70'ger Jahren wurden die Politiken der armenischen Taschnak-Terrororganisation von der Gründung und Unabhängigkeitserlangung der sowjetischen Armenier" fetsgelegt. Aus diesem Grund wurden die Feindselikeiten gegenüber der Sowjetunion vorrangiger. Gegen diejenigen, die sich für die sowjetischen Armenier einsetzten und diese verteidigten, wurde ein grausamer Kampf eingleitet. Der Grund für den Mord an dem Erzbischof der armenischen Cross-Kirsche in New- York während einer Weinachtspredigt durch einen Taschnak-Terroristen, war seine Zustimmung für die Lage im sowjetischen Armenien.

    Mit der Auflösung der führenden Ämter und Stellen in der armenischen Republik nach 1970 auf Grund von Tot und anderen Ursachen, führte diese zu bedeutenden Veränderungen in der Politik der Taschnaks. Sie richtete sich nur noch gegen die Türkei und Türken. Im Jahre 1972 wurde die von der Taschnak gegründete und organisierte Terrorgruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" eingesetzt. Die Zeitung Aztag Schapatorjag, das Propagandaorgan der Taschnaks, gab mit der Aussage "der letzte Weg und Ausgangspunkt der zeitgenössischen Befreiungskämpfe ist der Terrorismus" die Methode der neuen Periode bekannt.

    Doch der Anschlag auf dem türkischen Botschafter in Lissabon brachte der Taschnak kein Ansehen. Obwohl nach diesem Anschlag der Name der Gruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" als "Armenische Revolutionsarmee" geändert wurde, wurde diese Namensänderung kein Retter für die Taschnaks. Der Taschnak-Attentäter Susanjan wurde im Jahre 1984 festgenommen und verurteilt. Vor allem dieses Ereignis beeinträchtigte die Politik der Organisation Taschnak. Während dieser Periode verlor die Taschnak die Unterstützung der amerikanisch-stämmigen Armenier. Die Zeitung "Armenien Reporter" berichtete in ihrem Artikel, dass die Taschnak-Partei von Armenier aus dem Libanon und dem Ausland geführt werde und hilflos gegenüber der Mehrheit sei, die den Terrorismus nicht unterstütze.

    Der terroristische Flügel wurde geschwächt und es kam zu Konflikten unter den Taschnakmitglieder, vor allem unter den Verwaltern und Vorsitzenden der "Büros" und "Zentralkomitees". Die Leitung der Organisation hat sich in zwei Gruppen geteilt. Die mächtigen Männer des "Büros", die Vertreter des Zentralkomitees im Libanon sowie die Vorgesetzten wurden in Libanon ermordet oder vermisst. Ende 1985 war nicht mehr die Rede über eine Einheit in der Taschnak.

    Zwei Faktoren spielten eine wesentlich große Rolle an der angelangten Situation der Taschnak. Der erste Faktor ist die Veröffentlichung der Beziehungen zwischen den Taschnak-Verwaltrn und den Geheimdiensten einiger Staaten. Dadurch stellte sich heraus, dass diese Geheimdienste die armenischen Kirchen aus einer Zentrale aus leiten wollten. Der zweite Faktor ist der Kampf zwischen der ASALA und Taschnak. Die ASALA-Verwalter verwendete für die Taschnak die Aussage: "Parasiten, die das Blut der Armenier aussaugen und ihr Leben auslöschen".

    7.Ihre Presseorgane

    Die Organisation Taschnak wurde durch die armenischen Komitees und Terrororganisationen, die im Bereich der Propaganda sehr viele Erfahrungen hatten, unterstützt. Durch Kommunikationsmitte wie die periodisch bzw. nichtperiodesich erscheinenden Zeitschriften, gekaufte Radiosendungen, private Radios und Fernseh- und Videofilme etc. erhielten sie die Möglichkeit, ihr Ziele, Bewegung und Politik der Weltöffentlichikeit mitzuteilen. Sehr viele Staaten haben diesbezüglich der Organisation Taschnak unterstützt und der Oraganisation ihr Interesse entgegenbracht.

    Die wichtigesten Presseorgane der Taschnak in den USA waren "Hayrenik" und "Asbarez", sowie die auf englisch veröffentlichte "Armenian Weeky".

    Obwohl die Anzahl der Mitglieder dieser Organisation begrenzt ist, ist es von Bedeutung, dass sie in Städten wie z.B. Paris, Bukarest, Erivan und München 22 Weltkonferenzen veranstaltet haben, die zum Propagande zur Verbreitung der Organisation dienten.

    ASALA (ARMENISCHE GEHEIME ARMEE FÜR DIE BEFREINUNG ARMENIENS)

    In der Zeit von 1973 bis 1985 war am meisten die Rede von der armenischen Terrororganisation ASALA. Über ihre Gründung, Organisationsstruktur, sowie Tätigkeiten und Handlungen gibt es keine genaueren Informationen. Diverse armenische Quellen und Publikationen geben Informationen über einige Personen der Terrororganisation ASALA. Dies sind Informationen über Angelegenheiten, die die Terrorgruppe verbreiten will oder keine Probleme in ihrer Veröffentlichung sieht.

    Es gibt Ansichten darüber, dass die Gründung der Terrororganisation ASALA, mit den Ereignissen im Libanon in Verbindung steht und ihre Tätigkeiten sich unter den Handlungen der palästinensischen Befreiungsorganisationen befinden und nach den Angeregung dieser Organisationen gegründet wurde. Es gibt aber auch Publikatinonen darüber, dass einige Armenier sich vereinten und eine neue Terororganisation gründeten und diese Organisation in kurzer Zeit die wirkungsvollsten Terroroakte verübt hat. Doch sind all diese Informationen sehr weit entfert von einer Erklärung über die Gründung der Terororganisation ASALA. Bevor man die Bedingungen der Gründung und die Lücke, die dieser Terrororganisation füllte, nicht aufklärt, werden die gegenwärtigen Bedenken nicht beseitigt.

    Vorerst muss verstanden werden, dass die ersten Bewegungen des armenischen Terrors in der neuen Periode den Politiken und Zielen der armenischen Terrororganisation Taschnak entsprachen. In sehr vielen Quellen wird dargestellt bzw. nachgewiesen, dass die Terrororganisation Taschnak während der Geschichte, sowie in der genannten Periode pro-westlich gesinnt war, sich die türkischen Ziele angeeignet hatte. Sie verfolgte hinsichtlich des Terrors eine begrenzte Politik. Ihre diesbezügliche Politik wurde auch von westlichen Staaten unterstützt. Es liegen auch Beweise über ihre Kollaboration vor. Dass diese Terrororganisatinon andere Verhalten zeigt, ist bezüglich ihrer historischen und strukturellen Entwicklung unmöglich. Auf diesem Gebiet ist einen Freiraum. Eine verlockende Zukunft, marxistisch-revolutionär, bilden die neuen armenischen Widerstandsorganisationen, wie sie in Frankreich genannt werden, für die sich die neue Generation interessiert. Dabei wurde dieses Gebiet schon längst von der Hindschak ausgefüllt. Und seit den 60'er Jahren bereiten auch die Hindschaks mit verschiedenen Ideen eine neue Terrorperiode vor. Aber in der Gegend waren keine Hindschaks, sondern die neue Terrororganisationen, wie ASALA, die sich eine neue Organisation nannte. Wenn man die Ziele, Poliken und Vorhaben der Hindschaks unter die Lupe nimmt, könnte man meinen, dass die Terrororganisation ASALA, eine Organisation der Hindschak ist. Doch die Bedingungen Libanons und die neuen Zwischenfälle brachten diese Gruppe als eine neue armenische Terrorgruppe an die Tagesordnung der Welt hervor. Diese Gruppe wurde durch die Fälle, zu denen sie sich bekannte, berühmt. In der Realität hingegen, hatte sich nichts geändert. Im historischen Prozess standen wieder zwei armenische Terrororganisationen auf der Bühne. Doch steht eine dieser Terrororganisationen im Vordergrund und verfügt über ihre Terrorgruppen und Einheiten über Spielraum. Die andere ist nicht auffällig und neben einer einer geistlichen und psychologischen Unterstützung, stellt sie als eine armenische Terrorgruppe Arbeitskräfte und -Erfahrungen zur Verfügung. Diese Gruppe verübte zusammen mit anderen Gruppen und Belegschaften Terorakte.

    1.GRÜNDUNG UND ORGANSATIONSSTRUKTUR

    ASALA wurde im Jahre 1975 gegründet. Unter den 6-7 gründenden Mitgliedern ist Agop Agopjan der aktivste und bekannteste Führer der Organisation. Der zweite ist Agop Tarakdschijan, der die schwersten Verbrechen persönlich begang und Terrorakte verübte. In der Abwesenheit Agop Agopjans führte er die Organisation an, damit sie tatkräftig blieb. Er starb in 1981. Agopjan war, abgesehen von der Zeit seiner Verletzung und Behandlung, der ununterbrochene Führer der Organisation. Er wurde als ein Mitglied der palästinensischen Befreiungsorganisation bekannt und trug den Titel "Mücahit" (Glaubenskämpfer).

    Die Stuktur der Organisation entspricht dem traditionellen Aufbau der armenischen Terrororganisationen. Das Zentralkomitee im Libanon übernahm die Leitung als Vorgesetzter. Vor allem hat sich dieses Komitee im Jahre 1980 wesentlich umstrukturiert und die Eigenschaft eines "Büros" erworben. Nach den Anweisungen des Zentralkomitees richten sich die Unterkomites und Organe wie z.B. das politische Komitee, das Finanzkomitee, das Propaganda- und Veröffentlichungskomitee, das Auskunftskomitee und das militärische Komitee. Das militärische Komitee ist ein Organ, dem die Aktionsmanschaften unterstellt sind.

    2.VORHABEN UND ZIELE

    Die Terrororganisation ASALA hat durch am Ende 1981 veröffentlichtes, "politisches Programm" ihre Ziele der Weltöffentlichkeit bekanntgegeben. Gemäß dieses Programm ist das Ziel der ASALA "Die Gründung eines vereinigten Armeniens unter der Führung einer demokratischen, sozialistischen und revolutionären Regierung". Es ist aber nicht klar, was mit dieser beschriebenen Regierung gemeint ist. Die Sowjetunion und andere sozialistische Staaten werden um Hilfe gebeten und das sowjetisch- armenische Volk wird als Stützpunkt eines langjährigen Kampfes angenommen.

    Im politischen Programm werden die Feinde in zwei geteilt. Die erste Gruppe sind die "lokalen Reaktionäre", und zwar die Armenier, die gegen die ASALA sind bzw. die nicht auf der Seite der ASALA stehen. Unter dieser Gruppen befindet sich auch die Terrororganisation Taschnak. Die zweite feindliche Gruppe ist "der türkische Imperialismus, der durch den internationelen Imperialismus unterstützt wird".

    Die ASALA veröffentlicht und nimmt an, dass zur Befreiung des "armenischen Gebiets" eine revolutionäre Gewaltanwendung die hauptsächlichste Methode ist. Laut dem Programm wird die ASALA diejenigen, die gegen die Hegemonie der herrschenden Klasse widerstehen, die ASALA unterstützen und sich bemühen um in der internationelen und revolutionären Bewegung eine Koalition zu gründen und diese zu unterstützen werden als wahre Armenier angesehen. Um das zu erreichen, ist die Gewaltanwendung und der Terror eine unverzichtbare Methode.

    Für die Umsetzung ihrer Ziele, trägt die Auswahl der Personen bei Terrorakten wie z. B. die Türken oder Türkenfreunde keine große Bedeutung. Auch ist die Wahl von Privatpersonen oder Juristen unwichtig. "Das terroristische Verbrechen ist eine Tat, Hauptsache ist der Umfang dieser Tat". Es kann sein, dass die Ziele an zweiter Stelle des Plans stehen. Aus diesem Grund müssen Massaker, Morde, Bombenanschläge in den Vordergrund treten. Der Mord an Kindern, Frauen, türkischen oder anderen Staatsangehörigen ist eher unwichtig. Doch wurden Terroranschläge auf Türken oder die Türkei Priorität eingeräumt. Die Gründe für die Anschläge auf die Flughafen von Ankara und Paris, auf den großen Bazaar in Istanbul sowie der Anschlag von Orly sind die Dimensionen der Geschehen, sowie ihre Wirkungen auf die Welt.

    3.IHRE STRATEGIEN, VORGEHEN UND HANDLUNGEN

    Die hauptsächliche Strategie der ASALA ist die Vereinigung aller fortschrittlichen armenischen Bewegungen auf der Welt unter einem Dache (Libanon) und die Verwaltung dieser Bewegungen aus einem Zentrum. Zusammengefasst kann man sagen, dass die fortschrittlichen Armenier sich unter dem Dach der ASALA vereinigten und "die Volksbewegung von ASALA"einleiteten. Somit können die fortschrittlichen armenischen Einheiten offiziell kollaborieren und ihre Kräfte vereinen.

    Die ASALA rief im Sommer 1981 alle fortschrtlichen Armenier auf der Welt auf, sich im Libanon zu treffen. Hier wird der Begriff "fortschrittlich" im Sinne der "sozialistisch - maxistischen" Theorien angewendet.

    Der zweite Schritt der Strategie war mit Hilfe der sozialistischen Staaten die Kräfteunion zu verbreiten und eine Kriegsära einzuleiten. Der armenische Terror ist ein Teil der Befreiungskämpfe im Nahen- Osten. Es könnte siche eine Bewegung hinsichtlich der territorialen Integrität der Türkei bilden. Das letzte Resultat dieser Strategie ist die Zusammenarbeit von ASALA und PKK.

    4.DIE POLITISCHE VORGÄNGE

    Die politischen Entwicklungen der ASALA, von der man vermutet, dass sie im Jahre 1975 gegründet wurden, sind in zwei Perioden zu bewerten. Die ASALA wurde während der armenischen Konferenz in Paris im Jahre 1979 anhand neuer Mächte gestärkt. Dieser Prozess erreichte im Jahre 1981 seinen Höhepunkt, doch wurde die Organisation im Jahre 1983 geteilt.

    Der erste Anschlag der ASALA begann das gründende Mitglied der Terrororganisation Agop Tarakdschijan am 16.02.1976. Er ermorderte den Obersekräter der türkischen Botschaft in Beirut Oktay Cerit. Bis 1979 war die ASALA an den Kämpfen zwischen den Palästinensern beteiligt, wobei ihr Anführer Agopjan verletzt wurde. Während der armenischen Konferenz in Paris hat man zu den Terroristen Kontakt aufgenommen und auf diese Weise neue Mitglieder in die Organisation aufgenommen. Die berühmtesten unter diesen neuen Mitgliedern sind Alex Jenikomschijan und Monte Melkijan.

    Die Terrororganisation ASALA, die bis 1981 sehr viele Anschläge verübt hattte, begann einerseits die Schweiz andererseits Frankreich zu bedrohen. Gruppen wie die "Neue Armenische Widerstandsorganisation" in Frankreich, "Azad Hay" in Kanada und "Gaitzer" in England erklärten, gaben ihren Anschluss an die ASALA bekannt. In diesen Jahren des Terrors kam es unter den Vorgesetzten der Organisationszentrale zu Konflikten. Die Terrorakte der ASALA, die auch unschuldige Menschen zum Ziel hatten, führte dazu, dass die Lage der Organisation erschüttert wurde. Infolge der israelischen Besetzung von Libanon durch Israilis mussten die Verwalter der ASALA zusammen mit den Palästinensern Libanon verlassen. Die Organisation hat sich im Juli 1983 in zwei Gruppen gespalten. Die Gruppe von Agop Agopjan hat sich in Griechenland und im Nahen Osten niedergelassen und hier ihre terroristischen Anschläge ohne Unterschiede zwischen Frauen und Kindern zu machen, weitergeführt. Der schlimmste Angriff der Terrororganisation ASALA in dieser Zeit war das Blutbad auf dem Flughafen von Orly.

    Die Gruppe in Westeuropa nahm den Namen "Revolutionäre Bewegung ASALA" an. Diese Gruppe verfolgte einen anderen Weg und richtete sich nur auf türkische Ziele. Monte Melkojan und Ara Toranjan waren führende Persönlichkeiten dieser Gruppe. Toranjan steuerte die Gruppe "Armenische Nationalbewegung", welche ihren Sitz in Paris hatte. Diese Gruppe nannte das Blutbad auf dem Flughafen von Orly einen als "faschistischen Angriff".

    Melkonjan hingegen erklärte, er versuche die politische Grundlage des armenischen Kampfes zu bilden. Demnach hat die Bewegung zwei Richtungen aufgewiesen und zwar 1) Die Armenier in Bewegung zu setzen. 2) Mit anderen Mächten, die gegen die Türkei in Aktion getreten sind, zu kollaborieren. Der im Iran geborene Melkonjan erklärte, der zweite Schritt der Strategie sei die Gründung der "Bündnisse bzw. Vereinigungen".

    Unterdessen führte auch Agopjan seine Tätigkeiten fort.

    5.IHRE UNTERSTÜTZUNGEN UND BEZIEHUNGEN

    Die ASALA wurde bezüglich ihrer Ziele und verfolgten Politiken in drei Richtungen unterstützt. Diese können wie folgend aufezählt werden: 1) Durch die Sowjetunion, Ostblock- und sozialistische Staaten. 2) Länder wie Griechenland und Syrien, die die Türkei durch in- und ausländische Bedrohungen und Terrorismus, die die Grundlagen ihrer Politiken für ihre geopolitischen Erwartungen sind, schwächen wollen. 3) Kommunistische Parteien, wie die armenische Terrororganisation Hindschak und ihre Sympathisanten, sowie armenische Kirchen, obwohl sie auch über Gegenmeinungen verfügten.

    Parallel zu den durchgeführten Strategien entwickelten sich auch die Beziehungen der ASALA zu den Schichten, die eine Bedrohung für die Türkei bildeten. Diese sind die palästinensische Befreiungsorganisation, Aktionsgruppen der kommunistischen Parteien sowie geheime Organisationen einiger Staaten, die ihre Anschläge in den Jahren von 1975 bis 1980 verübten. Nach dem mit der Terrororganisation PKK abgeschlssonen Abkommen in Sidon/Libanon im Jahre 1980 haben sich die Beziehungen der ASALA erweitert. Somit wurde zwischen der ASALA und der PKK Einmütigkeit erzielt.

    In der Periode nach 1983 entwickelten sich die Beziehungen der ASALA laut der Strategie von Monte Melkojan. Den Terroranschlägen in der Türkei wurde Vorrang eingeräumt. Zu allen anderen Terrororganisationen, die diese Strategie direkt oder auch indirekt in die Tat umsetzen können, wurden Beziehungen aufgenommen. An erster Stelle unter diesen Organisationen standen die Terrororganisationen PKK und die TKP (Türkische Kommunistische Partei) und andere kommunistische Terrororganisationen.

    6.PUBLIKATIONEN UND IHRE KOMMUNIKATIONSMITTEL

    Das wichtigste Presseorgan der ASALA ist "HAYASTAN". Weiter wichtige Zeitschriften sind "Hay-Baydar", "Armenia", sowie die in London herausgegebene Zeitschrift "Kaytzer".

    Die erste Radiosendung der ASALA wurda zum ersten Mal im Jahre 1981 in Beirut realisiert. Es wurden unter dem Namen "Die Stimme der Armenier in Libanon" eine einstündige Radiosendung ausgestrahlt. Ferner unterstützen Länder, die Beziehungen zur ASALA hatten, diese Terrororganisation mit ihren Kommunikationsmitteln.

    INTENSIVE TÄTIGKEITSBEREICHE

    Die armenische Terrororganisation ASALA hat ihre bewaffneten Anschläge auf die türkischen Botschafter vor allem in Frankreich verübt. Nachdem Libanon wurde dieses Land als der größte Stützpunkt genutzt. Die in diesem Land Bewegungsfreiheit geniessenden armenischen Militanten, können anhand der Unterstützung der französischen Regierung und verschiedener armenischer Institutionen Anschläge verüben. Ferner setzen sie auch ihre Terroranschläge in den USA, Griechenland, Südzypern, Syrien, Iran und Kanada fort.

    LETZTER STAND DER ORGANISATIONEN UND IHRE ABSPALTUNGEN

    Der ASALA-Führer Agop AGOPYAN sagte in einem Radiointerview im westlichen Teil der Stadt Beirut, die armenische Terrororganisation ASALA habe wegen der israelischen Besetzung drei Ausbildungslager in Israel verloren. Einige palästinensische Verwalter, die eine Vermittlerrolle in den Beziehungen zu italienischen Behörden spielten, versuchten der ASALA in den Rücken zu fallen und die fortschrittsfeindlichen Armenier seien gegen die ASALA eingesetzt worden.

    Das schweizer Aussenministerium gab bekannt, sie hätten Informationen erhalten, wonach die Stützpunkte der Terrororgansation ASALA in drei Brennpunkte, nämlich Lefkoscha im südszyprischen Teil, Athen und Damaskus geteilt wurden. Ferner sei die ASALA in Teheran innerhalb der armenischen Gemeinde organisiert.

    Der Vorsitzende der politischen Abteilung der palästinensichen Saika Organisation erklärte, er habe Informationen erhalten, wonach einige ASALA-Militanten nach Algerien, Tunesien, Sudan und Nord-Jemen gereist seien. Unterdessen wurde im Jahre 1980 in Großbritanien eine Nebenorganisation der ASALA gegründet, und zwar "das Unterstützungskomitee für die politische Inhaftierte". Diese Nebenorganisation erhält von verschiedenen Ländern Spenden und arbeitet nach den folgenden vier Prinzipien.

    Finanzielle und moralische Unterstützung der Inhaftierten, Propaganda in- und außerhalb der Gemeinde, sowie die Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegung.

    Monte Melkonian, der vom Führer der Terrororganisation ASALA Agop Agopjan mit Anschlägen in der Türkei beauftragt wurde, verübte im Jahre 1983 den Anschlag auf den großen geschlossenen Bazaar in Istanbul und konnte zusammen mit seiner Freundin Suzy Mashararjian fliehen.

    Am 15. Juli 1983 explodierte auf dem Flughafen von Orly in der Abteilung für Gepäckkontrolle des Büros der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines eine Bombe, die in einer Tasche versteckt war. Dabei kamen der türkische Staatsangehörige Halit Yilmaz, sowie weitere 8 ausländische Passagiere ums Leben. 56 Personen wurden verletzt, 20 davon schwerverletzt. Monte Melkonian bezeichnete diesen Anschlag als blinden Terrorismus und gab im August 1983 seinen Rücktritt von der ASALA sowie die Gründung der Organisation ASALA-Revolutionäre Bewegung bekannt. Auch Ara Toranjan, der Führer der Armenischen Nationalbewegung, erklärte, er ziehe nach dem Anschlag auf den Flughafen von Orly seine Unterstützung von der Terrororganisation ASALA zurück.

    Nachdem der Führer der ASALA, Agop (Hagop) Agopjan, am 28. Dezember 1998 in Athen getötet wurde, war die Organisationen in drei Gruppen geteilt, und zwar in die ASALA-MR (REVOLUTIONÄRE BEWEGUNG), ASALA PMLA (VOLKSBEWEGUNG), und SASSOON. Zum dem Anschlag vom 19. Dezember 1991 auf den türkischen Botschafter in Budapest bekannte sich die SASSOON.

    Es ist bekannt, dass die ASALA-PMLA auf der griechischen Insel Egina einen geheimen millitärischen Stützpunkt errichtet hat. Auf diesem Stützpunkt würden auch PKK-Mitglieder vom griechischen General Matafias persönlich ausgebildet.

    Es ist bekannt, dass die Armenier in der libanesischen Kreisstadt ANJAR militarisches Quartier haben und dieses Quartier als "Armenischer Pfadfinderverein" bekannt ist. Auch ist bekannt, dass die ASALA und JRA Militanten im Gebiet von BAR ELLIAS (Bekaa-Gebiet) mit Waffen geschult werden, sich in Südzypern etwa 60 Mitglieder der ASALA befinden, diese unter der Kontrolle der griechischen Armee sind und sich im EYANAPA-Gebiet ein Übungslager befindet sowie, dass der Leiter dieses Übungslagers Harout Agbachjan zur PKK und DEV-SOL gute Beziehungen unterhält.

    ASALA-MR

    Monte Melkonjan (Meykonjan) scheidete aus der Terroroganisation ASALA aus und zog im September 1983 nach Frankreich um. Er erklärte, dass er die Organisation ASALA-Revolutionära Bewegung (ASALA-MR), den sogenannten Militärischen Apparat der ASALA-Volksbewegung, gegründet hat. Wichtigstes Ziel dieser Terrororganisation war die Verbesserung der Beziehung zur französischen Regierung. Obwohl man vermutete, dass die Terrororganisation ASALA-MR ihre Anschläge in der Türkei begehen wird, übernahm sie die Kontrolle des nord-amerikanischen und west-europäischen Flügels. Es gelang ihren Kämpfer in diesen Gebieten auf die eigene Seite zu ziehen. Melkonijan starb während des Kampfes gegen die Aserbeidschaner im Jahre 1993 in Berg-Karabagh.
     
    JCAG

    Diese Organisation wurde im Jahre 1975 in Beirut von der Partei- Taschnak und ihrem Ausläufer in den USA, der armenischen Revolutionären Föderation als Konkurenz für die ASALA und Hindschak-Partei gegründet. Sie führte ihre Anschläge als militärischer Apparat der Partei Taschnak durch. Ihr Name wurde zum ersten Mal nach dem Attentat vom 22. Oktober 1975 auf den türkischen Botschafter Danis in Wien Tunaligil weltweit bekannt. Das Ziel der Organisation wurde als "die Gründung des unabhängigen großen armenischen Staates" erklärt.

    ARA

    Die Organisation wurde in Frankreich gegründet. Ihr Name wurde zum ersten Mal nach dem Attentat vom 14. Juli auf den in Brüssel akreditierten Verwaltungsatteché Dursun Aksoy weltweit bekannt. Zu diesem Attentat bekannten sich auch die Terrororganisationen ASALA und JCAG. Es ist bekannt, dass die Organisation ARA den Rassismus verteidigt, den Methoden und Ansichten der ASALA von Grund auf widerspricht und ausser der Terrororganisation "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids (JCAG)" der Partei- Taschnak und ASALA von allen anderen armenischen Terrororganisationen und Institutionen unterstützt wird. Es ist bekannt, dass diese Organisation theoretisch als auch praktisch ihre Handlungen parallel zur JCAG ausübt.


    DER armenischer TERROR (3)

    DER GROSSE TRAUM DER ARMENIEN

    Die erste Idee über ein "Großes Armenien" wurde von dem armenischen Staatspräsidenten Levon Ter-Petrosjan zur Sprache gebracht. Die Ideen und die Geschichte des in Aleppo- Syrien geborenen Ter-Petrosjan beruhen auf den Theorien der armenischen Kommunistischen Partei (1), die die einzige Partei während der Periode der Sowjetunion in Armenien war.

    Ter-Petrosjan ist der leitende Organisator, der die Berg-Karabagh-Frage an die Tagesordnung brachte und der ab 1987 in Armenien für die zunehmenden Demonstrationen verantwortlich war. Mit dem Ziel Berg-Karabagh von Aserbeidschan zu trenen und an Armenien anzuschließen, gründete er im Februar 1988 das "Karabagh-Komitee". Im November 1989 hat diese Organisation ihre Namen als "Armenische Nationalbewegung" geändert.

    Während der Zeit der Parteibildung erhielt Ter-Petrosjan bei den Wahlen Mai 1990 die meisten Stimmen und wurde am 4. August 1990 armenischer Obersowjetpräsident. Nach dem er die meisten Stimmen bei den Staatspräsidentenwahlen erhielt, erklärte er im Sommer 1991 die Unabhängigkeit Armeniens. Am 21. Dezember 1991 unterzeichnete er die Almata-Dekleration. Somit wurde Armenien Mitglied der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Anfang 1992 wurde Armenien Mitglied der Organisation für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Vereinten Nationen.

    Zur gleichen Zeit verletzte die armenische Republik die Vorschriften der internationalen Abkommen, ihre eigenen Pflichten, die Prinzipien von Helsinki und der OSZE und besetzte das unter der Regierung von Aserbeidschan stehende autonome Gebiet Berg-Karabagh. Abgesehen von der Besetzung dieses Gebietes, verübte Armenien einen Völkermord gegen die aserbeidschanischen Türken in diesem Gebiet (2).

    Durch seine erste Erklärung nach den Wahlen im Jahre 1990, forderte Ter-Petrosjan von den internationelen Organisationen die Anerkennung der Behauptungen nach einem Völkermord aus dem Jahre 1915.(3)

    Ter-Petrosjan besuchte am 08. Agust 1994 US-Präsident Bill Clington im Weißen- Haus. Unter den Teilnehmern dieses Treffens waren auch der Führer der Partei- Taschnak, Pater Rafael Andonyan von der armenischen Kirche, Erzbischof Mesrob Aschdschijan, Erzbischof Hajag Barsamjan und Erzbischof Vahe Howsepjan. Schwerpunkte dieses Treffens waren Themen über die Probleme, die die Türkei und Aserbeidschan gegenüber Armenien zustandegebracht haben, sowie die Anerkennung der Behaptungen nach einem Völkermord. (4)

    Der Clinton-Besuch von Ter-Petrosjans erregte Aufmerksamkeit. Denn in den vergangenen zehn Jahren wurde zum ersten Mal von einem US-Präsidenten so eine Versammlung veranstaltet. Außerdem wurde die Diskussion über den sogenannten Völkermord zwischen einem US-Präsidenten und armenischen Präsidenten als eine neue Situation bewertet.

    PARISER KONGRESS

    Der erste Weltkongress der armenischen Organisationen wurde vom 3. bis 6. September 1979 veranstaltet. An diesem Kongress nahm die Organisation ASALA mit ausschlaggebender Macht teil und spielte eine bedeutende Rolle. Der Kongress wirkte sich auch auf die armenischen revolutionären Kräfte in Frankreich aus. Dadurch wurde vor allem eine Teilnahme an den Terrororganisationen gewährleistet. Man kann das Ziel des Kongresses auf diesen Wörtern kurz zusammenfassen: "Die Vereinigung der Weltarmenier auf dieselbe Idee und unter einer Fahne sowie ihre Organisation und die Bewertung der politischen Lage und die territorialen Forderungen einzuleiten".

    Hier, einige der beim Kongress gestellen Anträge:

    a. Beendigung der Konflikte zwischen den Parteien und Konfessionen, Gründung eines "Zentralkomitees".

    b. Maßnahmen, welche die Assimilation der Diaspora-Armenier beenden sollen.

    c. Gewährleistung der militärischen Theorethiker und Strategiefachmänner, die bei den Anschlägen und Angriffe erforderlich sind.

    Die bei diesem Kongreß gefassten Beschlüsse sind wie folgt:

    a. Die Bewegung Pan-Armenismus wird beschleunigt, der Begriff "Armenier" wird im Umfeld von Diaspora politisiert und es wird eine "armenische Kraf" auf der Welt geschaffen.

    b. Die Möglichkeiten, nach der Unterstützung der in den Sowjet- Sozialistischen- Republik befindenen Armenier in der Armenier-Frage werden untersucht. Die erforderlichen Unterstützungen werden gewährleistet.

    c. Territoriale Forderungen und Ansprüche werden direkt an die Türkei gestellt.

    d. Der armenischen Kirche wird ein nationaler Charekter verliehen.

    e. Arbeiten zur Gründung einer armenischen Bank werden aufgenommen.

    f. Zentralbüros müssen gegründet werden. Die Sende- und Kommunikationsmöglichkeiten müssen entwickelt werden.

    Nach dem Kongress in Paris intensivierten sich die Terror- und Gewaltakte der Armenier. Dadurch erhielt die Terrororaganisation ASALA neue Möglichkeiten und wurde noch mächtiger. In den Vereinigungsbemühungen fing eine wirksame Periode an. Die Waffenschulungen und Übungen wurden in verschiedenen Zentralen und an verschiedenen Orten gesteigert.

    LAUSANNE KONGRESS

    Der Kongress in Lausanne wurde zur einer Zeit veranstaltet, als die armenischen Terrorakte eine große Dimension erhielten und die Weltöffentlichkeit allmählich die Armenier und Terroristen kritisierten. Der Kongress trug die Bedeutung "der Vereinigung der armenischen Politik und die Gewährleistung einer einheitlichen Bewegung." An diesem Kongress, an dem die Organisation ASALA nicht teilnahm, waren die Organisationen, die sich für die Gewaltanwendung aussprachen in der Minderheit. Infolge des Kongresses kam es bei der Taschnak und ASALA zu Trennungen. Kleinere Terrororganisationen und Einheiten verhielten sich wilkürlich und verübten ihre Taten, als ob sie neue Organisationen wären. Ein großer Teil von diesen Organisationen wurde aufgelöst. Die Kämpfer wurden verhaftet und verurteilt.

    Wichtige Themen der Tagesordnung des Kongresses und Anträge waren die folgenden:

    a. Es muss eine gründende Delegation gebildet werden, die grundlegenden Politiken sind festzusetzen, die grundlegenden Meinungen über territoriale Ansprüche sind festzulegen, diese Forderung muss auf einer Grundlage basieren.

    b. "Es muss eine nationale Befreiungsbewegung gegründet werden, die nationale und demokratische Ideen besitzen.

    c. Dieser Kongress muss demokratische und parlamentarische Eigenschaften, wie die Weltkongresse der Juden, erwerben.

    Folgende Beschlüsse wurden in Lausanne gefasst:

    a. Damit sich dieser Kongress eine parlamentarische und demokratische Eigenschaften erwerben kann, werden die notwendigen Vorbereitungen eingeleitet und ein "Grundgesetzt" vorbereitet.

    b. Die gründende Delegation wird sowohl die Vorbereitungen für ein Grundgesetz führen, als auch verschiedene politische Ideen zu einer Synthese zusammenstellen und dem Text hinzufügen.

    c. Die Arbeiten dieses Kongresses werden mit einer Deklaration der Weltöffentlichkeit bekannt gegeben..

    Der Kongreß in Lausanne wurde mit verschiedenen Diskussionen zu Ende geführt. Zudem herrschte eine große Unordnung. Obwohl die "Gemäßigten" den Kongress beherrschten, konnten sie keine wichtigen Entwicklungen verzeichnen. Nach diesem Kongress wurden die Auseinandersetzungen fortgesetzt und die Trennungen fingen an.

    SEVRES KONGRESS

    Vom 7. bis 13. Juli 1985 wurde in Sevrès der als "III. Weltkonrgess der armenischen Organisationen" bekannte Kongress abgehalten. Hauptziel des Kongresses war die Annahme des ausgearbeiteten "armenischen Grundgesetzes". Damit würde versucht, eine "Einheit" zu gründen, damit die Armenier auf der ganzen Welt vertreten werden können.

    Bei dem Kongress, an dem sich die ASALA nicht beteiligte und die Terrororganisationen offiziell nicht vertreten wurden, führte die Vertretungseigenschaft der Taschnak zu langen Diskussionen.

    Die beim Kongress unterbreiteten Vorschläge und gefassten Beschlüsse sind die folgenden:

    a. "Einziges Armeniertum, einziges Ziel, einziger Kampf, einzige Stimme" wurden als ein Slogan vorgeschlagen und angenommen.

    b. Es wurde behauptet, dass die Bestimmungen von Sèvres immer noch gültig sind und die von Lausanne hingegen nicht mehr.

    c. Der Antrag die ASALA nicht mehr zu unterstützen, wurde angemommen..

    d. Der Antrag über einen ständigen Kampf gegen die Türkei wurde anerkannt.

    e. Der Antrag über die Unterstützung Griechenlands und der inselgriechischen Seite auf Zypern, die ihren Kampf gegen die expansionistische Politik der Türkei fortsetzen, wurde angenommen.

    f. Der Antrag, dass dem Kongress die selbe Eigenschaft wie des "palästinensischen Nationalrates im Exil" verliehen wird, wurde unter der Bedingung der Beobachtung der Entwicklungen angenommen.

    Die beim Sevres Kongress gefassten Beschlüsse sind die folgenden:

    a. Das "armenische Grundgesetz" wird durch den Kongress anerkannt.

    b. Der Kongress hat die Einleitung einer vielseitigen Strategie zum Erreichen der Ziele. Demnach:

    · Für die Bekämpfung des türkischen Kolonialismus werden, wie auch bei armenischen und anderen Völkern auch, mit den in der Türkei existierenden fortschrittlichen und revolutionären Bewegungen Partnerschaften gegründet. Ferner ist beschlossen worden, dass der Kampf des armenischen Volkes mit den Kämpfen der anderen Völker in absoluter Verbindung steht.

    · Während der armenische Weltkongress bekannt gibt, dass er keine Beziehung zu anderen Staaten und Mächten hat, werden Hilfen und Unterstützungen angenommen, die den Kampf der armenischen Völker würdigen.

    c. Der Kongress hat beschlossen, den Staaten, die den Friedensvertrag von Lausanne unterzeichneten, also der Vereinten Nationen, der Sowjetunion, der armenischen Sowjetrepublik, den USA, dem Europarat, der Unabhängigen Blockbewegung mitzuteilen, dass "das armenisches Volk, das einziges Volk ist, bei dem der Kolonialismus nicht abgeschafft worden ist." Dieser Enschluss wurde umgesetzt.

    d. Ein weiterer Beschluß dieses Kongreßes ist, dass die Türkei zur Anerkennung des angeblichen Völkermordes im Jahre 1915 gezwungen wird. Im Falle der Anerkennung werde der Weg für die Befreiung der Territorien geebnet. Diese Absicht wurd praktisch ausgeführt. In diesem Rahmen wurden den betreffen Behörden Erklärungen gegeben und Anträge gestellt.

    e. Der Kongress hat eine Danksagungsbotschaft an die Sowjetunion beschlossen, die sich für die Wahrung der armenischen Kultur im sowjetischen Armenien eingesetzt hatte.

    Während bei dem Kongress die Sowjetunion gelobt wurde, weil sie den Völkermord anerkannt und der Schriftsteller Zrtisan im Jahre 1985 in der Zeitung Pravda einen Artikel in diesem Thema veröffentlichte hatte, wurde der US-Kongress kritisiert, da sie den Gesetzesentwurf über den Völkermord nicht durchsetzen konnte.

    DIE ARMENISCHE VERFASSUNG

    Die Vorstellungsrede des armenischen Grundgesetzes während des "dritten Armenischen Weltkongresses", der auch als Sèvres-Kongress des Jahres 1985 bekannt ist, hielt der Kongreßvorsitzende Priester James Karnusijan. Er vermerkte, Armeiner würden auf Grund ihrer Trennung untereinander sehr leiden. Für die Überwindung dieser Unruhen und zur Gewährleistung der armenischen Einheit gebe es andere Lösung als die "Vereinigte- Gruppe". Der "Grundgesetz" genannte Text beinhalte in diesem Zusammanhang alle Ansichten für dieses Ziel.

    Neutrale Beobachter erklärten, im Falle der Einführung des armenischen Grundgsetzes würden sich "alle Institutionen und Organisationen, die sich für den armenischen Kampf einsetzten, unter einem Dach vereinen."

    Im Grundgesetz wurden die Vorhaben und Ziele des "armenischen Kongresses" im allgemeinen mit den folgenden Artikeln dargestellt:

    a. Vereinigung aller zerstreuten Armenier für den Aufbau einer Struktur.

    b. Die Anerkennung des Kongresses durch die ganze Welt.

    c. Ausnutzung aller diplomatischen und politischen Wege, um die von der Türkei besetzten Gebiete zu befreien.

    d. Vorbereitungen für die Rückkehr der Armenier in ihr Vaterland einleiten.

    e. Die Kongresszentrale wird in der Schweiz sein.

    f. Der armenische Nationalkongress wird Institutionen wie das Plenum und den Verwaltungsrat bilden.

    ZIELE DER ARMENISCHEN VERSAMMLUNGEN

    Es ist bekannt, dass im historischen Prozess der Armenier-Frage verschiedene armenische Kongresse auf Forderung der armenischen Terrororganisationen, Kirchen und auf Einladung von einigen Staaten, weitere verschiedene armenische Kongresse veranstalteten. Der größte Teil dieser Kongresse wurde von den Terrororganisationen Taschnak und Hindschak veranstaltet. Bei diesen Kongressen, die die Mitglieder der Organisationen, betreffende Armenier und Kirchenvertreter zusammenkommen ließen, wurden unter den gegenwärtigen Umständen die Lagen und Möglichkeiten der Organisationen und ihre Aktionen erörtert. Ferner wurden Beschlüsse gefasst, die praktisch nicht durchgeführt werden konnten.

    Zwischen 1973 bis 1985, in der Periode des neuen armenischen Terrors, wurden unter den Namen "Kongresse der Weltarmenier" bzw. "Kongresse der Organisationen der Weltarmenier" im Jahre 1979 in Paris und im Jahre 1983 in Lausanne und im Jahre 1985 in Sèvres- Kongresse veranstaltet. Durch diese Kongresse wurde versucht Botschaften an die Weltöffentlichkeit, an die armenischen Einheiten, sowie an den Mitgliedern der armenischen Terrororganisationen zu vermitteln. Unter der Führung des Priesters James Karnusijan wurde, ein Kongress veranstaltet, bei dem der Text mit dem Titel "Armenisches Grundgesetz" anerkannt wurde.

    Die hauptsächlichen Ziele der Kongresse während der genannten Periode wurden als "Gewährleistung der Vereinigung und Einheit der Armenier", "Die Durchführung der politischen Wünsche und Forderungen aus einer Zentrale", sowie "die Vereinigung der armenischen Terrororganisationen unter einem Dach und die Gewährleistung der Einheit der Kräfte" dargestellt. Der Durchführung der Propagandatätigkeiten und der psychologischen Bewegungen in der Weltöffentlichkeit wurde Priorität eingeräumt.

    Eine weiteres Ziel dieser Kongresse war die Anpassung und Entwicklung der armenischen Terrororganisationen untereinander. Auf diese Weise könnten sämtliche Ereignisse und terroristische Handlungen mit Hilfe der armenischen Weltgemeinde in Verbindung gestellt werden. Auch könnte so, wenn nötig, eine Kräfte- und eventuell eine Fronteneinheit gewährleistet werden.

    Die gemeinsamen Eigenschaften dieser Kongeresse sind wie folgend:

    a. In sämtlichen Kongressen wurden den bewaffneten Kämpfen Priorität eingeräumt. Unter den Organisationen, die diesen Kampf für günstig hielten und den anderen Organisationen, die diese Art und Weise des Kampfes nicht befürworteten, kam es später zu Auseinandersetzungen, sowie Trennungen von diesen Organistaionen. Die ASALA hat sich nach dem Kongress im Paris im Jahre 1979 an keinem der weiteren Kongressen beteiligt bzw. der ASALA wurde die Teilnahme untersagt.

    b. Während der Kongresse wurde beschlossen, alle gefassten Entschlüsse an dýe internationalen Organisationen bzw. Institutionen weiterzuleiten und die gefassten Entschlüsse auf internationalen Foren zu diskutieren. Diesbezügliche Möglichkeiten wurden gesucht.

    c. Die Vereinigung der Armenier unter einem Dach und ihre Vertretung wurde zu einem der wichtigsten Themen. Doch konnte man keine Einmütigkeit über die Verwirklichung dieses Vorhabens erzielen. Der als "Grundgesetz" bezeichnete Text beinhaltet in diesem Sinne eine Vorbereitungszeit.

    d. Die Teilnehmerzahl an den Kongressen nahm allmählich ab.

    Es wurde beobachtet, dass während der Kongresse Meinungsverschiedenheiten aufkamen. Aber es wurden keine konkreten Maßnahmen zur Beseitigung dieser Meinungsverschiedenheiten ergriffen.

    DIE FORDERUNGEN UND PROPAGANDA DER ARMENIER

    Die Ansprüche, die die Armenier gegenüber der Türkei geltend machen wollen, können als die Anerkennung des armenischen Völkermordes und als Gegenleistung dafür, die Zahlung einer Entschädigung und Abtretung von Boden zusammengefasst werden. Diese Ansprüche werden hauptsächlich mit den folgenden Behauptungen begründet:

    - Die Türken haben Armenien besetzt und einen Boden der Armenier ihnen weggenommen.

    - Die Türken haben ab dem Krieg von 1877-78 die Armenier den systematischen Mord ausgesetzt.

    - Die Türken haben ab 1925 die Armenier einem geplanten Völkermord ausgesetzt.

    - Es sind geheime Befehle von Talat Pascha über die Ausübung des Völkermordes gegen die Armenier vorhanden.

    - Die Anzahl der während des Völkermordes um ihr Leben gekommenen Armenier beträgt 1,5 Millionen.

    Alle diese Behauptungen sind gegenüber einer objektiven Untersuchung gegenstandslos, nämlich:

    - Es ist offensichtlich, dass es kein armenischer Staat existierte, als die Türken zum ersten Mal Anatolien betraten und damit von der Enteignung des Landes der Armenier nicht die Rede sein könnte.

    - Die, durch die Armenier gestifteten Aufstände und durchgeführten Massenmorde nach dem Osmanisch-Russichen Krieg in den Jahren 1877-78 wurden vorher erwähnt. Es ist nun auch aufgeklärt worden, dass diese Haltung der Armenier mit der Absicht, sich für ihre Propaganda im Westen einen Boden zu verschaffen, übernommen wurde.

    - Ferner wurde darauf hingewiesen, dass die Ereignisse im Jahre 1915 eine reine Umsiedlungsaktion war, die die Osmanische Regierung gegen die Armenier durchführte, die sie im Rücken angegriffen hatten. Außerdem wird in diesem Zusammenhang gemäß der Definition des Begriffes "Völkermord" im Vertrag der Vereinigten Nationen für die Entstehung des Deliktes vorausgesetzt, dass es eine Regierung beabsichtigt ein Volk vollständig zu vernichten.

    Indessen wurde die Existenz der Regierungserlasse zur vollständigen Gewährleistung der Sicherheit und Wohlbefinden der Armenier, die umgesiedelt waren, geschweige denn, es gebe ein Anzeichen für die Absicht der Osmanischen Regierung, die armenische Rasse zu vernichten. Andererseits ist ein wesentlicher Teil der osmanischen Archive zur Forschung der Historiker eröffnet worden und wird auch nach und nach mit der Einordnung weiter geöffnet. Die Untersuchung dieser Unterlagen wird es darlegen, dass die Behauptungen der Armenier gegenstandslos sind.

    - Letztlich ist infolge der Forschungen von zwei türkischen Historikern zweifelsfrei dargelegt worden, dass die "Urkunden", die zum ersten Mal durch einen Armenier Namens Andonyan im Bezug zu den geheimen Befehlen von Talat Pascha, auf den Armeniern Völkermord auszuüben, vorgebracht und jahrelang als den Grundbeweis für die Gültigkeit der armenischen Behauptungen anerkannt wurden, vollständig Werk einer Fälschung sind.

    - Diese Telegrafen wurden vorher 1919 in England in der Zeitung Daily- Telegraph veröffentlicht. Es wird daran geglaubt, dass die Osmanen nachdem die Mächte von General Allenby Aleppo und die Umgebung in einer kürzeren Zeit als vorgesehen Besetzt hatten, nicht alle Urkunden vernichten konnten und dieser Telegraf in die Hände von Allenby geraten ist. Das englische Außenministerium hat auf Grund dieser Behauptung die Angelegenheit bei dem Kommando der Besatzungsmächte nachgefragt. Schließlich wurde es gemerkt, dass diese Urkunde nicht durch Allenby entdeckt wurde, sondern durch eine armenische Gruppe in Paris vorgebracht wurde. Diesbezügliche Unterlage ist im englischen Staatsarchiv vorhanden.

    Diese Telegrafen wurden in der Gerichtsverhandlung von Tehliryan, dem Mörder von Talat Pasche in Berlin vorgeworfen und fünf davon wurden durch den Expertenausschuss als echt anerkannt und in die Verhandlung eingezogen. Indessen zeigte die Art der Fassung der Telegrafen und das Papier, dass sie keine osmanischen Urkunden waren und es ist, wie es oben erwähnt wurde, bewiesen worden, dass es sich um Fälschungen handelt.

    Auch die Behauptung, es seien 1,5 Millionen Armenier ums leben gekommen, hat keinen gültigen Bestand. Nämlich, die Zahl der gesamten Bevölkerung der Armenier, wie es durch vielen Quellen dieser Periode bestätigt wird, betrug etwa 1,3 Millionen. Also ist es nicht möglich, dass von einer Bevölkerung von 1,3 Millionen, 1,5 Millionen Tote geben kann. Es sind keine Urkunden oder Methoden vorhanden, um die Zahl der ums Leben gekommenen Armenier festzustellen. Zum Beispiel teilte Bogos Nubar, der Führer der armenischen Delegation, die am Friedenskonferenz in Lausanne teilnahm, mit, dass in der Türkei insgesamt 280.000 Armenier lebten und 700.000 Armenier in andere Länder ausgewandert seien. Wenn diese Angaben richtig sind, müsste sich der Verlust der Armenier auf 300.000, beschränken, da die Gesamtbevölkerung der Armenier 1,3 Millionen war. In dieser Zahl sind diejenigen, die in den Bandenbewegungen oder auf der Seite der Russen ums Leben gekommen sind, eingeschlossen. Außerdem ist nicht zu vergessen, dass in derselben Periode etwa 3 Millionen Moslems, also das zehnfache dieser Verluste, ums Leben gekommen sind.

    In der Auflage von 1918 der Encyclopedia Britannica wird die Zahl der getöteten Armenier als 600.000 angegeben. Die Auflage von 1968 desselben Werkes gibt diese Zahl als 1,5 Millionen an. Die Zahl der getöteten steigt, wie es ersichtlich ist, nur auf dem Papier.

    Nach dem Krieg wurde in Istanbul das Mustafa Pascha Kriegsgericht, bekannt als Nemrut Mustafa Pascha, gegründet. Da die Paschas Enver, Talat und Cemal, sowie Dr. Nazým geflüchtet waren, sind die zurückgebliebenen verhaftet worden. Die Liste der zu verhaftenden Personen wurde durch die Engländer vorgegeben. Es wurden Personen aus vier Gruppen verhaftet.

    1. Wer im Krieg unmenschliche Handlungen gegenüber Armenier und Griechen ausübte.

    2. Wer gegen die Kriegsregeln verstoß.

    3. Wer gegen die Bedingungen des Waffenstillstandes verstoß.

    4. Wer aus den Mächten in Kaukasien gegen die Befehle der Alliierten verstoß (diese waren die azerbaidschanischen Türken).

    Es wurde vorerst beantragt, dass die Verhafteten in Istanbul vor Gericht zu stellen. Jedoch hatten die Besatzungsmächte, als ihr Begehren nicht entgegengenommen wurde, die Verhafteten nach Malta gebracht. Ein großer Teil von diesen waren ausschließlich wegen des armenischen Völkermordes zu verurteilen. Die Engländer waren auf Beweissuche, was mehr als einem Jahr dauerte. Die Verhaftungen erfolgten auf Anzeige, auch die Anzeigebriefe sind in den Akten vorhanden. Die englische Regierung hatte bei der Königlichen Staatsanwaltschaft nachgefragt, ob gegen diese Personen Klage erhoben werden sollte. Die Staatsanwaltschaft entgegnete, es seien keine Beweise vorhanden, die deren Verurteilung ermöglichen könnte. England begnügte sich damit nicht und beauftragte ihre Botschaft in Washington, in den amerikanischen Archiven nach Beweisen zu suchen. Die Botschaft teilte per Telegraf mit, es sei keine einzige Unterlage gefunden worden.

    Die Telegrafen im Buch von Andonian, die heute als Beweis des Völkermordes vorgeführt werden, waren damals im Besitz der Engländer. Wenn diese echt gewesen wären, hätten man auf diese zurückgegriffen und die Verhafteten verurteilt. Wenn es eine türkeifeindliche Regierung, wie die Regierung von Lloyd George, die alles, was sie gegen die Türkei in der Hand hatte, benutzen würde, diese Verurteilung jedoch nicht durchgeführt hatte, geht darauf zurück, dass sie es deswegen nicht tat, weil sie es nicht Nachweisen konnte.

    Während der Umsiedlung wurde der Armenian Relief Society erlaubt, ihre Tätigkeit auszuüben und die Zuwendungen aus Amerika zu verteilen. Die Osmanische Regierung soll einerseits sich für den Völkermord an den Armeniern beschlossen, und andererseits Fremde eingeladen haben und desweiteren den Massenmord zuschauen lassen? Das hat keinen logischen Zusammenhang.

    Deswegen ist es offensichtlich, dass von einem unbewiesenen Völkermord nicht die Rede sein kann.

    Heute legen zahlreiche Urkunden nicht den sogenannten armenischen Völkermord, sondern die armenische Tyrannei auf den Anatoliern dar. Die Tabelle im nächsten Abschnitt widerspiegelt die ausschlaggebenden Tatsachen in dieser Angelegenheit.